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04.06.2011

17:16 Uhr

Wall Street-Ausblick

US-Anleger werden langsam nervös

An der Wall Street fragen sich Börsianer: Deuten die aktuellen Konjunkturdaten nur auf eine Delle hin – oder war’s das mit dem Hoffnungsschimmer? Impulse kommen weniger aus den USA als aus anderen Weltregionen.

Börsenhändler checken an der  New York Stock Exchange in New York die Aktienkurse. Quelle: dapd

Börsenhändler checken an der New York Stock Exchange in New York die Aktienkurse.

New YorkKeine Panik – jedenfalls jetzt noch nicht: So lautet in der neuen Woche das Motto der New Yorker Anleger, denen noch die jüngsten Konjunktur-Hiobsbotschaften in den Knochen stecken. Der am Freitag veröffentlichte Arbeitsmarkt-Bericht für Mai deutet darauf hin, dass der weltgrößten Volkswirtschaft schon wieder die Puste ausgehen könnte.

„Die Märkte werden nervös sein“, sagt Mike Ryan von UBS Financial Services in New York. Die Anleger hielten nun Ausschau nach Hinweisen, dass die US-Wirtschaft nur eine Schwächephase durchläuft und nicht vor einem neuen Absturz steht. Der Wall Street dürften also angespannte Tage bevorstehen. Die meisten Fonds-Manager zeigen sich daher vorsichtig.

Oder sie glauben an die Gunst der Stunde: „Den jüngsten Rückgang und wohl auch weitere in den kommenden Monaten sehe ich als attraktive Einstiegsmöglichkeit für langfristig orientierte Anleger“, sagt etwa Natalie Trunow von Calvert Investment Management. „Wir hatten einen schmerzhaften Absturz und eine Krise, die wir schmerzhaft und Schritt für Schritt hinter uns lassen.“

In der neuen Woche stehen kaum marktbewegende Wirtschaftsdaten und Konzernbilanzen an. Gerade in diesem Vakuum könnten nervöse Anleger verstärkt Titel abstoßen und die Indizes weiter auf Talfahrt schicken. Zwar verbuchen die US-Aktien derzeit auf Jahressicht immer noch im Plus von fünf Prozent beim Dow Jones-Index der Standardwerte sowie von jeweils drei Prozent beim breiter gefassten S&P-500 und der Technologiebörse Nasdaq. Doch seit seinem jüngsten Hoch hat der S&P-500 längst wieder fünf Prozent verloren.

„Ist ein Rückgang um weitere fünf Prozent denkbar? Warum nicht?“, sagt Aktienstrategin Trunow. Schließlich drohe sich die Schuldenkrise in Europa auszubreiten. Andere Experten sehen auch die Gefahr, dass der gewaltsame Aufstand im Jemen auf Saudi-Arabien übergreift und zulasten der US-Verbraucher die Benzinpreise nach oben treibt. Pessimisten glauben daher nicht an eine reine Schwächephase, sondern befürchten schon den Rückfall in eine neue Rezession.

Vielen macht auch zu schaffen, dass die US-Notenbank (Fed) schon bald nicht mehr so stark die Konjunktur ankurbeln wird. Wenn die zweite Runde ihres Anleihenkaufprogramms zur Jahresmitte ausläuft, fehlt dem Markt eine wichtige Liquiditätsquelle. Immerhin hat die Maßnahme mit dazu beigetragen, den S&P-500 in den vergangenen acht Monaten bis Ende April um 30 Prozent in die Höhe zu treiben.

Am Freitag verabschiedete sich der Dow 0,8 Prozent tiefer auf 12.151 Punkten aus dem Handel. Der S&P verringerte sich um ein Prozent auf 1300 Zähler. Die Nasdaq verlor 1,5 Prozent auf 2732 Punkte. Im Wochenvergleich ergab sich für alle drei Indizes jeweils ein Abschlag von 2,3 Prozent.

Von

rtr

Kommentare (1)

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mono

06.06.2011, 05:39 Uhr

Die Seuche die Wall Street über die gebracht hat ist noch lange nicht überwunden.
Die Wetten in Höhe des zigtausendfachen dessen was die reale Wirtschaft zu leisten
vermag, müssen schliesslich aus der realen Welt bezahlt werden.

Solange die Politik es nicht schafft, das Mandat über Staatsdefizite und Währungsstabilität
zurückzugewinnen, sondern sich von dieses von der Finanzserviceindustrie aufoktroyieren
lässt, wird hier garnix besser.

In den USA wird das jedoch nicht passieren weil der US-Kongress mit Wall Street im Bett ist.

In Europa wird das nicht passieren, weil im EU Parlament die 3.klassigen Politiker sitzen,
in den nationalen Parlamenten die 2.klassigen, und die 1.klassigen Politiker natürlich
nicht in der Politik sind.

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