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19.03.2011

16:54 Uhr

Wall-Street-Ausblick

US-Börsen erwartet eine Zitterwoche

Der Wall Street steht eine turbulente Woche bevor. Händler rechnen angesichts der Atomkatastrophe in Japan, der Aufstände im Nahen Osten sowie möglicher Eingriffe der Notenbanken mit heftigen Kursschwankungen.

Die Wall Street - Heimat der US-Börsen. Quelle: ap

Die Wall Street - Heimat der US-Börsen.

New YorkHändler rechnen angesichts der Atomkatastrophe in Japan, der Aufstände im Nahen Osten und Nordafrika sowie der Möglichkeit weiterer Eingriffe von Notenbanken am Devisenmarkt mit heftigen Kursschwankungen. „Der Markt wird derzeit extrem von den Nachrichten beherrscht. Investoren reagieren auf jede Schlagzeile, die sie sehen“, sagte Randy Frederick vom Schwab Center for Financial Research in Texas. Die plötzliche Zunahme der Ungewissheit habe zu einem Anstieg von Handelsgeschäften geführt, die stärker auf Emotionen als auf Fakten oder Fundamentaldaten basierten, sagten Investoren.

„In Anbetracht der Tatsache, wie die Märkte sich jüngst verhalten haben, wäre ich nicht überrascht so sehen, dass sich der S&P-500-Index bis zu anderthalb Prozent innerhalb weniger Stunden in beide Richtungen bewegt“, sagte Analyst Ryan Detrick von Schaeffer's Investment Research. Die hohe Volatilität hatte am Mittwoch dazu geführt, dass der S&P seine in diesem Jahr erzielten Kursgewinne abgab und dann am Donnerstag wieder ein Prozent zulegte. Zur Wochenmitte war der Volatilitätsindex VIX, das sogenannte Angstbarometer, aus Furcht vor einem Super-Gau in Japan knapp 30 Prozent in die Höhe geschnellt. Der Index wird von Händlern verwendet, um das Risiko im Markt zu beurteilen.

Den Börsianern fehle derzeit die Expertise, die Entwicklungen in Japan und Nordafrika einzuschätzen, sagte BlackRock-Investmentstrategie Russ Koesterich. „Es ist schwer zu sagen, wie schlimm die Situation in Japan wird, oder inwieweit sich der Nahe Osten stabilisiert. Das erhöht das Risiko einer Talfahrt“, fügte er hinzu. Einige Marktteilnehmer halten die derzeitige Unsicherheit für dramatischer als zum Höhepunkt auf der Finanzkrise 2008 oder bei dem massiven Kurseinbruch an der Wall Street von über zehn Prozent im vergangenen Mai.

Zu den wichtigsten Konjunkturdaten, die in dieser Woche veröffentlicht werden, zählen der Verkauf bestehender Eigenheime am Montag und die Neubauverkäufe am Mittwoch. Am Donnerstag warten die Börsianer dann auf den Auftrageingang für langlebige Konsumgüter und die Anträge auf Arbeitslosenhilfe. Am Freitag steht das Bruttoinlandsprodukt zur Veröffentlichung an.

Die Hoffung auf ein Ende der Kämpfe im Ölförderland Libyen hatte die US-Börsen am Freitag gestützt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg bis zum Schluss 0,7 Prozent auf 11.858 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 kletterte um 0,4 Prozent auf 1.279 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte 0,3 Prozent auf 2.643 Stellen zu. Im Wochenvergleich gab der Dow 1,5 Prozent, der S&P um 1,9 Prozent und der Nasdaq um 2,6 Prozent nach. „Der Aktienmarkt ist in der zurückliegenden Woche zusammengebrochen und unter Unstützungsmarken gefallen. Die technischen Indikatoren sehen düster aus“, sagte Larry McMillan, Präsident von McMillan Analysis Corp.

Von

rtr

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