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16.06.2013

13:03 Uhr

Wall Street

Börsen zittern vor Ben Bernanke

Die Anleger wollen wissen, wann die amerikanische Notenbank ihre Geldpolitik strafft. Manche Akteure tippen bereits aktiv darauf. Andere fürchten es bloß. Nur Analysten bleiben noch gelassen.

US-Notenbankchef Ben Bernanke: Wann strafft er die lockere Geldpolitik in Amerika? Das fragen sich Investoren weltweit. AFP

US-Notenbankchef Ben Bernanke: Wann strafft er die lockere Geldpolitik in Amerika? Das fragen sich Investoren weltweit.

New YorkWann und in welchem Ausmaß strafft die US-Notenbank Fed die geldpolitischen Zügel? Das ist die entscheidende Frage, um die sich die weltweiten Börsen in der neuen Woche drehen. In den vergangenen Tagen waren Anleger gern auf Nummer sicher gegangen und hatten Gewinne eingestrichen.

An den europäischen Börsen sind die seit Mitte April erzielten Gewinne etwa zur Hälfte wieder abgeschmolzen. An der Wall Street betrug der Wochenverlust des Dow-Jones-Index 1,2 Prozent, an der US-Technologiebörse Nasdaq 1,3 Prozent. Im Gegenzug kletterten die Renditen für US-Staatsanleihen, die als sicherer Hafen gelten, auf den höchsten Stand seit 14 Monaten.

Im Mai hatte Fed-Chef Ben Bernanke gesagt, falls sich die Beschäftigungslage nachhaltig aufhelle, könne das Tempo der Konjunkturhilfen "auf einer der nächsten Sitzungen" gedrosselt werden. Damit hatte er die aktuelle Nervosität befeuert. Doch unmittelbar erwartet das Gros der Analysten noch keine Änderung.

Meilensteine des Dow Jones

26. Mai 1896

Der Dow Jones Industrial Average debütiert mit zwölf Mitgliedern: American Cotton Oil, American Sugar Refining, American Tobacco, Chicago Gas, Distilling & Cattle Feeding, General Electric (GE), Laclede Gas Light, National Lead, North American Co., Tennessee Coal, Iron & Railroad, U.S. Leather und U.S. Rubber.

1916

Der Dow wird auf 20 Werte erweitert. Ab 1928 hat die erste US-Börsenliga 30 Mitglieder.

1. Oktober 1928

John D. Rockefellers Öl-Konzern Standard Oil steigt in den Dow auf. Standard Oil wird 1972 zu Exxon und nach der Übernahme von Mobil Oil 1999 zu Exxon Mobil.

1928

Die Berechnung des Dow wird leicht verändert, um Kursausschläge durch Aktiensplits oder beim Austausch einzelner Index-Mitglieder zu verhindern.

28. und 29. Oktober 1929

Am "Schwarzen Montag" und "Schwarzen Dienstag" fällt der Dow um insgesamt 23 Prozent. Der 12,8-prozentige Kurseinbruch vom 28. Oktober bleibt bis zum "Schwarzen Montag" 1987 der größte Tagesverlust.

26. Mai 1932

International Business Machines (IBM) steigt in den Dow auf. Das Computerkonzern fällt 1939 wieder heraus und kehrt 1979 zurück.

3. Juli 1956

International Paper steigt in den Dow auf. In den 17 Jahren und drei Monaten zuvor war die Zusammensetzung unverändert geblieben - so lange wie nie.

14. November 1972

Der Dow schließt erstmalig über 1000 Punkten.

19. Oktober 1987

Am "Schwarzen Montag" bricht der Dow um 22,6 Prozent ein. Das ist der größte Tagesverlust seiner Geschichte. In den fünf Jahren zuvor hatte er insgesamt rund 250 Prozent zugelegt.

29. März 1999

Der Dow schließt erstmalig über 10.000 Punkten.

1. November 1999

Als erste an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistete Firmen werden Microsoft und Intel in den Dow aufgenommen. Die Entscheidung spiegelt die gestiegene Bedeutung der IT-Branche für die US-Wirtschaft wider.

17. September 2001

Die US-Börse öffnet erstmalig nach den Anschlägen vom 11. September. Der Dow fällt um 684,81 Punkte. Das ist in absoluten Zahlen der drittgrößte Tagesverlust seiner Geschichte. Prozentual büßt er 7,1 Prozent ein.

19. Juli 2007

Der Dow schließt erstmalig über 14.000 Punkten.

29. September 2008

Wenige Tage nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers fällt der Dow um 777,68 Punkte das ist in absoluten Zahlen der größte Tagesverlust seiner Geschichte.

13. Oktober 2008

Der Dow verbucht mit einem Plus von 11,08 Prozent den größten Tagesgewinn seiner Geschichte.

9. März 2009

Die Finanzkrise drückt den Dow auf 6547,05 Punkte. Damit liegt er wieder auf dem Niveau von 1997.

6. Mai 2010

Der „Flash Crash“ drückt den Dow binnen Minuten um mehr als 1000 Punkte. Auslöser ist ein Fehler in einem computergesteuerten Handelsprogramm eines sogenannten „Algo-Traders“.

3. Mai 2013

Der Dow überspringt die Marke von 15.000 Punkten.

7. November 2013

Der Dow Jones erreicht den höchsten Stand aller Zeiten im Handelsverlauf: 15.798 Punkte.

13. Mai 2014

Am 13. Mai erreicht der Dow Jones neue Rekordstände. Der Index schließt bei 16.715 Punkten, dem höchsten Stand aller Zeiten.

Denn während die US-Konjunktur eine solide Erholung zeigt, hinkt der Stellenmarkt hinterher. Einige Experten spekulieren darauf, dass die Fed zum Jahresende ihre monatlichen Anleihenkäufe von derzeit 85 auf 65 Milliarden Dollar zurückfahren könnte. "Nur sehr schwache Daten werden den Exit bis in das nächste Jahr verzögern können", sagt Commerzbank-Analyst Bernd Weidensteiner.

Die Mitglieder der US-Notenbank sind zum Teil sehr unterschiedlicher Auffassung, wann der Ausstieg beginnen soll. Die jüngste Verwirrung an den Märkten nennt Fred Dickson, Chef-Stratege von D.A. Davidson & Co, einen Sommersturm. "Kein großer, aber genug, um die Leute etwas nervös zu machen." Nächste Woche könne es durch Bernanke mehr Klarheit geben, auch wenn die meisten Fed-Beobachter wohl nicht alle Details bekämen, auf die sie hoffen.

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