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26.02.2011

17:58 Uhr

Wall-Street-Ausblick

US-Börsen auf Libyens Öl fokussiert

Dämpft der steigende Ölpreis die Weltwirtschaft? US-Anleger schauen vor allem mit dieser Sorge gespannt auf die Lage im fernen Libyen. Kaum ein anderes Thema dürfte in der kommenden Woche die Märkte derart beschäftigen.

Im Blick: die Entwicklungen in Libyen. Quelle: dapd

Im Blick: die Entwicklungen in Libyen.

New YorkDie Wall Street bangt um Öl und Weltwirtschaft - ein Ausblick auf die US-Handelswoche.

Die Unruhen in Libyen und die damit verbundene Aufregung am Ölmarkt dürften in der kommenden Woche die vorherrschenden Themen an der Wall Street sein. Die Furcht der Anleger, dass steigende Energiepreise die weltweite Wirtschaftserholung dämpfen könnten, sorgte in den vergangenen Tagen bereits für Kursrückgänge. Der S&P 500 verzeichnete mit einem Minus von 1,7 Prozent die schlechteste Woche der letzten 15. Seit Anfang September hat der Index allerdings 25 Prozent zugelegt. Händler fragten sich, ob die Hoffnung auf eine Korrektur des überkauften Marktes damit bereits erfüllt wurde.

Eher nicht, sagte Leo Grohowski, Investment-Stratege bei BNY Mellon Wealth Management. „Wir hatten auf einen Rückgang von fünf Prozent gesetzt und den hat es nicht gegeben.“ Wegen der Unruhen in Nordafrika hielten sich Marktteilnehmer zudem zurück. Das führe zu einem geringeren Volumen, was wiederum die Volatität des Marktes erhöhe. Der Volatilitätsindex stieg diese Woche um 17 Prozent und erreichte in der Spitze sogar ein Plus von 30 Prozent.

Die gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen den Anhängern und Gegnern von Libyens Machthaber Muammar Gaddafi spielten eine große Rolle am Markt weil deshalb der Ölpreis rasant nach oben kletterte. Die Entwicklung kam am Freitag zum Stillstand nachdem Saudi-Arabien höhere Ölexporte in Aussicht stellte. Dennoch dürfte die weitere Entwicklung des Ölpreises auch in der kommenden Woche das Marktgeschehen bestimmen.

Daneben könnten noch der US-Arbeitsmarktbericht für Februar am Freitag und eine Rede von Fed-Chef Ben Bernanke am Dienstag eine Rolle am Markt spielen. Anleger hoffen auf Hinweise, dass der Aufwärtstrend der US-Wirtschaft anhält. Von Bernanke erwarten sie sich Aufschlüsse darüber, ab wann die Notenbank ihren lockeren geldpolitischen Kurs beenden könnte.

Von Unternehmensseite werden keine großen Impulse für den Markt erwartet, die Berichtssaison ist so gut wie vorbei. Von den größeren Unternehmen veröffentlichen lediglich noch der Einzelhändler Costco am Mittwoch sowie der Ketchup-Hersteller Heinz und der Softwarehersteller Novell am Donnerstag ihre Zwischenberichte.

Im Mittelpunkt könnte noch Apple stehen. Möglicherweise stellt der Computerhersteller am Mittwoch die zweite Generation des populären Tablet-Computer iPad vor. Der US-Konzern lud für den Tag zu einer „besonderen Veranstaltung“ ein. Unklar ist, ob Apple-Chef Steve Jobs daran teilnimmt. Er zog sich vor etwa einem Monat krankheitsbedingt aus dem operativen Tagesgeschäft zurück. Kaum ein anderer Firmenchef wird mit seinem Unternehmen so gleichgesetzt wie Jobs mit Apple. Der Markt verfolgt seine Auftritte deshalb sehr genau.

Von

rtr

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