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25.05.2014

15:47 Uhr

Wall Street

Rekordjagd und kein Ende?

Vor dem Start ins lange Wochenende hatten die Indizes in den USA deutliche Gewinne verzeichnet. In der kommenden Woche sehen Konjunkturdaten im Fokus der Anleger. Noch scheint es viele potenzielle Investoren zu geben.

Am Montag bleibt die US-Börse wegen eines Feiertags geschlossen. ap

Am Montag bleibt die US-Börse wegen eines Feiertags geschlossen.

New YorkDie Börsen in den USA legen am Montag erst einmal eine Pause ein. Grund ist der nationale Feiertag Memorial Day. Am Freitag hatten die wichtigsten US-Indizes deutliche Zugewinne verzeichnet - unter anderem dank unerwartet guter Absatzzahlen am US-Häusermarkt. Der S&P 500 verzeichnete sogar den höchsten Schlussstand seiner Geschichte und ging mit 1900 Punkten aus dem Handel.

Der Dow-Jones-Index schloss bei 16.606 Punkten mit 0,38 Prozent im Plus. Die Technologiebörse Nasdaq gewann 0,76 Prozent und schloss bei 4185 Punkten. Auch im Wochenverlauf lagen alle drei Indizes im Plus: Der Dow gewann 0,7 Prozent, der S&P 500 1,2 Prozent und die Nasdaq 2,3 Prozent.

Die aktuellen Daten zum Immobilienmarkt sorgten für gute Stimmung. Die Zahl der verkauften Neubauten stieg im Vergleich zum Vormonat um 6,4 Prozent auf eine Jahresrate von 433.000 Einheiten. Von Reuters befragte Analysten hatten nur mit einem Anstieg auf 425.000 gerechnet.

Was Kunden, Banker und Regierung tun sollten

Handlungsempfehlung für Kunden

Was müssen Privatkunden beachten, damit sie sich für das richtige das richtige Finanzprodukt abschliessen? Elf Vorschläge von Julius Reiter, Professor für Banking & Finance an der FOM-Hochschule für Oekonomie und Management und Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht in der Kanzlei Baum Reiter & Collegen in Düsseldorf.

Verbesserung des Finanzproduktverständnisses

Kunden müssen alle Konsequenzen im Rahmen eines Finanzgeschäfts beurteilen können. Ist dies nicht gegeben, sollten sie auf den Vertragsabschluss verzichten.

Überprüfung der Vertragsdetails

Kunden profitieren bei der Auswahl des geeigneten Finanzprodukts von einer kritischen Prüfung des Vertragswerks. Kunden gewinnen langfristig, wenn sie neben den Chancen und Risiken auch die Gebührenstruktur eines Finanzprodukts kritisch beim Erwerb hinterfragen.

Umgang mit persönlichen Daten

Kunden sollten kritisch hinterfragen, welche Informationen sie dem Finanzberater preisgeben. Weiterhin sollten sie den Umgang mit ihren persönlichen Daten, insbesondere im Internet, restriktiv handhaben. Öffentlich zugängliche personenbezogene Daten können von der Finanzbranche strategisch und in der Beratung verkaufspsychologisch genutzt werden.

Handlungsempfehlung für Banken

Banken sollten für eine erfolgreiches wirtschaften folgende Ratschläge beachten.

Suchmaschinenoptimierung

Suchmaschinen sind im Kaufentscheidungsprozess für Bankkunden eine wichtige Informationsquelle. Eine Suchmaschinenoptimierung erscheint erforderlich, um Kunden entsprechende Informationen zur Verfügung stellen zu können.

Abstimmung des Filial- und Internetangebots

Banken profitieren von einem auf das Kundenbedürfnis ausgerichteten Angebot im Internet. Die Optimierung des Vertriebsweges Internet bei gleichzeitiger Abstimmung mit lokalen Angeboten erscheint sinnvoll.

