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01.06.2014

17:03 Uhr

Wall Street

In den USA geht es vorsichtig nach oben

An der Wall Street dürfte es zu Wochenbeginn etwas langsamer als in Europa nach oben gehen. Grundsätzlich fallen aber auch in den USA alle wichtigen wirtschaftlichen Indikatoren vergleichsweise positiv aus.

Börsenhändler an der Wall Street: Auch in den USA dürfte es weiter aufwärts gehen. ap

Börsenhändler an der Wall Street: Auch in den USA dürfte es weiter aufwärts gehen.

In den USA wird es in der neuen Woche zwar nicht ganz so spannend wie in Europa, wo die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihrem bereits angekündigten Konjunktur- und Liquiditätspaket durchaus noch für größere Bewegung an den Märkten sorgen könnte. Für die amerikanischen Finanzmärkte gilt in der ersten Juni-Handelswoche aber vorsichtiger Optimismus, weil etwa geopolitische Risikofaktoren wie die Ukraine-Krise an Schärfe verloren haben.

Der S&P-500-Index hatte zuletzt 2,1 Prozent zugelegt, vor allem angetrieben durch IT-Papiere. Allein die Apple-Aktie verzeichnete ein Plus von 7,3 Prozent. Konjunkturexperten erwarten im zweiten Halbjahr eine globale konjunkturelle Aufwärtsentwicklung, gerade auch in den USA und Asien. „Die Märkte rechnen mit einem starken zweiten Halbjahr“, betonte Jim Russell vom US Bank Wealth Management gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Was Kunden, Banker und Regierung tun sollten

Handlungsempfehlung für Kunden

Was müssen Privatkunden beachten, damit sie sich für das richtige das richtige Finanzprodukt abschliessen? Elf Vorschläge von Julius Reiter, Professor für Banking & Finance an der FOM-Hochschule für Oekonomie und Management und Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht in der Kanzlei Baum Reiter & Collegen in Düsseldorf.

Verbesserung des Finanzproduktverständnisses

Kunden müssen alle Konsequenzen im Rahmen eines Finanzgeschäfts beurteilen können. Ist dies nicht gegeben, sollten sie auf den Vertragsabschluss verzichten.

Überprüfung der Vertragsdetails

Kunden profitieren bei der Auswahl des geeigneten Finanzprodukts von einer kritischen Prüfung des Vertragswerks. Kunden gewinnen langfristig, wenn sie neben den Chancen und Risiken auch die Gebührenstruktur eines Finanzprodukts kritisch beim Erwerb hinterfragen.

Umgang mit persönlichen Daten

Kunden sollten kritisch hinterfragen, welche Informationen sie dem Finanzberater preisgeben. Weiterhin sollten sie den Umgang mit ihren persönlichen Daten, insbesondere im Internet, restriktiv handhaben. Öffentlich zugängliche personenbezogene Daten können von der Finanzbranche strategisch und in der Beratung verkaufspsychologisch genutzt werden.

Handlungsempfehlung für Banken

Banken sollten für eine erfolgreiches wirtschaften folgende Ratschläge beachten.

Suchmaschinenoptimierung

Suchmaschinen sind im Kaufentscheidungsprozess für Bankkunden eine wichtige Informationsquelle. Eine Suchmaschinenoptimierung erscheint erforderlich, um Kunden entsprechende Informationen zur Verfügung stellen zu können.

Abstimmung des Filial- und Internetangebots

Banken profitieren von einem auf das Kundenbedürfnis ausgerichteten Angebot im Internet. Die Optimierung des Vertriebsweges Internet bei gleichzeitiger Abstimmung mit lokalen Angeboten erscheint sinnvoll.

Optimierung der Vergütungsstruktur

Die Gruppe der Selbstentscheider und der Online-Käufer wächst. 25% der Kunden lassen sich in Banken und bei Finanzdienstleistern beraten, kaufen aber die Finanzprodukte im Anschluss online. Dies steht im Zusammenhang mit gestörtem Vertrauen in die Unabhängigkeit und Kompetenz der Finanzberatung. Entlohnungssysteme im Rahmen der Beratung sollten überprüft und die Qualität der Beratung gegenüber den Kunden deutlicher herausgestellt werden.

Handlungsempfehlung für Gesetzgeber

Juristen sollten die sich nachfolgenden Tipps zu Herzen nehmen.

Reduzierung Vertragskomplexität bei Finanzprodukten

Die Transparenz bei Finanzprodukten ist nicht gegeben. Die Komplexität sollte reduziert und die Transparenz, insbesondere in Bezug auf Kosten und Provisionen, muss erhöht werden. Bei gesetzlicher Verpflichtung der Anbieter zur Offenlegung aller Kosten einer Kapitalanlage in Euro und Cent könnte der Anleger unter Berücksichtigung dieser Kosten von sich aus prüfen, welcher absolute Betrag seiner Anlagesumme überhaupt in die Substanz des Produktes fließt und wie viel „weiche Kosten“ keinem Gegenwert entsprechen.

Unabhängige Beratung fördern

Der Trend zum Selbstentscheider und Online-Kauf bei Finanzprodukten nimmt zu. Dies steht im Zusammenhang mit dem Vertrauensverlust in die Finanzberatung. Ein Fünftel der Befragten kann sich unter Honorarberatung, also unabhängiger Beratung ohne Provisionsvergütung, nichts vorstellen. Es sollte durch den Gesetzgeber ein Berufsbild des Honorarberaters mit qualifizierter Berater-Ausbildung und verbindlichen Qualifikationsanforderungen etabliert werden. Die Verpflichtung für Anbieter, Finanzprodukte als Alternativangebot mit provisionsfreien Nettotarifen anzubieten, könnte den Markt für unabhängige Beratung fördern.

Finanzbildung

Die Finanzbildung sollte als fester Bestandteil in die Schulausbildung integriert werden.

Für die New York Stock Exchange und die anderen US-Börsen werden in der neuen Woche vor allem Konjunkturdaten interessant. Der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe und der Arbeitsmarktbericht bilden am Montag den Auftakt für die Mai-Indikatoren in den USA. Die meisten Experten rechnen mit einer Fortsetzung des Aufwärtstrends, also sollte es auch an den Börsen nach oben gehen. Am Dienstag werden in den USA die Absatzzahlen für den heimischen Automarkt veröffentlicht. Für Mittwochabend plant die US-Notenbank Federal Reserve die Veröffentlichung ihres neuesten Konjunkturberichts, des sogenannten „Beige Books“. Am Freitag steht der Arbeitsmarktbericht für die weltgrößte Volkswirtschaft an. Experten erwarten 215.000 neu geschaffene Stellen nach 288.000 im Vormonat.

Bei den Unternehmen erwarten Investoren Mitte der Woche die Details zur milliardenschweren Kapitalerhöhung der Deutschen Bank, was auch die amerikanischen Großbanken mit Interesse verfolgen werden. Spannend bleibt es im Übernahmepoker um den französische Industriekonzern Alstom, um die Siemens und der US-Riese General Electric buhlen. Bis zum 16. Juni will Siemens ein detailliertes Angebot vorlegen.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

02.06.2014, 12:37 Uhr

Wieder mal etwas zum ablachen im Handelsblättchen....
Die BILD kann das nicht besser ......

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