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24.05.2011

22:15 Uhr

Wall Street

Finanz- und Industriewerte unter leichtem Druck

Die US-Börsen schließen im Minus. Neue Sorgen um die Konjunkturentwicklung in den Vereinigten Staaten überwiegen heute die Gewinne, die vor allem aus dem Rohstoffsektor kommen.

Die Augen der Wall Street richten sich auf Ölpreise und EU-Finanzkrise Quelle: ap

Die Augen der Wall Street richten sich auf Ölpreise und EU-Finanzkrise

New YorkDie New Yorker Aktienmärkte haben am Dienstag leichte Verluste verbucht. Zwar legten Titel aus dem Rohstoffsektor zu, nachdem der Ölpreis wieder anzog. Auf der anderen Seite trugen enttäuschend ausgefallene Regionaldaten aus der verarbeitenden US-Industrie zu Sorgen um die Konjunkturentwicklung bei.

Der Dow-Jones-Index schloss 0,2 Prozent tiefer bei 12.356 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gab 0,1 Prozent auf 1316 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank 0,5 Prozent auf 2746 Stellen.

Industriewerte gehörten zu den stärksten Verlierern und zogen den Markt nach unten. Auch Finanzwerte verloren unter dem Eindruck von Ermittlungen wegen umstrittener Hypothekengeschäfte, darunter in den USA gelistete Aktien der Deutschen Bank mit einem Minus von 0,6 Prozent. Der New Yorker Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman verlangt Kreisen zufolge unter anderem von der Deutschen Bank und JPMorgan Chase mehr Informationen. JPMorgan-Papiere gaben 0,5 Prozent nach.

Im Fokus standen wegen des höheren Ölpreises auch die Aktien von Rohstoffunternehmen. Die Papiere von Occidental Petroleum, dem viertgrößten Öl-Unternehmen der USA, legten 3,6 Prozent zu. Öl- und Kupferpreise hatten angezogen, nachdem Goldman Sachs eine höhere Nachfrage prognostiziert hatte.

Im Sog der aktuellen Euphorie um junge Internetfirmen gelang der russischen Suchmaschine Yandex der größte Börsengang der Branche seit dem Google-Debüt vor sieben Jahren. Die beliebteste Suchmaschine Russlands sammelte 1,3 Milliarden Dollar ein und damit deutlich mehr als zunächst erwartet. Die Aktie schoss an der US-Technologiebörse Nasdaq 55 Prozent auf 38,84 Dollar in die Höhe. Erst vergangene Woche hatte das Karrierenetzwerk LinkedIn ein fulminantes Börsendebüt hingelegt.

Neuer Internet-Hype

Linkedin - Geschäftsidee

Das Online-Karrierenetzwerk Linkedin wurde im Jahr 2003 in Kalifornien gegründet. Es ist mit über 100 Millionen registrierten Nutzern (Unternehmensangabe Mai 2011) die derzeit größte Plattform dieser Art. Laut Online-Statistikdienst Alexa gehört Linkedin zu den 500 weltweit meistbesuchtesten Internetseiten.

LinkedIn - Bewertung

Der Börsenwert lag am Ende des ersten Handelstages in New York bei rund neun Milliarden US-Dollar. Dies entspricht rund sieben Millionen Dollar für jeden der rund 1.300 Angestellten und fast 90 Dollar für jeden der gut 100 Millionen Nutzer.

LinkedIn - Geschäftszahlen

Das Unternehmen machte im Jahr 2010 einen Umsatz von 243 Millionen Dollar und verdiente unter dem Strich 15,4 Millionen Dollar. Um sein Wachstum anzutreiben, will Linkedin dieses Jahr viel investieren und dabei einen Verlust in Kauf nehmen.

Facebook - Geschäftsidee

Auf Facebook tummeln sich heute mehr als 500 Millionen Nutzer. Kaum einer von ihnen weiß mehr, dass das Netzwerk im Jahr 2004 ursprünglich nur für die US-Eliteuni Harvard gegründeten wurde.

Facebook - Bewertung

Der Wert von Facebook geht rasant nach oben: Am Zweitmarkt für Mitarbeiteraktien wurde das Unternehmen für 85 Milliarden Dollar gehandelt, manche Marktbeobachter sprechen sogar von einem Wert von 100 Milliarden. Im März wollte ein Finanzinvestor einem Medienbericht zufolge bei Facebook einsteigen und bewertete das Unternehmen dabei noch mit 65 Milliarden Dollar. Im Januar wurde Facebook von Goldman Sachs mit 50 Milliarden bewertet, im Juni 2010 mit 23 Milliarden Dollar.
Selbst eine konservative Bewertung von 65 Milliarden Dollar entspricht pro Angestelltem (etwa 2.000 Mitarbeiter) 32 Millionen Dollar und pro Nutzer 130 Dollar.

Facebook - Geschäftszahlen

Das junge Unternehmen von Gründer Mark Zuckerberg machte von Januar bis September 2010 Bankenkreisen zufolge einen Netto-Gewinn von 355 Millionen Dollar - bei einem Umsatz von 1,2 Milliarden Dollar.

Groupon - Geschäftsidee

Der Schnäppchen-Anbieter Groupon fand im November 2008 seinen Weg ins Netz. Die Idee: Groupon bringt Rabatte für alles von Restaurantbesuchen bis Kanufahrten an den Mann und erhält vom Anbieter des Coupons dafür eine Provision.

Groupon - Bewertung

Das Unternehmen will den Sprung an die Börse im zweiten Halbjahr wagen und dürfte dabei mit insgesamt rund 15 bis 20 Milliarden Dollar bewertet werden, wie die Nachrichtenagentur Reuters im April erfuhr. Im Dezember lehnte das Unternehmen ein Übernahmeangebot
von Google im Wert von sechs Milliarden Dollar ab. Eine Bewertung von 15 Milliarden Dollar würde für jeden der mittlerweile rund 70 Millionen Nutzer mehr als 200 Dollar entsprechen und für jeden der rund 6000 Angestellten 2,5 Millionen Dollar.

Groupon - Geschäftszahlen

Groupon macht nach eigenen Angaben seit 2009 Gewinn, aber veröffentlicht keine Details zu seinen Geschäftszahlen.

Twitter - Geschäftsidee

Mit der Internetseite Twitter wurde 2006 das Mikroblogging erfunden. Die Nutzer verbreiten rasend schnell ihre Nachrichten mit der Devise: Alles Wichtige lässt sich auch in 140 Zeichen sagen.

Twitter - Bewertung

Das Unternehmen wurde bei einer außerbörslichen Versteigerung von Firmenanteilen auf knapp acht Milliarden Dollar bewertet. Das ist mehr als doppelt so viel wie im Dezember, als eine Finanzspritze die Ermittlung eines Firmenwertes erforderte. Im September 2010 hatte Twitter rund 175 Millionen Nutzer. Eine Bewertung von acht Milliarden Dollar entspricht rund 45 Dollar je Nutzer oder 22 Millionen Dollar für jeden der rund 350 Mitarbeiter.

Twitter - Geschäftszahlen

Twitter vermeldet derzeit keine Geschäftszahlen.

Nach New Yorker Börsenschluss wurden Quartalszahlen von Applied Materials erwartet. Die Papiere lagen im Vorfeld 0,6 Prozent im Minus. Zudem wurde damit gerechnet, dass das US-Finanzministerium seinen 15-prozentigen Anteil am US-Versicherer AIG verkauft. AIG-Aktien notierten 1,4 Prozent schwächer.

Von

rtr

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