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06.01.2012

22:36 Uhr

Wall Street Marktbericht

Europas Schuldenkrise belastet US-Börsen

Die US-Anleger haben zum Wochenausklang besorgt nach Europa geschaut. Dabei verpuffte sogar die Wirkung des positiv ausgefallenen Arbeitsmarktberichts der USA. Auf der Verkaufsliste standen Alcoa-Aktien.

Händler an der Wall Street: Sorgen um Europa verhinderten Kursgewinne. AFP

Händler an der Wall Street: Sorgen um Europa verhinderten Kursgewinne.

New YorkTrotz einer Aufhellung am US-Arbeitsmarkt hat die Wall Street am Freitag keine Richtung gefunden. Nach wie vor überwog die Vorsicht der Anleger wegen der europäischen Schuldenkrise.

Zwar seien die Job-Daten erfreulich, hieß es am Freitag bei Händlern. „Es ist aber noch ein weiter Weg, bis der Arbeitsmarkt wieder als stark bezeichnet werden kann“, sagte Frank Davis, Handelschef bei LEK Securities. Auch könne in der europäischen Schuldenkrise noch viel passieren.

Die Zahl der Beschäftigten stieg außerhalb der Landwirtschaft im Dezember um 200.000. Das Plus war damit doppelt so hoch wie im November. Von Reuters befragte Analysten hatten nur mit 150.000 gerechnet. „Auf den ersten Blick weisen die Zahlen in die richtige Richtung“, sagte Davis. Dieser Trend müsse im kommenden Monat mit ähnlichen Zahlen aber noch untermauert werden.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab 0,5 Prozent auf 12.359 Punkte nach. Im Handelsverlauf bewegte sich das Marktbarometer zwischen 12.332 und 12.415 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 fiel 0,3 Prozent auf 1278 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rückte dagegen um 0,2 Prozent auf 2674 Punkte vor.

Im Wochenvergleich legte der Dow um 1,2 Prozent, der S&P um 1,6 Prozent und die Nasdaq 2,7 Prozent zu. In Frankfurt ging der Deutsche Aktienindex (Dax) mit einem Minus von 0,6 Prozent auf 6058 Punkten aus dem Handel.

Den positiven Daten vom US-Arbeitsmarkt standen erneut beunruhigende Nachrichten aus Europa gegenüber. So gönnten Investoren den Sorgenkindern Italien und Spanien keine Verschnaufpause. Die Renditen der zehnjährigen Anleihen stiegen am Freitag weiter. Dies ist Ausdruck wachsender Zweifel an der Zahlungsfähigkeit der hoch verschuldeten Länder.

Zudem wartete die deutsche Industrie mit dem stärksten Auftragsminus seit der Finanzkrise auf. Wegen der schwachen Nachfrage aus dem Ausland brachen die Aufträge im November so kräftig ein wie seit dem Höhepunkt der Finanzkrise vor drei Jahren nicht mehr.

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Mitten in den verzweifelten Bemühungen Ungarns um einen Notkredit des IWF strafte darüber hinaus die Ratingagentur Fitch das klamme Land ab. Die Bonitätswächter senkten am Freitag die Kreditwürdigkeit auf den Ramschstatus BB+ und setzten auch den Ausblick auf negativ.

Auf den Verkaufslisten der Anleger standen die Aktien des Aluminium-Riesen Alcoa. Sie fielen 2,1 Prozent, nachdem der Konzern als erster auf die rasant fallenden Preise des Leichtmetalls reagiert und die Produktionskürzungen angekündigt hatte.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 710 Millionen Aktien den Besitzer. 1393 Werte legten zu, 1599 gaben nach und 95 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,7 Milliarden Aktien 1111 im Plus, 1372 im Minus und 131 unverändert.

Von

rtr

Kommentare (2)

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www.steuerembargo.co.de

06.01.2012, 23:53 Uhr

Einfach lächerlich, dass alle Europäer das Geldsystem Problem auf sich beziehen lassen. Die Medien sind in diesem Punkt alle auf Europa als Quelle der Ursache focusiert.
Natürlich hat Europa auch ein Problem, wie die ganze Welt mit diesem Geldsystem ein systembedingtes Problem hat. Nur mit einem Unterschied, dass dieses System in weit umfassenderer Weise in USA genutzt wurde und ausschließlich durch deren Geldmengenwachstum und Extremverschuldung sowohl der öffentlichen Hand, der Unternehmen und nicht zuletzt der privaten Haushalte mit unvorstellbaren exzessen nun zur ultimativen und weltweiten Katastrophe führen MUSS!
Aber die Europäer sind offensichtlich so bescheuert, dass sie sich den Schuh einfach anziehen lassen und die Medien sind sicher aus den USA gesteuert, ansonsten wäre eine solche extreme, einseitige Kampagne einfach nicht möglich!
Man ist es fast überdrüssig, sich einen derartigen Unsinn der öffentlich in den Medien verbreitet wird, weiter zu konsumieren!

Machiavelli

07.01.2012, 05:11 Uhr

Das Problem ist das Prinzip der eigenen Verantwortung dass von Deutschland und Frankreich zum eigenen Vorteil, bei der Euroeinführung, durchgesetzt wurde.
Eine Währungsunion zwischen Ländern mit so verschiedenen natürlichen Standortvorteile und Ausgangsvoraussetzungen kann ohne gemeinsame Verantwortung einfach nicht funktionieren.
Diese Art von Währungsunion kann am Ende nur zu einer Art von Neokolonialismus führen, mit einer horizontale Arbeitsteilung, mit hochindustrialisierten Länder und Bananenrepubliken.
Politisch schon jetzt zum Tode verurteilt weil die Europäische Länder sich dies nicht gefallen lassen werden.

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