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28.01.2005

18:30 Uhr

Wall Street belastet

Dax geht zum Wochenende die Puste aus

Nervosität vor den neuen US-Konjunkturdaten und den Wahlen im Irak sowie Skepsis über den weiteren Verlauf der Bilanzsaison haben den deutschen Aktienmarkt am Freitag belastet.

HB FRANKFURT. Der Deutsche Aktienindex fiel um 0,3 % auf 4201,81 Zähler und folgte damit dem Trend an der Wall Street. Händler sagten, die überraschende Übernahme von Gillette durch Procter & Gamble habe nur vorüberhegend für Fusionsphantasie gesorgt. Auch die gute Aufnahme der Zwischenergebnisse von Microsoft habe nicht über die Skepsis hinsichtlich der weiteren Entwicklung der weltgrößten Volkswirtschaft hinwegtäuschen können. So fielen die US-Wachstumszahlen für das vierte Quartal schwächer als erwartet aus. Selbst die Entspannung an den Ölmärkten konnte nur einzelnen Werten Auftrieb geben.

„Die Earnings-Saison hat schlecht angefangen, ist dann zwar besser geworden, aber die Skepsis überwiegt im Moment noch.“ Im Schlussgeschäft stellten einige Investoren unter dem Eindruck fallender Kurse an der Wall Street ihre Positionen glatt, so dass der Dax zeitweise sogar bis auf 4188 Punkte einbrach, ehe er sich in der Schlussauktion knapp über die 4200er Marke retten konnte. Unsicherheit gehe auch von der Lage im Nahen Osten aus, wo im Irak am Sonntag gewählt wird, sagten Händler.

In der nächsten Woche könnten neue Impulse von der Zinsentscheidung der US-Notenbank (Fed) ausgehen. Unter den Dax-Werten wird am Donnerstag die Deutsche Bank nach Analysteneinschätzungen angesichts angekündigter Restrukturierungskosten in Millionen-Höhe einen Gewinneinbruch für das Quartal ausweisen.

Von der Fusionsphantasie konnten die Aktien von Henkel im Dax und Beiersdorf im MDax nur zeitweise profitieren. Zum Handelsschluss notierten beide Werte unter ihren Tageshöchstständen. Händler begründeten dies mit Spekulationen, dass der dann weltgrößte Konsumgüterkonzern über einen Preiskrieg Druck auf die Margen ausüben könnte. Die Henkel-Aktien schlossen mit einem Minus von 0,15 %, die Beiersdorf-Titel mit einem Plus von 0,8 %.

Auch Infineon, SAP und Siemens konnten kaum von der guten Aufnahme des Zwischenberichts von Microsoft profitieren. Die Aktien von Siemens beendeten den Handel mit einem Minus von 3,5 % auf 61,40 €. Selbst unter Berücksichtigung des Dividendenabschlags von knapp zwei Prozent gab die Aktie nach, was Händler auf Gewinnmitnahmen und eine Verkaufsempfehlung der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) zurückführten.

Auf der Gewinnerseite im Dax standen indessen die Aktien der Lufthansa und TUI, die sich um 1,4 % beziehungsweise 0,3 % verteuerten. „Diese beiden Werte profitieren vom fallenden Ölpreis“, spielte ein Händler auf den Rückgang der Ölpreise am Terminmarkt an. „Bei der Lufthansa wirkt sich daneben noch die angekündigte Kapazitätsausweitung positiv aus“, erklärte ein Händler.

Mit Enttäuschung reagierten die Anleger auf die Halbjahresbilanz von Porsche. Die Vorzüge, die in keinem Index notiert sind, fielen um 2,2 % auf 500,50 €.

Zu den überdurchschnittlichen Gewinnern im Dax zählten mit einem Plus von knapp einem Prozent auf 24,94 € die Bayer-Aktien. Händler verwiesen auf die an der Börse positiv aufgenommene Abspaltung der neuen Chemiegesellschaft Lanxess, die am Freitag rechtlich wirksam wurde. Die Aktien, die am Montag an die Börse gebracht werden, gaben im außerbörslichen Handel nach.

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