Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.10.2011

22:52 Uhr

Wall Street Marktbericht

EU-Gipfel macht US-Börsianern Mut

Nach ersten Nachrichten vom Euro-Krisengipfel in Brüssel sind alle Leitindizes der New Yorker Börse im Plus gelandet. Gute Quartalszahlen, wie die von Boeing, stützen den Auftrieb, aber Amazon setzte einen Dämpfer.

Börsianer an der Wall Street behalten den Euro-Gipfel zur Schuldenkrise im Auge dapd

Börsianer an der Wall Street behalten den Euro-Gipfel zur Schuldenkrise im Auge

New York Die Hoffnung auf eine Lösung der Schuldenkrise in Europa hat am Mittwoch zu steigenden Kursen an der Wall Street geführt. Die wichtigsten Indizes gingen mit Zuwächsen aus dem Handel, nachdem erste Details über die geplante Verstärkung des Rettungsfonds EFSF bekanntgeworden waren. Die Regierungen des Währungsraumes sind offenbar entschlossen, rund eine Billion Euro für angeschlagene Staaten zu mobilisieren.

In dem Reuters vorliegenden Entwurf der Erklärung des informellen Euro-Gipfel am Mittwochabend in Brüssel heißt es, dass das eingesetzte Volumen des Rettungsschirms um ein „Vielfaches“ gehebelt werden solle. In Eurokreisen hieß es, dabei gehe es um den Faktor vier. Joseph Tanious von J.P. Morgan Funds in New York sagte: „Der Teufel steckt immer im Detail.“ So sei die Frage, ob klarer wird, wie die Kapitalausstattung der Banken vergrößert werden solle.

Auch Quartalsberichte wichtiger Unternehmen sorgten für Optimismus bei Investoren. Schlechte Nachrichten von der US-Konjunktur hatten dagegen kaum Auswirkungen auf die Stimmung. Die Industrie erhielt im September wegen der sinkenden Nachfrage nach Autos und Flugzeugen weniger Aufträge.

Der Dow-Jones-Index der Standwerte schloss bei 11.869 Punkten, was einem Plus von 1,4 Prozent entspricht. Im Tagesverlauf pendelte er zwischen den Marken von 11.694 und 11.891. Der breiter gefasste Standard & Poor's 500 stieg um 1,05 Prozent auf 1242 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte um 0,5 Prozent auf 2650 Stellen zu. In Frankfurt schloss der Dax mit einem Verlust von 0,5 Prozent auf 6016 Punkte.

Der Nasdaq wurde anfangs von der Quartalsbilanz des weltgrößten Händlers im Internet, Amazon.com, heruntergezogen. Das Unternehmen schockierte Investoren mit einem Gewinnrückgang um 73 Prozent und warnte, dass es im Weihnachtsquartal sogar einen operativen Verlust geben könnte. Die Aktie verlor 12,7 Prozent.

Bei den Einzelwerten stand auch Boeing im Mittelpunkt. Der Flugzeugbauer legte überraschend starke Quartalsergebnisse vor und erhöhte seine Prognose fürs Gesamtjahr. Zudem setzte der Kunde All Nippon Airways den neuen Langstreckenflieger 787 erstmals im regulären Betrieb mit Passagieren ein. Die Aktie des Airbus-Rivalen legte 4,5 Prozent zu.

Ebenfalls zu den Gewinnern gehörte WellPoint mit einem Plus von 3,9 Prozent. Der Versicherer steigerte seinen Gewinn stärker als prognostiziert. Der zweitgrößte US-Autobauer Ford setzte seine Erholung im dritten Quartal dank der robusten Pkw-Nachfrage auf dem Heimatmarkt fort und baute seine Schulden weiter ab. Beim Gewinn verbuchte Ford jedoch einen Rückgang, weil der Vorstand die Entwicklung der Rohstoffkosten falsch einschätzte und den Wert der Absicherungsgeschäfte in der Bilanz abschreiben musste. Die Aktie gab um 4,5 Prozent nach.

Nach oben ging es auch mit Aktien des Ölkonzerns ConocoPhillips , der im abgelaufenen Quartal mehr verdiente als von Analysten erwartet. Anleger honorierten die Bilanz - die Aktie ging um 1,7 Prozent nach oben.

Die steigenden Kurse an der Wall Street haben am Mittwoch zu Verlusten bei US-Staatsanleihen geführt. Die zehnjährigen Papiere fielen um 26/32 auf 99-8/32. Sie rentierten mit 2,209 Prozent. Die 30-jährigen Bonds sanken sogar um 60/32 auf 110 und hatten eine Rendite von 3,225 Prozent.

Wie der Wall-Street-Handel lief

Video: Wie der Wall-Street-Handel lief

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×