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24.01.2009

14:21 Uhr

Wall-Street-Ausblick

US-Anleger blicken auf Obama und Fed

Die Nerven amerikanischer Anleger werden dieser Tage arg strapaziert. Inmitten einer der schlechtesten Berichtssaisons aller Zeiten, werden sich ihre Augen in der kommenden Handelswoche auf den neuen US-Präsidenten Barack Obama und die US-Notenbank Fed richten. Für sie ist entscheidend, wie es im Kampf gegen Kreditklemme und Rezession weitergeht.

Die Börsianer, hier bei Obamas Amtseinführung am Dienstag, blicken in der kommenden Woche gespannt auf das Krisenmanagment des neuen US-Präsidenten. Foto: ap ap

Die Börsianer, hier bei Obamas Amtseinführung am Dienstag, blicken in der kommenden Woche gespannt auf das Krisenmanagment des neuen US-Präsidenten. Foto: ap

HB NEW YORK. Die Börsianer werden jeden Schritt der neuen Regierung genau unter die Lupe nehmen, um mehr über Obamas Pläne zur Lockerung der Kreditklemme und zum Ankurbeln der in einer Rezession steckenden Wirtschaft zu erfahren.

Für die Anleger hänge viel von dem Konjunkturpaket ab, sagte Michael Sheldon, Markt-Stratege bei RDM Financial. Weitere Hiobsbotschaften drohen ihnen nämlich von 137 S&P- und zwölf Dow-Unternehmen, die in der kommenden Woche ihre Zahlen vorlegen wollen. Auch auf weitere schlechte Konjunkturdaten muss sich die Wall Street wohl gefasst machen.

Obama will das 825 Mrd. Dollar schwere Anreizpaket bis Mitte Februar durch den Kongress bringen und warb dafür bei den Republikanern um Unterstützung. Die Opposition präsentierte eigene Ideen für das Hilfspaket, sagte dem Präsidenten aber die Einhaltung des gewünschten Zeitplans zu. Am Markt gibt es dennoch viele, die an einer schnellen Verabschiedung des Programms zweifeln. "Es ist ein weiter Weg bis dahin", warnte Analyst Craig Peckham von Jefferies & Co. Eine breite und parteiübergreifende Unterstützung sei noch lange nicht sicher. Auch die Pläne zur Bankenrettung werden genau beobachtet. Obama wollte sich am Samstag mit seinen Wirtschaftsberatern treffen. Dies schürte unter den Marktteilnehmern Hoffnungen, die neue Regierung bereite einen weiteren Schutzschirm für die Finanzbranche vor.

Von großem Interesse für den Markt wird zudem die Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank Fed sein, der am Dienstag zu einer zweitägigen Sitzung zusammenkommt. Nach der historischen Kappung des Leitzinses auf einen Zielkorridor von null bis 0,25 Prozent wird mit keiner weiteren Senkung gerechnet. Daher werden die Anleger besonders auf die Erklärung nach dem Treffen schauen. "Im Blickpunkt steht das Statement, um ein Signal dafür zu bekommen, was die Fed über den Aufkauf weiterer fauler Papiere aus dem Finanzmarkt denkt", sagt John Praveen, Chef-Investmentstratege bei Prudential International Investments.

Daneben werden Anleger die zahlreichen Quartalszahlen vor allem mit Blick darauf studieren, ob sich Hinweise auf ein Ende der wirtschaftlichen Talfahrt ablesen lassen. Zu den Firmen, die ihre Zahlen vorlegen, gehören McDonald's, Verizon, Caterpillar, DuPont, Chevron und Exxon Mobil. Bei den arg gebeutelten Finanzwerten wird sich die Aufmerksamkeit der Börsianer unter anderem auf American Express und Wells Fargo richten.

Wenig Optimismus dürften in der kommenden Woche auch die anstehenden Konjunkturdaten verbreiten. Am Donnerstag werden die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und der Eigenheimabsatz für Dezember veröffentlicht. Am Freitag steht zudem die erste BIP-Schätzung für das vierte Quartal an.

Am Freitag hatte der Dow-Jones-Index der Standardwerte 0,56 Prozent tiefer auf 8077 Punkte geschlossen. Auf Wochensicht verlor er 2,5 Prozent. Der breiter gefasste S&P-500-Index notierte dagegen 0,5 Prozent höher bei 831 Zählern. Auch der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg um 0,8 Prozent ins Plus auf 1477 Stellen. In Frankfurt verabschiedete sich der Dax mit einem Minus von rund einem Prozent bei 4178 Punkten ins Wochenende.

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