Optimierung der Vergütungsstruktur

Die Gruppe der Selbstentscheider und der Online-Käufer wächst. 25% der Kunden lassen sich in Banken und bei Finanzdienstleistern beraten, kaufen aber die Finanzprodukte im Anschluss online. Dies steht im Zusammenhang mit gestörtem Vertrauen in die Unabhängigkeit und Kompetenz der Finanzberatung. Entlohnungssysteme im Rahmen der Beratung sollten überprüft und die Qualität der Beratung gegenüber den Kunden deutlicher herausgestellt werden.

Handlungsempfehlung für Gesetzgeber

Juristen sollten die sich nachfolgenden Tipps zu Herzen nehmen.

Reduzierung Vertragskomplexität bei Finanzprodukten

Die Transparenz bei Finanzprodukten ist nicht gegeben. Die Komplexität sollte reduziert und die Transparenz, insbesondere in Bezug auf Kosten und Provisionen, muss erhöht werden. Bei gesetzlicher Verpflichtung der Anbieter zur Offenlegung aller Kosten einer Kapitalanlage in Euro und Cent könnte der Anleger unter Berücksichtigung dieser Kosten von sich aus prüfen, welcher absolute Betrag seiner Anlagesumme überhaupt in die Substanz des Produktes fließt und wie viel „weiche Kosten“ keinem Gegenwert entsprechen.

Unabhängige Beratung fördern

Der Trend zum Selbstentscheider und Online-Kauf bei Finanzprodukten nimmt zu. Dies steht im Zusammenhang mit dem Vertrauensverlust in die Finanzberatung. Ein Fünftel der Befragten kann sich unter Honorarberatung, also unabhängiger Beratung ohne Provisionsvergütung, nichts vorstellen. Es sollte durch den Gesetzgeber ein Berufsbild des Honorarberaters mit qualifizierter Berater-Ausbildung und verbindlichen Qualifikationsanforderungen etabliert werden. Die Verpflichtung für Anbieter, Finanzprodukte als Alternativangebot mit provisionsfreien Nettotarifen anzubieten, könnte den Markt für unabhängige Beratung fördern.

Finanzbildung

Die Finanzbildung sollte als fester Bestandteil in die Schulausbildung integriert werden.

In Europa dürfte sich zu Wochenbeginn wohl viel um die Ergebnisse der Europawahl drehen. Auch die Ukraine dürfte die hiesigen Kurse beeinflussen, während die US-Märkte zuletzt kaum auf die Meldungen aus der Ukraine reagiert hatten.

Am Dienstag werden Konjunkturdaten aus den USA erwartet: Die Aufmerksamkeit der Anleger richtet sich auf die Zahlen zu den US-Auftragseingängen langlebiger Güter im April. Commerzbank-Analyst Christoph Balz rechnet nach der kräftigen Zunahme des Auftragseingangs im März nun mit einer Stagnation.

Auf Unternehmensseite stehen nach Abschluss der Bilanzsaison zum ersten Quartal nur wenige potenziell kursbewegende Termine auf der Agenda. Einige Unternehmen wie die Deutsche Post oder die Porsche SE (jeweils Dienstag) laden zu ihren Hauptversammlungen. Der Bahntechnikkonzern Vossloh öffnet seinen Aktionären ebenfalls die Türen (Mittwoch): Der neue Aufsichtsrats-Chef und Großaktionär Heinz Hermann Thiele stellt sich den Fragen der Anteilseigner.

Der Blick auf die Stimmung der US-Privatanleger zeigt, dass es an den Märkten weiterhin ein großes Potenzial gibt: Mehr als 43 Prozent sind derzeit neutral eingestellt und vermutlich gar nicht investiert. Das ist der höchste Wert seit gut elf Jahren. Experten erwarten, dass diese Investoren wieder in den Markt einsteigen, sollte es neue Impulse. Das dürfte den neuen Trend dann verstärken.

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