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12.10.2011

22:39 Uhr

Wall Street

Aussicht auf slowakisches Ja zu EFSF stützt US-Börsen

Die Aussicht auf ein mögliches Ja der slowakischen Opposition zum EFSF hat den US-Börsen am Mittwoch Gewinne beschert. Im Fokus der Anleger standen die Aktien des Unternehmens PepsiCo und des Aluminiumhersteller Alcoa.

New York Stock Exchange. Reuters

New York Stock Exchange.

New YorkDie Aussicht auf eine Zustimmung der Slowakei zur Erweiterung des Euro-Rettungsschirm EFSF hat die Wall Street am Mittwoch zuversichtlich gestimmt. Wie an den europäischen Börsen machten sich auch die Anleger in New York Hoffnung, dass die Abgeordneten in Bratislava nach dem ersten Nein in einer zweiten Abstimmung bald doch noch grünes Licht geben. Wenn die Slowakei als letztes der 17 Euro-Staaten zustimmt, wäre der Weg für den Fonds frei. „Momentan wirkt es so, als ob die Europäer die Krise eindämmen könnten“, sagte Frank Lesh, Analyst bei FuturePath Trading LLC.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging mit einem Plus von 0,9 Prozent bei 11.518 Punkten aus dem Handel. Im Verlauf pendelte er zwischen 11.417 und 11.625 Zählen. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1207 Punkten, ein Plus von 1 Prozent. Damit durchbrach er erstmals seit drei Wochen wieder die 1200-Punkte-Marke.

Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,8 Prozent und notierte am Ende des Handelstag bei 2604 Punkten. In Frankfurt ging der Deutsche Aktienindex (Dax) mit einem Plus von 2,2 Prozent bei 5994 Punkten aus dem Handel. Profiteure der guten Nachrichten aus Europa waren wieder einmal die Finanztitel. Papiere der Citibank legten um fünf Prozent zu, Aktien der Bank of Amerika gewannen 3,3 Prozent.

Die Anteilsscheine von PepsiCo legten 2,9 Prozent zu, nachdem der Getränkekonzern bessere Quartalsergebnisse als prognostiziert vorgelegt und seine Jahresprognose bekräftigt hatte. Im Fokus der Anleger standen auch die Aktien des größten amerikanischen Aluminiumherstellers Alcoa , die allerdings 2,4 Prozent verloren. Der Konzern, der vom ehemaligen Siemens-Chef Klaus Kleinfeld geleitet wird, hatte am Dienstag nach Börsenschluss einen Gewinnrückgang im dritten Quartal gegenüber den Vormonaten bekanntgegeben und verfehlte die bereits nach unten geschraubten Erwartungen der Analysten. „Für die Investoren war es eine schlechte Nachricht, dass der Konzern ganz klar die Folgen eines verlangsamten Wachstums spürt“, sagte ein Händler. „Wer auf eine Ermutigung zum Auftakt der US-Berichtssaison gehofft hat, ging leer aus.“

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Einen kräftigen Gewinnsprung von 34 Prozent machte dagegen das Papier des Bekleidungsherstellers Liz Claiborne . Das Unternehmen kündigte an, zwei seiner Marken, unter anderem die namensgebende Linie Liz Claiborne, für 267 Millionen Dollar an J.C. Penney zu veräußern. Das Modehaus konnte seine Schulden dank des Deals und bereits abgeschlossenen Verkäufen um fast zwei Drittel reduzieren und will sich nach einer Umbenennung auf seine drei verbleibenden Marken konzentrieren.

Die Veröffentlichung der Protokolle des Offenmarktausschusses der US-Notenbank war mit Spannung erwartet worden, hatte auf die Märkte aber keine großen Auswirkungen . An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,06 Milliarden Aktien den Besitzer. 2413 Werte legten zu, 598 gaben nach und 67 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,99 Milliarden Aktien 1863 im Plus, 681 im Minus und 110 unverändert.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Kritiker

13.10.2011, 00:13 Uhr

1.) Die Slowakei wird nun mit den Stimmen der Opposition dem EFSF zustimmen und die Politiker in der EU werden dieses wieder als großen politischen Erfolg feiern. Gemeinsam für ein starkes Europa und einen starken Euro, so wird man das proklammieren, nachdem nun alle EU-Staaten dem EFSF zugestimmt haben.

Für mich zeigt sich da aber ein ganz anderes Bild. Man muss die Entscheidung der Slowakei wohl ganz anders interpretieren - oder nicht ???

Für mich ist die Entscheidung der Slovakei keineswegs ein politischer Erfolg. Ganz im Gegenteil - es ist eine der unrühmlichsten Entscheidungen, die je ein Staat bzw. deren Politiker getroffen haben. Es wirft, zumindest für mich, wieder ein schlechtes Licht auf die Politiker insgesamt.

Kritiker

13.10.2011, 00:14 Uhr

2.) Zuerst stimmten die Abgeordneten der Opposition gegen den EFSF. Nun muss man sich fragen, nach welchen Kriterien Abgeordnete da abgesstimmt haben. Die Politiker sollten ihrem Gewissen unterworfen sein und zum Wohle des Volkes handeln. Als sie beim ersten Mal mit "NEIN" stimmten - woran haben sie da ihre Entscheidung festgemacht ???? Das sollte sich jeder nun mal fragen.

Es zeigt, dass den Politikern der EFSF vollkommen gleichgültig war. Denn warum stimmen sie dann nach 2-3 Tagen nun für den EFSF, nachdem sie zuvor dagegen gestimmt haben ???. Den Abgeordneten ging es nur darum, die Regierungsparteien zu stürzen, das war ihr Ziel sonst nichts !!! Nun, da sie selbst eine Option auf die Regierungsbildung haben stimmen sie plötzlich mit ja !!!

Das zeigt doch nur, dass sich wieder einmal bestätigt hat, was alle denken. Die Politiekr handeln nur aus Machthunger !!! Wie kann ich aus Überzeugung erst mit nein stimmen und dann drei Tage später nun mit ja stimmen.

Das hat mit politischer Verantwortung, Überzeugung und Handeln zum Wohl des eigenen Volkes gar nichts zu tun.
Die Politiker haben sich in außerordentlichem Maße wieder mal selbst beschädigt. Sie wieder einmal haben gezeigt, dass es nur um Macht und persönlichen Erfolg geht. So sollte man die slowakische Abstimmung interpretieren.

Kritker

13.10.2011, 00:28 Uhr

Und die Medien hinterfragen das nicht einmal ????? Niemand der "freien" Presse stellt hier mal kritische Fragen oder kommentiert das Abstimmungsverhalten.

Die angebliche 4. Macht im Staat ist ist mittlerweile oft auch nur Sprachrohr der verfehlten EU-Politik !!

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