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13.07.2011

19:59 Uhr

Wall Street

Bernanke-Rede beflügelt die Wall Street

Die Bereitschaft der US-Notenbank zu einer weiteren Stützung der lahmenden Wirtschaft hat der Wall Street bis zum Nachmittag deutliche Kursgewinne beschert.

An der Wall Street rückten Diskussionen um Schuldenberge heute in den Hintergrund. Die US-Börsen starteten mit Gewinnen in den Handelstag. Quelle: dapd

An der Wall Street rückten Diskussionen um Schuldenberge heute in den Hintergrund. Die US-Börsen starteten mit Gewinnen in den Handelstag.

Ben Bernanke hat für gute Stimmung an der Wall Street gesorgt. Der Fed-Chef erklärte vor einem Kongressausschuss, falls die Wirtschaft nicht in die Gänge komme und eine neue Deflationsgefahr drohe, würde dies für weiteren Stützungsbedarf sprechen.

„Er war spezifischer denn je, und das fand der Markt aufregend. Er sagte zwar nicht, dass sie die Wirtschaft stimulieren werden, aber es ist offensichtlich, dass sie darüber geredet haben“, sagte Tim Ghriskey von Solaris Asset Management. Auch das nahezu ungebremste Wachstum der chinesischen Wirtschaft verschaffte der Wall Street nach drei verlustreichen Tagen eine willkommene Ablenkung von der Schuldenkrise in Europa und im eigenen Land.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte bis zum Nachmittag 1,0 Prozent zu auf 12.567 Punkte. Der S&P gewann 1,0 Prozent auf 1326 Stellen. Die Nasdaq notierte 1,2 Prozent fester bei 2816 Zählern.

Analysten fürchteten jedoch, dass die Schuldenprobleme dem Handel bald wieder den Takt vorgeben werden. Die Rating-Agentur Fitch stufte Griechenland kräftig auf „CCC“ herunter - die schlechteste Note vor einem Zahlungsausfall.

Deshalb würden die optimistischen China-Vorgaben sicher nicht zu einer Rally führen, sagte Nicholas Colas von der ConvergEx Group: „Uns beschäftigen wirklich die Staatsschulden-Probleme. Die Euro-Krise dürfte demnächst von der Debatte um die US-Schuldenobergrenze abgelöst werden - und das ist auch nicht positiv für die Börsen.“

Dass sich demokratische US-Regierung und Republikaner in der Frage trotz des engen Zeitfensters weiter unversöhnlich gegenüber stehen, frustriert Investoren. Den USA droht die Zahlungsunfähigkeit - und den Finanzmärkten in dem Fall weltweite Erschütterungen.

Zu den größten Gewinnern gehörten die Aktien aus den Branchen Energie und Rohstoffe. Die entsprechenden Branchenindizes von S&P legten jeweils rund 1,5 Prozent zu. Die Aktien des unter immensen politischen Drucks stehenden News Corp-Konzerns legten einen Kurssprung von etwa fünf Prozent hin, nachdem das Unternehmen des umstrittenen Medienmoguls Rupert Murdoch kurz vor Handelsbeginn in New York seine Milliardenofferte für die geplante Komplettübernahme des britischen PayTV-Senders BSkyB zurücknahm.

Netflix-Aktien legten etwa drei Prozent zu. Investoren erhofften sich von einer Erhöhung der Preise für die E-Mail- und anderen Online-Dienste langfristig bessere Geschäfte.

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