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18.08.2012

18:47 Uhr

Wall-Street-Ausblick

Warten auf den September der Entscheidungen

Die kommende Woche an der Wall Street verspricht ruhig zu werden. Alles wartet auf den „September der Entscheidungen“. Und: Die Berichtssaison läuft aus. Technische Impulse dürften das Geschehen bestimmen.

Händler an der Wall Street: Abwarten und Kurse checken. dapd

Händler an der Wall Street: Abwarten und Kurse checken.

New YorkVor dem „September der Entscheidungen“ mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts über die Rechtmäßigkeit des Rettungsschirms ESM und dem Treffen der Euro-Finanzminister werden sich die Aktienmärkte kaum bewegen. Marktteilnehmer gehen davon aus, das technische Impulse das Marktgeschehen bestimmen dürften. In der abgelaufenen Woche schloss der breiter gefasste S&P-500 mit 1.418 Zählern nahezu auf einem Niveau, welches der Index zuletzt vor der Finanzkrise im Juni 2008 erreicht hatte. Da die Marke von 1.400 Punkten mehrere Tage nicht unterschritten wurde, hat dieses Niveau nach Einschätzung von Analyst Frank Cappelleri nun technische Unterstützung bekommen.

Eine bis dato blasse Bilanzsaison dürfte kaum noch für Bewegung am Markt sorgen. Das Protokoll der US-Notenbank Federal Reserve, das am Mittwoch veröffentlicht wird, wird damit den Höhepunkt einer ansonsten nachrichtenarmen Woche bilden. "Die Fed-Minutes sind nützlich, da sie der Diskussion etwas Futter geben", sagte Portfolio-Manager Lawrence Creatura von Federated Clover Investment Advisors. Der Bericht könnte somit Impulse geben. Klarheit über weitere Konjunkturhilfen erwarten sich Anleger dann von der Konferenz der Zentralbanken in Jackson Hole Ende des Monats.

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Bezeichnend für den August sind die niedrigen Umsätze - auch ein Zeichen für die Schwäche der jüngsten Rally. Die vergangene Woche zählte zwei Tage mit den niedrigsten Volumina in diesem Jahr. "Bis zum Labour Day am 3. September in den USA werden die Umsätze niedrig bleiben", sagte Jörg Rahn von der Privatbank Marcard, Stein & Co. Legt man den Volatilitätsindex der Wall Street VIX zugrunde, brauchen sich die Investoren keine Sorgen zu machen. Der Angst-Index schloss am Freitag auf dem niedrigsten Stand seit mehr als fünf Jahren.

Die Berichtssaison läuft langsam aus. Die meisten internationalen US-Konzerne habe bereits Einblick ins abgelaufene Quartal gegeben, trotzdem präsentieren in der kommenden Woche noch mehr als die Hälfte der im S&P notierten Unternehmen ihren Geschäftsbericht. Höhepunkte dürften die Zahlen von Dell und Best Buy am Dienstag sowie Hewlett Packard am Mittwoch darstellen.

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln

Eigene Strategie festlegen

Gegen die größer werdenden Unwägbarkeiten sollte man sich zuallererst mit einer Strategie wappnen: Wer an kräftiges Wachstum in Deutschland glaubt, an einen anhaltenden Boom der Schwellenländer und hohen privaten Konsum, kann weiter am Aktienmarkt investieren. Wer skeptisch ist, sollte seine Bestände hingegen nicht aufstocken.

Widerstandskraft zeigen

Eng verbunden mit der ersten Regel: Immer wieder kommt es vor, dass sich Dinge anders entwickeln, als man erwartet hat. Es ist wichtig, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und nicht jeder Entwicklung hinterherzulaufen. Eine solche Reaktion zeugt nicht von einem geringen Vertrauen in die eigene Strategie. Es kostet meist auch Geld, weil die Masse schon vorher diese Richtung eingeschlagen und das Gros an Rendite eingefahren hat.

