Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.11.2011

22:47 Uhr

Wall Street Bericht

Entwicklung in Italien bringt steigende Kurse

An der Wall Street herrschte Erleichterung als die Zinsen für italienische Staatspapiere fielen. Positive Konjunkturdaten verbreiten ebenfalls Zuversicht. Allerdings grassiert noch die Furcht am Markt.

An der Wall Street werden die Entwicklungen in Europa positiv bewertet. AFP

An der Wall Street werden die Entwicklungen in Europa positiv bewertet.

New YorkDie Aussicht auf eine italienische Regierung unter dem angesehenen ehemaligen EU-Kommissar Mario Monti hat die Renditen italienischer Staatsanleihen gedrückt und damit auch an der Wall Street für steigende Kurse gesorgt. Auch Konjunkturdaten ermunterten die Anleger zum Kauf von Aktien.

Die Gewinne blieben jedoch moderat, weil weiterhin die Furcht am Markt grassierte, dass der italienische Schuldenberg angesichts der noch immer vergleichsweise hohen Zinsen auf Dauer nicht tragbar sein wird. Für Unruhe sorgte zudem die irrtümliche Herabstufung der französischen Kreditwürdigkeit durch die Rating-Agentur Standard & Poor's durch einen „technischen Fehler“.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte 1,0 Prozent zu auf 11.893 Punkte, nachdem er im Handelsverlauf zwischen 11.779 und 11.961 Punkten geschwankt hatte. Der breiter gefasste S&P-500 stieg 0,9 Prozent auf 1239 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,1 Prozent auf 2625 Punkte. In Frankfurt verabschiedete sich der Dax mit einem Plus von 0,7 Prozent bei 5867 Zählern.

Die Renditen italienischer Bonds fielen auf unter sieben Prozent. Dazu trugen nach Angaben von Händlern verstärkte Käufe der Europäischen Zentralbank bei sowie der unerwartet reibungslose Verkauf neuer italienischer Schuldenpapiere. Am Vortag waren die Renditen auf den höchsten Stand seit der Einführung des Euro 1999 gestiegen und hatten den US-Börsen den schlechtesten Tag sei Mitte August eingebrockt. „Es dreht sich wieder einmal alles um Europa“, sagte Peter Jankovskis, Investmentstratege bei OakBrook Investments.

Auch die Einigung auf den ehemaligen Notenbanker Lucas Papademos als neuen griechischen Regierungschef weckte unter den Börsianern etwas Vertrauen. Gleichwohl klagten Investoren über die nagende Unsicherheit über den weiteren Fortgang der Euro-Krise. „In Europa stehen 17 Köche am Herd und außerdem die EZB. Man weiß einfach nicht, was sie tun werden und das multipliziert die Komplexität“, sagte James Dailey von TEAM Financial Managers.

Wie der Wall-Street-Handel lief

Video: Wie der Wall-Street-Handel lief

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Unterstützend wirkten dagegen neueste Daten zum US-Arbeitsmarkt. Vergangene Woche stellten so wenige Amerikaner erstmals einen Antrag auf Arbeitslosenhilfe wie seit Anfang April nicht mehr. Die Zahl sank um 10.000 auf 390.000, teilte das Arbeitsministerium in Washington mit. Analysten hatten mit einem unveränderten Wert gerechnet. „Diese Daten aus den USA sind gut, aber sie können nicht verdrängen, dass das übergeordnete Thema an der Börse Europa ist“, fügte Jankovskis hinzu.

Bei den Einzelwerten stand Cisco Systems im Mittelpunkt. Der weltgrößte Netzwerkausrüster gab für das laufende Quartal eine überraschend optimistische Prognose aus. Die Aktien kletterten um sechs Prozent. Auf der Nasdaq lastete ein Absturz der Aktien von Green Mountain Coffee um 39 Prozent. Das Unternehmen hatte einen enttäuschenden Umsatz vorgelegt und damit unter den Investoren Zweifel an seinem Wachstumspotenzial gesät. Zu den Verlierern gehörten außerdem die Aktien von Apple, die um 2,5 Prozent nachgaben.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 900 Millionen Aktien den Besitzer. 2078 Werte legten zu, 899 gaben nach und 85 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,89 Milliarden Aktien 1550 im Plus, 934 im Minus und 108 unverändert.

Die Aussicht auf eine handlungsfähige Regierung in Italien hat am Donnerstag für Verluste am US-Rentenmarkt gesorgt. Die Zinsen für italienische Schuldtitel gingen etwas zurück und eine Emission italienische Papiere lief besser als erwartet ab.

Zudem kaufte die europäische Zentralbank aktiv italienische Anleihen, um die Zinsen zu drücken. Diese Entwicklungen animierten die Anleger dazu, als sicher geltende US-Staatsanleihen zu verkaufen und ihr Geld stattdessen auf dem Aktienmarkt zu investieren.

Am Freitag bleiben die US-Rentenmärkte wegen eines Feiertags geschlossen. Das zehnjährige Papier verlor deshalb 1-25/32 auf 99-19/32. Die Rendite stieg dabei auf 2,04 Prozent. Die dreißigjährige Anleihe gab 1-15/32 nach auf 112-22/32 und rentierte mit 3,09 Prozent.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×