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07.01.2012

14:28 Uhr

Wall-Street-Ausblick

US-Börsianer wappnen sich für die Berichtssaison

Die US-Börsianer verdrängen vorerst die EU-Schuldenkrise - und konzentrieren sich kommende Woche auf die anstehende Berichtssaison. Insbesondere die Zahlen des Aluminium-Herstellers Alcao werden mit Sorge erwartet.

US-Anleger blicken mit Spannung auf die anstehende Berichtssaison. dapd

US-Anleger blicken mit Spannung auf die anstehende Berichtssaison.

New YorkDer Fokus der Investoren an der Wall Street richtet sich in der kommenden Woche auf die beginnende Berichtsaison und lässt damit die Euro-Schuldenkrise vorerst in den Hintergrund rücken. Den Startschuss gibt am Montag nach Börsenschluss der Aluminium-Hersteller Alcoa. Am Freitag stellt die Bank JPMorgan Chase ihre Zahlen vor. „Ich denke, dass wir uns in diesem Monat den Euro-Entwicklungen lösen können und sich der Markt stattdessen nach den US-Fundamentaldaten richten wird“, sagt Fred Dickson, Chefanalyst bei D.A. Davidson & Co. 

Zwar sind Auswirkungen der Euro-Schuldenkrise auf den Absatz von US-Unternehmen im Ausland ein Thema, jedoch rückt der Aufwärtstrend in der US-Wirtschaft nun in den Vordergrund. Allerdings warnen Experten vor zu großen Erwartungen. „Wir brauchen wirklich gute Nachrichten von den Bilanzen, um alle drei wichtigen Indizes über ihre bisherige Bandbreite zu heben“, sagt Dickson. Sie stießen an Widerstände, und um diese zu überwinden, benötige man grundsätzliche Neuigkeiten. So blieb der breit gefasste S&P-500-Index über das Jahr 2011 praktisch unverändert. 

Ob dieser Impuls von Alcoa kommen kann, wird von Investoren bezweifelt. Der Kurswert des größten US-Herstellers von Aluminium ist seit April um die Hälfte gesunken. Zuletzt kündigte der von dem ehemaligen Siemens -Chef Klaus Kleinfeld geleitete Konzern an, Werke im US-Bundesstaat Tennessee schließen und die Produktion in Texas zurückfahren zu wollen. Der Rivale des russischen Weltmarktführers Rusal hat laut Analysten zunehmend mit der Konkurrenz aus China zu kämpfen. „Es gibt keinen Zweifel, dass die Entwicklung in China weiter einen Einfluss auf den Markt von Alcoa haben wird“, sagt der Analyst Charles Bradford von Bradford Research in New York. Die Zahlen von Alcoa gelten als wichtiger Indikator für die Konjunktur, da das Leichtmetall für die Automobil- und Luftfahrtindustrie sowie Verpackungen wichtig ist. 

Ganz vergessen können die US-Börsianer Europa aber auch in der Berichtssaison nicht: Die Auktionen italienischer Anleihen am Donnerstag und Freitag werden auch Anleger an der Wall Street aufmerksam verfolgen. Das Land muss in den kommenden Monaten auslaufende Bonds im Volumen von mehreren Hundert Milliarden Euro refinanzieren. Bereits am Montag treffen sich Kanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Nicolas Sarkozy in Berlin, um über die Schuldenkrise zu sprechen.

Von

rtr

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