Richtig mischen

Groß oder klein, spekulativ oder konservativ, liquide oder illiquide, dividendenstark oder dividendenschwach, Substanz oder Wachstum: Bei Aktien ist die Auswahl riesig. Der richtige Mix aus spekulativen und konservativen Titeln hilft, Schwankungen zwischen guten und schlechten Zeiten auszugleichen. Nicht zu unterschätzen sind starke Dividendenzahler, die Jahr für Jahr den Grundstock für eine solide Rendite legen.

Barrieren einbauen

Keine Frage, die Börsen haben in den vergangenen zehn Jahren stärker geschwankt als in allen Dekaden zuvor. Das wird so bleiben, mit wachsendem Computerhandel sogar noch zunehmen. Wer sein Risiko minimieren will, baut Barrieren ein – sogenannte Stopps. Gerne werden Stopps bei 20 Prozent über und unterhalb des aktuellen Kurses gewählt. Dann wird automatisch verkauft, wenn diese Grenzen erreicht sind. Kommt eine Phase überraschend steigender Kurse mit anhaltendem Aufwärtstrend, lässt sich die Barriere leicht nach oben verschieben. Wichtig ist dann, auch die Barriere am unteren Ende nachzuziehen.

Herdentrieb beobachten

Wichtig in Phasen überraschender Kurssteigerungen oder -stürze ist es, das Verhalten der Masse zu beobachten. Ist es noch nachvollziehbar oder völlig irrational? Häufig ist es irrational. Dann hilft meist die zweite Regel: Widerstandskraft zeigen. Nach einigen Monaten kehrt die Rationalität von ganz allein zurück. Der Kurssturz aus dem vergangenen Jahr und die jüngste Entwicklung beweisen das gerade wieder.

Risiko rausnehmen

Sind Aktien wie seit Jahresbeginn schon um 30, 40 oder gar 50 Prozent gestiegen, dann sind Anschlussgewinne in der Regel nur noch schwer zu erzielen. Phrasenverdächtig ist zwar die alte Weisheit: „An Gewinnmitnahmen ist noch niemand zugrunde gegangen.“ Richtig ist sie trotzdem.

Insidern folgen

Firmenchefs haben einen gewaltigen Vorteil gegenüber normalen Aktionären. Sie wissen weit mehr als jeder Analyst oder Kommentator, wie es in ihrem Unternehmen aussieht. Insider nennt man sie deshalb. Sie melden ihre Orders innerhalb von fünf Handelstagen an die Börsenaufsicht Bafin. Das Handelsblatt veröffentlicht alle zwei Wochen das sogenannte Insider-Barometer, das aus der Summe aller Kauf- und Verkaufsorders Schlüsse für den weiteren Verlauf in Dax & Co. zieht. Jüngste Tendenz: Vorstände und Aufsichtsräte verkaufen mehr als sie kaufen. Vorsicht also!

Geopolitische Ereignisse beachten

Terroranschläge und Naturkatastrophen kommen unerwartet. Politische Konflikte wie zwischen Israel und dem Iran schwelen meist länger. Auch entscheidende Wahlen sind vorhersehbar und haben immer Einfluss auf die Börse. Dabei gilt generell: Wahljahre sind gute Börsenjahre.

Auf reale Werte setzen

Mit Optionsscheinen oder Bonus-Zertifikaten lässt sich zwar aus einem Aufwärtstrend ein noch größerer Profit schlagen. Dies sind jedoch in der Regel Wetten ohne realen Hintergrund. Aktien sind reale Werte.

Moden misstrauen

Vor allem Aktien einzelner Branchen unterliegen immer wieder gewissen Moden. Doch die wechseln wie im realen Leben, und manchmal geht das schneller, als man denkt. Das bekommt gerade die einst angesehene Solarenergie-Branche bitter zu spüren.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

18.08.2012, 23:58 Uhr

Wenn USA Geld druckt, druckt und druckt, danach noch mehr druckt, bis die Druckmaschinen nicht mehr ordentlich zu drucken fähig dazu sind, und wenn dann eZB dann auch druckt und druckt, bis auch die EU Druckmaschinen rauchen, dann ist es höchste zeit, eine kleine Pause zu beantragen...
Und wann bekommt der Deutsche Bürger eine Druckmaschine?

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