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03.02.2012

22:27 Uhr

Wall Street Bericht

Handelstag endet mit Rekordgewinnen

Nachdem überraschend positive Arbeitsmarktdaten aus den USA bekannt wurden, gab es an der Wall Street am Freitag Kursgewinne durch die Bank. Der Dow erreichte den höchsten Wert seit Beginn der Finanzkrise.

Händler an der Wall Street: Die Jobdaten beflügelten heute die Aktienmärkte. AFP

Händler an der Wall Street: Die Jobdaten beflügelten heute die Aktienmärkte.

New YorkDie Erholung des US-Arbeitsmarkts hat die Wall Street am Freitag überrascht und Hoffnungen auf ein Wiedererstarken der weltgrößten Volkswirtschaft geschürt. Der Nasdaq-Index stieg auf den höchsten Stand seit elf Jahren.

Das Plus bei neu geschaffenen Stellen war so groß wie seit neun Monaten nicht mehr - die Arbeitslosenquote fiel im Januar auf 8,3 von 8,5 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit Februar 2009. „Alles was ich sagen kann, ist „Wow'“, sagte Matt McCormick von Bahl & Gaynor. „Auf eine solche Zahl hat vorher niemand zu hoffen gewagt.“

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zum Handelsschluss mit einem Plus von 1,2 Prozent bei 12.862 Punkten. Im Handelsverlauf pendelte das Marktbarometer zwischen 12.704 und 12.869 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1344 Punkten, ein Plus von 1,5 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 1,6 Prozent und ging mit 2905 Punkten aus dem Handel. In der Woche legte der Dow 1,6 Prozent zu, der S&P 2,2 Prozent und die Nasdaq sogar 3,2 Prozent.

Ebenfalls angetrieben durch die US-Jobdaten ging der Dax in Frankfurt mit einem Plus von 1,7 Prozent bei 6766 Stellen aus dem Handel. Auf dem Parkett drehte sich alles um die überraschende Erholung des Arbeitsmarktes. „Die Leute haben die wirtschaftliche Erholung und das derzeitige Wachstum unterschätzt“, sagte Brad Sorensen von Charles Schwab in Denver.

Auch andere konjunkturelle Nachrichten bestätigten Optimisten: Zum einen beschleunigte sich das Wachstum des Dienstleistungssektors im Januar, daneben hellte sich auch die Auftragslage der Industrie im Dezember auf. Bei den Einzelwerten gab es vor allem bei Automobilwerten größere Gewinne. Die Aktie der Opel-Mutter General Motors setzte zu einem Höhenflug an und verbuchte ein Aufschlag von 7,7 Prozent. Auch das Papier des Konkurrenten Ford legte mit 4,3 Prozent kräftig zu.

Von der Aussicht auf eine Erholung der Konjunktur profitierten die Bankentitel. Die Aktie der Bank of America gewann 5,2 Prozent, das Papier der Citigroup schloss mit einem Aufschlag von 4,8 Prozent.

Konjunkturindikatoren

ifo-Index

Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten gut und schlecht.

ZEW-Konjunkturerwartungen

Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

Einkaufsmanagerindex

Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

Baltic Dry Index (BDI)

Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

GfK-Konsumklima

Der GfK-Konsumklimaindex soll die Konsumneigung der Privathaushalte abbilden. Hierfür befragt das Institut monatlich 2000 repräsentativ ausgewählte Personen über ihr Anschaffungs- und Sparneigung auf Sicht von 12 Monaten sowie über ihre Erwartungen zur Gesamtwirtschaftlichen Situation.

Geldmenge M1

Das Geldmengenaggregat M1 umfasst den Bargeldumlauf und Sichteinlagen (jederzeit verfügbare Einlagen, zum Beispiel auf Girokonten). Sie ist ein Indikator für die Transaktionshäufigkeit in einer Volkswirtschaft. Steigt die Geldmenge M1, so wird in der Regel auch mehr gekauft.

Die Hoffnung auf ein erfolgreiches Mittel im Kampf gegen Hepatitis C gab den Aktien des US-Pharmakonzerns Gilead Sciences Auftrieb. Das Papier schnellte um 10,9 Prozent auf 54,7 Dollar nach oben, nachdem die kürzlich für mehr als elf Milliarden Dollar erworbene Tochter Pharmasset in der klinischen Erprobung nach Konzernangaben Fortschritte mit dem Medikament GS7977 gemacht hatte.

Papiere von Konkurrenten, die ebenfalls Medikamente gegen die Krankheit entwickeln, kamen dagegen unter die Räder. Vertex Pharmaceuticals fiel mehr als vier Prozent, Idenix rutschte mehr als elf Prozent ab und Achillion Pharmaceuticals verlor mehr als fünf Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,9 Milliarden Aktien den Besitzer. 2341 Werte legten zu, 647 gaben nach und 95 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,14 Milliarden Aktien 2017 im Plus, 496 im Minus und 103 unverändert.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

03.02.2012, 18:39 Uhr

Um Himmels Willen! Analysten, die wie das Schneiderlein aus dem Märchen ihren eigenen Lügen glauben schenken und in Jubel der Masse der Leichtgläubigen nachrennen. Die Wahrheit über die Arbeitsmarktverhältnisse in den USA sieht leider ganz anders aus. Auch im Januar sank die Zahl der Beschäftigten und makierte einen neuen Tiefsstand seit Jahrzehnten. Der statistische Trick, um die Arbeitslosenzahlen fast schon unverschämt ungeniert nach unten zu manipulieren, ist die Herausrechnung von Millionen von Personen, die dem Arbeitsmarkt angeblich nicht mehr zur Verfügung stehen. Hier gab es einen Anstieg von über einer Million (!) Personen im Vergleich zum Vormonat bzw. weit über 2 Millionen im Vergleich zum Vorjahr. Angeblich stehen damit in den USA fast 90 Millionen Arbeitnehmer nicht mehr dem Arbeitsmarkt zur Verfügung, obwohl sie eigentlich Arbeit suchen...

P.S. Schön, wenn das Handelsblatt einen Refresh ihres Artikels macht und damit die Kommentierungen tilgt. Warum aber nicht dazulernen und die Infos der Kommentatoren einarbeiten? Ist doch eigentlich eine gute Zeitung, die für Kompetenz steht.

blackmac

04.02.2012, 10:57 Uhr

Wer glaubt denn bitte....Analysten ? Es gilt immer noch die altbewährte Regel: "kaufen wenn die Kanonen donnern". Alles andere ist Idiotie.

tll

05.02.2012, 00:36 Uhr

http://www.querschuesse.de/munchhausen-report/

in dem Artikel werden die Arbeitslosenzahlen auch ziemlich auseinander genommen. Falls das so stimmt, dann frage ich mich wieso die dt. Presse die Zahlen kommentarlos übernimmt und eigentlich nur den "Investmentprofis" nach"plappert"... das hat dann mit kritischen Journalismus nicht mehr viel zu tun... dann kann ich mir auch gleich die Info Broschüre eines Brokers holen, der mich animieren möchte Aktien etc. zu kaufen... natürlich nur aus reiner Nächstenliebe....

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