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19.11.2011

12:16 Uhr

Wall Street Ausblick

Vage Hoffnung auf Jahresend-Rally

Sollte in Washington der Durchbruch bezüglich des US-Sparkurses gelingen und sollten in Europa Fortschritte erzielt werden, sehen Experten das Potenzial für echte Partystimmung an der Börse. Doch die Hoffnung ist vage.

An der Wall Street gibt es vage Hoffnung auf eine US-Börsen-Rally vor Thanksgiving. dapd

An der Wall Street gibt es vage Hoffnung auf eine US-Börsen-Rally vor Thanksgiving.

New YorkNervosität einerseits und Hoffnung auf ein rauschendes Fest andererseits - die typische Stimmung vor wichtigen Feiertagen könnte sich in der kommenden Woche auch unter den US-Anlegern durchsetzen. Der Handel dürfte im Vorfeld des amerikanischen Thanksgiving-Fests am Donnerstag, an dem die Börse geschlossen bleibt, dünn und von heftigen Ausschlägen geprägt sein. Dabei blicken die Börsianer einerseits weiter gespannt auf Europas Schuldenkrise. Andererseits erregt auch der künftige Sparkurs der USA die Gemüter - durchaus positiv. Denn wenn die Politiker in Washington einen Durchbruch schaffen und wenn in Europa Fortschritte erzielt werden sollten, sehen Experten das Potenzial für echte Partystimmung. Wenn...

Das seien natürlich nicht leicht erfüllbare Voraussetzungen, räumt Aktienhandels-Manager Randy Frederick von Schwab ein. Im Haushaltsstreit der USA muss das sogenannte Super-Komitee bis Mittwoch entscheiden, wo die hoch verschuldete Wirtschaftsmacht den Rotstift ansetzen soll. Sollten die Abgeordneten tatsächlich mit einem überzeugenden Plan zur Defizitverringerung aufwarten können und sollte sich die Lage im ebenfalls schuldengeplagten Europa merklich entspannen, dann stehen die Zeichen auf Kursgewinne. „Das könnte den Weg ebnen für eine Jahresend-Rally, die selbst die optimistischsten Händler überrascht“, sagt Frederick.

Doch die Euro-Schuldenkrise hält die Wall Street immer noch schwer in Atem. Wenn sich Länder wie in der vergangenen Woche auch Spanien und Frankreich zu immer höheren Kosten frisches Geld besorgen müssen, schrillen auch bei den US-Anlegern die Alarmglocken. Als sich am Freitag die Lage wieder entspannte, machten Dow Jones und S&P 500 prompt Boden gut. Auf Wochensicht verlor der Dow aber 2,9 Prozent, der S&P 3,8 und die Nasdaq sogar vier Prozent.

Mit dem wohl anstehenden Regierungswechsel nach der Wahl in Spanien am Sonntag setzen die Anleger auf willkommene Sparanstrengungen in dem südlichen Euro-Land. Doch gleichzeitig blicken einige amerikanischen Investoren bereits auf einen neuen Unsicherheitsfaktor. „In den vergangenen Tagen ist der Markt für Bundesanleihen ins Visier geraten“, sagt Chuck Retzky, Chef der Future-Abteilung von Mizuho Securities USA. Asiatische
Investoren hätten sich von ihren Anlagen getrennt. Der Markt für deutsche Staatsanleihen gelte schließlich als einer der sichersten Häfen für Anleger weltweit. „Wenn der einen Knacks bekommt und der Verkaufsdruck anhält, werden die Leute einen ähnlichen Ausverkauf bei US-Staatsanleihen befürchten.“

Bis zum amerikanischen Erntedankfest haben die Anleger die Gelegenheit, gleich eine Reihe von Konjunkturdaten nach Hinweisen auf den Zustand der US-Wirtschaft zu durchforsten: am Montag der Verkauf bestehender Eigenheime im Oktober, am Dienstag die vorläufigen Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal und am Mittwoch unter anderem die viel beachteten Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe.

Von

rtr

Kommentare (6)

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DasDickeEnde

19.11.2011, 12:55 Uhr

Wir sind wie ein Alkoholkranker. Der bekommt qualvolle Entzugserscheinungen, wenn man ihm den Alkohol entzieht. Würden die Zentralbanken die Zinsen stark erhöhen und die Geldschöpfung plötzlich bremsen, würde es uns ähnlich ergehen. Das System würde kollabieren. Deshalb sieht sich die Zentralbank gezwungen, immer mehr Geld bereitzustellen. Das aber macht das System noch krisenanfälliger. Ein Teufelskreis. Es werden sich weitere Blasen bilden, die irgendwann platzen und großen Schaden anrichten.Uns muss klar sein, dass viele Werte am Finanzmarkt fiktiv sind. Es sind Luftbuchungen, die an den Märkten gehandelt werden, die aber keinen realen Gegenwert besitzen. Wenn das Geld plötzlich weg ist, staunen die Leute: Wer hat denn jetzt mein Geld? Die Antwort ist: niemand. Es war ja nie wirklich da. Das ganze Dilemma, warum die Deutschen soviel Tages-,Festgeld, Bankanleihen, Bundeswertpapiere, Lebensversicherungen etc. halten ist der hartnäckige Glaube, dass die Bank und der Staat "Dein Freund" sind. Das wurde den Deutschen ja auch jahrzehntelang vorgegaukelt. Leider ist es aber so, dass man, wenn man Leute vom Gegenteil überzeugen will, nur müde belächelt, oder gar als gefährlicher Anarchist oder bedauernswerter Spinner dargestellt wird. Die Geldmengenvermehrung ist der Weg des kleinsten Widerstandes für Demokratien. Geldvermehrung ist eine Enteignung wehrt euch dagegen indem ihr Gold und Silber benutzt !!!

Anleger

19.11.2011, 13:21 Uhr

Im Moment sieht es doch ganz danach aus, dass die Börsenwerte der deutschen Unternehmen weit unter deren tatsächlichem Wert gehandelt werden aus der Angst heraus, was die Zukunft bringt. Gold und Silber sind ebenso spekulativ wie alle anderen börsengehandelten Anlagen, wie wir erst letzte Woche gesehen haben:
wird gekauft, steigt der Kurs, wird verkauft, fällt er.
Mehe Geheimnisse gibts doch gar nicht.

keinepanik

19.11.2011, 16:06 Uhr

Wenn ich sehe, wie sich teilweise an Strohhalmen festgeklammert wird und auf kleinste Nachrichten in übertriebenem Maße reagiert wird, weiß ich nicht, ob ich den Kopf schütteln oder wütend werden soll. Leider machen die meisten Anleger dabei auch noch mit. Sollte jemals die komplette EURO-Zone in einen nicht umzukehrenden Abwärtsstrudel geraten, wird es völlig Wurscht sein, in welcher Region der Welt oder in welcher Währung man investiert ist. Dazu wird es nicht kommen. "Schuldenkrise" wird auf jeden Fall das Unwort des Jahres.

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