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26.12.2011

14:49 Uhr

Wall Street

Börse glaubt nicht an „Santa-Claus-Rally“

Die letzten Handelstage an der Wall Street sind nicht von Optimismus geprägt. Viele Börsianer glauben nicht so recht an eine „Santa-Claus-Rally“ und fürchten weitere Hiobsbotschaften aus Europa.

Die Wall Street fürchtet weitere Hiobsbotschaften aus Europa. dapd

Die Wall Street fürchtet weitere Hiobsbotschaften aus Europa.

New YorkAn der Wall Street hängt die Jahresbilanz am seidenen Faden: Die Kursentwicklung zwischen den Jahren wird darüber entscheiden, ob die Aktien 2011 mit einem Kursplus abschließen werden oder nicht. Dank einer kleinen konjunkturgetriebenen vorweihnachtlichen Rally hat es der S&P 500 gegenüber dem Jahresanfang minimal ins Plus geschafft. Zudem dürften die letzten Handelstage den Ton für den Jahresanfang 2012 vorgeben. Angesichts der voraussichtlich dünnen Umsätze droht ein volatiler Handel.

Viele Börsianer wollen jedoch dank der großen Unsicherheit vor allem in der europäischen Schuldenkrise nicht so recht an eine Fortsetzung der „Santa Claus Rally“ glauben. Sie fürchten neue Hiobsbotschaften aus Europa - etwa in Form einer unerwarteten Rating-Herabstufung. Weil die Agentur Standard & Poor's im August die USA an einem Freitagabend überraschend herabstufte, könnte dies in Europa durchaus auch zwischen Weihnachten und Neujahr geschehen, hieß es. Immerhin haben die Agenturen in der Krise ja bereits gewarnt, dass sie den Daumen über diversen Ländern erneut senken könnten.

Zumindest bleiben den Investoren in den kommenden beiden Wochen die zuletzt gefürchteten Emissionen europäischer Schuldenpapiere erspart. Diese hatten zuletzt immer wieder für großes Aufsehen am Markt gesorgt, da sie das Vertrauen der Anleger in die Problemstaaten offenlegen. „Die Tatsache, dass vor der zweiten Januar-Woche keine europäische Bond-Auktion stattfinden wird, entfernt Europa zumindest eine zeitlang etwas aus dem Rampenlicht“, sagte J.J. Kinahan von TD Ameritrade. Zuletzt bewegten sich US-Aktien und die Renditen auf europäischen Staatsanleihen oftmals genau in entgegengesetzter Richtung: Wann immer steigende Zinsen eine Verschärfung der Krise signalisierten, ging es mit den Aktien bergab.

Falls die schlechten Nachrichten aus Europa wie erhofft ausbleiben, könnten sich die Anleger endlich einmal wieder auf die fundamentale Konjunkturentwicklung konzentrieren. Auf diesem Gebiet gab es zuletzt deutliche Hoffnungsschimmer: Die Erholung der US-Wirtschaft kommt möglicherweise schneller voran als noch vor wenigen Wochen erwartet.

Ob die jüngsten positiven Konjunkturdaten die Anleger eventuell auf eine falsche Fährte gelockt haben, könnte sich bereits in den kommenden Tagen herausstellen. Schon am Dienstag werden Informationen zur Entwicklung der Hauspreise sowie des Verbrauchervertrauens erwartet. Am Donnerstag wird dann der Chicagoer Einkaufsmanagerindex Aufschlüsse über den Zustand der Industrie liefern.

Am Freitag war der Dow-Jones-Index der Standardwerte mit einem Plus von einem Prozent bei 12.294 Punkten aus dem Handel gegangen. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1265 Punkten, ein Plus von 0,9 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,7 Prozent auf 2618 Punkte.

Von

rtr

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