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18.01.2009

10:24 Uhr

Wall-Street-Ausblick

US-Börsen: Ungewissheit vor Bilanzflut

Der Wall Street steht eine kurze, aber hefitge Handelswoche bevor. Aufgrund eines Feiertags starten die US-Börsen erst am Dienstag – parallel zur Amtseinführung Barack Obamas. Auf dessen Programm zur Bekämpfung der Rezession warten Wirtschaft und Politik gleichermaßen gespannt. Stürmisch dürfte es angesichts der anstehenden Quartalszahlen werden.

Experten wagen es derzeit nicht, genaue Prognosen zur Marktentwicklung abzugeben - aus vielerlei Gründen. Foto: Reuters Reuters

Experten wagen es derzeit nicht, genaue Prognosen zur Marktentwicklung abzugeben - aus vielerlei Gründen. Foto: Reuters

HB NEW YORK. Den US-Börsen steht inmitten der Rezession eine verkürzte Handelswoche mit dem Amtsantritt von Barack Obama und einer Flut an Quartalszahlen bevor. Wo die Börsen am kommenden Freitagabend stehen werden, wagt indes kaum jemand vorherzusagen. Zu überraschend fielen schon in der vergangenen Woche wieder Quartalszahlen und Konjunkturdaten und die Kursreaktionen darauf aus.

Am Montag ist noch Ruhe vor dem Sturm - der Feiertag Martin Luther King Jr. Day steht an. Am Dienstag dann wird Obama ins Präsidentenamt eingeführt. Experten rechnen zwar nicht damit, dass er gleich in der Antrittsrede alle seine Pläne präsentiert, wie die Wirtschaft wiederbelebt und das Vertrauen in Banken wiederhergestellt werden sollen. „In den Tagen darauf wollen die Leute dann aber schon hören, was anders werden soll“, sagt Tim Ghriskey, Investment-Chef bei Solaris Asset Management. „Die wichtigste Frage ist, was die Regierung tun wird und ob sie schnell handelt.“

Vor allem die Pläne zur Bankenrettung werden genau verfolgt werden. Zuletzt rückten Sorgen über steigende Verluste bei der Citigroup und der Bank of America die Stimmung. Daneben werden Anleger die zahlreichen Quartalszahlen vor allem mit Blick darauf studieren, ob sich Hinweise auf ein Ende der wirtschaftlichen Talfahrt ablesen lassen.

Zu den Firmen, die ihre Zahlen vorlegen, gehören IBM, Microsoft, Johnson & Johnson, United Technologies, General Electric, Google und Apple. Erhebungen von ThomsonReuters Research weisen auf Gewinnrückgänge in der Größenordnung von 20 Prozent hin, was das sechste Quartal in Folge mit Abschwächungen bedeuten würde.

Einige Experten gehen davon aus, dass Hinweise der Firmen auf eine Verschärfung der Lage zu weiteren Kursrückgängen an den Börsen führen werden. Andere gehen davon aus, dass der Markt kaum noch reagieren wird. „Die Nachrichten sind schon seit so langer Zeit so schlecht, dass die längst in den Kursen eingepreist sind“, sagt etwa Terry Morris, Vizepräsident von der National Penn Investors Trust Company. „Der Pessimismus hat an den Punkt geführt, an dem schlechte Nachrichten vom Tisch gewischt werden und der Markt damit beginnt, nach vorn zu schauen.“

Eher gering ist die Zahl der wichtigen Konjunkturdaten, die in der kommenden Woche veröffentlicht werden. Am Donnerstag werden die wöchentlichen Arbeitsmarktzahlen und auch die Zahlen zum Baubeginn neuer Häuser vorgelegt. Dabei könnte die Situation eintreten, dass die Anleger selbst einen normalerweise negativ zu bewertenden Rückgang der Baubeginne positiv bewerten, weil eine solche Entwicklung als hilfreich angesehen werden könnte, den inzwischen aufgestauten Überhang an nicht verkauften Eigenheimen abzubauen.

Am Freitag hatte der Dow-Jones-Index 0,8 Prozent höher bei 8281 Punkten geschlossen. Auch der breiter gefasste S&P-500 stieg um 0,8 Prozent auf 850 Zähler, der Index der Technologiebörse Nasdaq 1,2 Prozent auf 1529 Stellen. Für den Wochenverlauf ergab sich ein Minus von 5,6 Prozent beim Dow, von 5,9 Prozent beim S&P und von drei Prozent beim Nasdaq-Index. In Frankfurt erholte sich der Dax von seiner siebentägigen Verlustserie und ging 0,7 Prozent fester bei 4366 Punkten ins Wochenende.

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