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16.11.2014

15:24 Uhr

Wall Street: Die nächste Woche

Putin ärgert die US-Anleger

Nach dem vorzeitigen Heimflug des russischen Präsidenten Wladimir Putin vom G-20-Gipfel wächst die Sorge vor einer Eskalation in der Ukraine-Krise. Was die Woche den Anlegern sonst noch bringt.

Händlertraube im Handelssaal: Der Blick geht auf die Konjunkturtafel. AFP

Händlertraube im Handelssaal: Der Blick geht auf die Konjunkturtafel.

Der amerikanischen Aktienmärkte feierten eine Woche der Rekorde. Der Dow Jones markierte Montag, Dienstag und Donnerstag neue Höchststände. Doch allmählich geht der Wall Street die Puste aus. Am Freitag ging der Dow Jones mit minus 0,10 Prozent auf 17.634 Punkte aus dem Handel. Auf Wochensicht ergab dies ein Plus von 0,4 Prozent.

Der marktbreite S&P-500-Index bewegte sich am Freitag mit einem Aufschlag von 0,02 Prozent auf 2039 Punkte ebenfalls kaum vom Fleck. Nach der rasanten Erholung seit Mitte Oktober hatten die beiden Indizes schon seit Tagen an Schwung verloren und sich nur noch mühsam von einem Hoch zum nächsten geschleppt.

Ob es zum Start der neuen Woche wieder steil nach oben geht, ist fraglich. Geopolitische Sorgen drücken auf die Stimmung der Investoren. „Über den internationalen Finanzmärkten hängt das Damoklesschwert Ost-Ukraine, welches jederzeit erneut auf die Anleger fallen könnte“, sagt Finanzmarkt-Experte Christian Henke vom Brokerhaus IG Markets.

Das Damoklesschwert ist auch am Wochenende nicht verschwunden. Der G-20-Gipfel in Brisbane ist quasi als G-19-Gipfel zu Ende gegangen: Russlands Präsident Wladimir Putin reiste vorzeitig ab, noch bevor die Staats- und Regierungschefs ihre Abschlusserklärung herausgaben.

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln

Eigene Strategie festlegen

Gegen die größer werdenden Unwägbarkeiten sollte man sich zuallererst mit einer Strategie wappnen: Wer an kräftiges Wachstum in Deutschland glaubt, an einen anhaltenden Boom der Schwellenländer und hohen privaten Konsum, kann weiter am Aktienmarkt investieren. Wer skeptisch ist, sollte seine Bestände hingegen nicht aufstocken.

Widerstandskraft zeigen

Eng verbunden mit der ersten Regel: Immer wieder kommt es vor, dass sich Dinge anders entwickeln, als man erwartet hat. Es ist wichtig, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und nicht jeder Entwicklung hinterherzulaufen. Eine solche Reaktion zeugt nicht von einem geringen Vertrauen in die eigene Strategie. Es kostet meist auch Geld, weil die Masse schon vorher diese Richtung eingeschlagen und das Gros an Rendite eingefahren hat.

Richtig mischen

Groß oder klein, spekulativ oder konservativ, liquide oder illiquide, dividendenstark oder dividendenschwach, Substanz oder Wachstum: Bei Aktien ist die Auswahl riesig. Der richtige Mix aus spekulativen und konservativen Titeln hilft, Schwankungen zwischen guten und schlechten Zeiten auszugleichen. Nicht zu unterschätzen sind starke Dividendenzahler, die Jahr für Jahr den Grundstock für eine solide Rendite legen.

Barrieren einbauen

Keine Frage, die Börsen haben in den vergangenen zehn Jahren stärker geschwankt als in allen Dekaden zuvor. Das wird so bleiben, mit wachsendem Computerhandel sogar noch zunehmen. Wer sein Risiko minimieren will, baut Barrieren ein – sogenannte Stopps. Gerne werden Stopps bei 20 Prozent über und unterhalb des aktuellen Kurses gewählt. Dann wird automatisch verkauft, wenn diese Grenzen erreicht sind. Kommt eine Phase überraschend steigender Kurse mit anhaltendem Aufwärtstrend, lässt sich die Barriere leicht nach oben verschieben. Wichtig ist dann, auch die Barriere am unteren Ende nachzuziehen.

Herdentrieb beobachten

Wichtig in Phasen überraschender Kurssteigerungen oder -stürze ist es, das Verhalten der Masse zu beobachten. Ist es noch nachvollziehbar oder völlig irrational? Häufig ist es irrational. Dann hilft meist die zweite Regel: Widerstandskraft zeigen. Nach einigen Monaten kehrt die Rationalität von ganz allein zurück. Der Kurssturz aus dem vergangenen Jahr und die jüngste Entwicklung beweisen das gerade wieder.

Risiko rausnehmen

Sind Aktien wie seit Jahresbeginn schon um 30, 40 oder gar 50 Prozent gestiegen, dann sind Anschlussgewinne in der Regel nur noch schwer zu erzielen. Phrasenverdächtig ist zwar die alte Weisheit: „An Gewinnmitnahmen ist noch niemand zugrunde gegangen.“ Richtig ist sie trotzdem.

Insidern folgen

Firmenchefs haben einen gewaltigen Vorteil gegenüber normalen Aktionären. Sie wissen weit mehr als jeder Analyst oder Kommentator, wie es in ihrem Unternehmen aussieht. Insider nennt man sie deshalb. Sie melden ihre Orders innerhalb von fünf Handelstagen an die Börsenaufsicht Bafin. Das Handelsblatt veröffentlicht alle zwei Wochen das sogenannte Insider-Barometer, das aus der Summe aller Kauf- und Verkaufsorders Schlüsse für den weiteren Verlauf in Dax & Co. zieht. Jüngste Tendenz: Vorstände und Aufsichtsräte verkaufen mehr als sie kaufen. Vorsicht also!

Geopolitische Ereignisse beachten

Terroranschläge und Naturkatastrophen kommen unerwartet. Politische Konflikte wie zwischen Israel und dem Iran schwelen meist länger. Auch entscheidende Wahlen sind vorhersehbar und haben immer Einfluss auf die Börse. Dabei gilt generell: Wahljahre sind gute Börsenjahre.

Auf reale Werte setzen

Mit Optionsscheinen oder Bonus-Zertifikaten lässt sich zwar aus einem Aufwärtstrend ein noch größerer Profit schlagen. Dies sind jedoch in der Regel Wetten ohne realen Hintergrund. Aktien sind reale Werte.

Moden misstrauen

Vor allem Aktien einzelner Branchen unterliegen immer wieder gewissen Moden. Doch die wechseln wie im realen Leben, und manchmal geht das schneller, als man denkt. Das bekommt gerade die einst angesehene Solarenergie-Branche bitter zu spüren.

Das habe nichts zu tun mit der Ukraine-Krise, sagte Putin der russischen Nachrichtenagentur RIA-Nowosti. 18 Stunden dauere der Heimflug und am Montag müsse er wieder arbeiten. „Man braucht mindestens vier oder fünf Stunden Schlaf.“ Eine Einigung wurde nicht erzielt, Putin wirkte unter den Regierungschefs isoliert.

Aktienstratege Tobias Basse von der Nord LB geht von einer eher ruhigen Woche aus. „Uns werden die kursbewegenden Nachrichten fehlen, einige US-Konjunkturdaten aus der zweiten Reihe dürften in den Vordergrund rücken.“

Kommentare (1)

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