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28.04.2011

23:17 Uhr

Wall Street

Im Plus trotz schwacher Konjunkturdaten

Über die überraschend schlechten Wachstums- und Arbeitsmarktzahlen, die die US-Börsen zunächst belasteten, kamen die Anleger schließlich hinweg. Der Dow Jones steht am Ende im Plus.

US-Börse startet enttäuschend in den Handel Quelle: dapd

US-Börse startet enttäuschend in den Handel

New YorkUngeachtet enttäuschender Konjunkturdaten aus den USA haben die Standardwerte an der Wall Street am Donnerstag weiter zugelegt. Investoren zeigten sich wenig beeindruckt davon, dass sich die US-Wirtschaft im ersten Quartal etwas stärker abgekühlt hatte als von Volkswirten erwartet worden war. Zudem war in den USA die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche überraschend gestiegen.

Händler verwiesen darauf, dass dies die ohnehin zu spürende Zuversicht nochmals verstärkt habe, dass die Zinsen in den USA noch einige Zeit niedrig bleiben würden. Auch der weiterhin gute Verlauf der auf Hochtouren laufenden Berichtssaison habe gestützt.

Der Leitindex Dow Jones Industrial lag am Ende mit 0,57 Prozent im Plus bei 12 763,31 Punkten. Damit überbot er nochmals sein erst am Vortag erreichtes Drei-Jahres-Hoch. Der umfassende S&P-500-Index gewann im Schlepptau 0,36 Prozent auf 1360,48 Punkte. Etwas verhaltener ging es an der Nasdaq zu, nachdem die Technologiewerte- Indizes am Vortag auf dem höchsten Stand seit 10 Jahren geschlossen hatten. Der breit aufgestellte Composite Index rettete sich moderat mit 0,09 Prozent ins Plus und schloss bei 2872,53 Punkten. Der Auswahlindex Nasdaq 100 dagegen gab um 0,15 Prozent auf 2409,90 Punkte nach.

Zahlen gab es unter anderem aus der Konsumgüterbranche. Procter & Gamble machen hohe Rohstoffkosten zu schaffen, worauf der Konzern das obere Ende seiner Zielspanne für den Jahresgewinn senkte. Die anfangs schwachen Papiere gingen letztendlich aber dennoch mit einem Plus von 0,75 Prozent bei 64,50 US-Dollar aus dem Handel.

Konkurrent Colgate- Palmolive hatte derweil neben den Rohstoffpreisen auch den starken Wettbewerb zu spüren bekommen. Den Gewinn konnte der Konzern gegenüber dem von einer Sonderbuchung belasteten Vorjahr aber steigern. Die Papiere schlossen 2,36 Prozent höher bei 82,97 Dollar.

Im Dow Jones waren die Aktien von ExxonMobil nach Zahlen mit minus 0,50 Prozent auf 87,34 Dollar unter den schwächsten Werten zu finden. Die Titel konnten nicht davon profitieren, dass der hohe Ölpreis im ersten Quartal den Gewinn nach oben getrieben hatte. Am Markt wurde auf einen enttäuschenden Umsatzanstieg verwiesen.

Kräftig um 6,68 Prozent auf 5,11 Dollar aufwärts ging es dagegen bei den Papieren von Sprint Nextel. Die Telefongesellschaft hatte im ersten Quartal vom boomenden mobilen Datenverkehr profitiert.

Besser als erwartet ausgefallene Quartalsergebnisse gab es auch vom Getränkehersteller PepsiCo, dessen Papiere um 2,64 Prozent auf 69,72 Dollar kletterten.

Um 1,95 Prozent auf 40,70 Dollar nach oben ging es ferner für die Titel von Dow Chemical. Der Chemiekonzern war mit einem Gewinnsprung in das Jahr 2011 gestartet.

Motorola Solutions schnellten indes um 7,46 Prozent auf 46,66 Dollar in die Höhe. Der Netzwerkausrüster hatte ebenfalls die Erwartungen des Marktes übertroffen.

Die Hauptversammlung des Börsenbetreibers NYSE Euronext stand indes ganz im Zeichen der vom Unternehmen favorisierten Fusion mit der Deutschen Börse. NYSE-Chef Duncan Niederauer hob in New York die guten Wachstumsperspektiven durch einen Zusammenschluss hervor und sprach davon, dass dieser die Branche verändern wird. Das Gegengebot von Nasdaq OMX wurde indes als „illusorisch“ bezeichnet. NYSE-Papiere schlossen 0,86 Prozent höher bei 39,73 Dollar.

An der Nasdaq wurden Zahlen derweil verhaltener ausgelegt. Ebay schlossen prozentual unverändert bei 34,03 Dollar, obwohl auf dem Online-Marktplatz weiter Hochbetrieb herrscht. Vor allem der Bezahldienst PayPal war gewachsen.

Auch die Kaffeehaus-Kette Starbucks hat mit anschwellenden Rohstoffkosten zu kämpfen, worauf die Titel 0,86 Prozent einbüßten.

Akamai Technologies rutschten wegen eines enttäuschenden Ausblicks gar um fast 15 Prozent ab.

Der Kurs des Euro hat seinen Höhenflug gestützt durch die Niedrigzinspolitik der US-Notenbank Fed weiter fortgesetzt. Die enttäuschen US-Konjunkturdaten haben die Schwäche des US-Dollar laut Händlern noch zusätzlich untermauert. In New York wurde die Gemeinschaftswährung zuletzt mit 1,4822 Dollar gehandelt. Auch der US-Rentenmarkt profitierte von den US-Daten. Richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen rückten um 12/32 auf 102 17/32 Punkte vor. Sie rentierten mit 3,317 Prozent.

Von

dpa

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