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05.05.2011

22:49 Uhr

Wall Street

Schwache Arbeitsmarktdaten belasten US-Börsen

Konjunkturpessimismus in den USA: An den Rohstoffmärkten kam es zu einem regelrechten Ausverkauf. Das US-Rohöl sank unter die Marke von 100 Dollar. Der Dow-Jones-Index schloss 1,1 Prozent niedriger.

Die New Yorker Börsen können den gestrigen Abwärtstrend nicht abwenden Quelle: dapd

Die New Yorker Börsen können den gestrigen Abwärtstrend nicht abwenden

New YorkEnttäuschende Zahlen vom US-Arbeitsmarkt haben den Investoren an der Wall Street am Donnerstag die Laune verdorben. Die drei wichtigsten Indizes gingen mit einem Minus aus dem Handel. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stieg in der Vorwoche überraschend auf den höchsten Stand seit acht Monaten.

Dies dämpfte die Hoffnung auf eine Entspannung am kriselnden Jobmarkt und trübte auch die Aussichten für die US-Konjunktur insgesamt. Der Trend deute nach unten, sagten Händler. An den Rohstoffmärkten kam es zu einem regelrechten Ausverkauf. Das US-Öl sank unter die Marke von 100 Dollar, Brent unter die Marke 110 Dollar.

Der Dow-Jones-Index schloss 1,1 Prozent niedriger auf 12.584 Punkten. Während des Tages bewegte sich der Leitindex zwischen den Marken von 12.521 und 12.724. Der S+P-500 gab 0,9 Prozent auf 1335 Zähler ab. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab seine Kursgewinne ab und ging mit einem Minus von 0,5 Prozent auf 2814 Punkten aus dem Handel.

In Frankfurt schloss der Dax mit einem hauchdünnen Plus bei 7376 Stellen. „Die größte Sorge am Markt ist, dass die Verbraucher nicht in der Lage sind, Geld auszugeben“, sagte Analystin Kim Caughey von der Fort Pitt Capital Group. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stieg in der vergangenen Woche um 43.000 auf saisonbereinigt 474.000. Experten hatten dagegen mit einem leichten Rückgang auf 410.000 gerechnet.

Erst am Mittwoch hatten Jobdaten dem Markt einen Dämpfer verpasst: Die US-Privatwirtschaft schuf im April weniger neue Stellen als erwartet. Die Anleger an der Wall Street und die US-Notenbank Fed seien zuletzt wohl zu optimistisch gewesen, sagte Investmentstratege Bob Andrews von Merion Wealth Partners. „Wir stürzen nicht gerade eine Klippe herunter, aber der Weg zu einer wirklichen Erholung und zu Vollbeschäftigung ist noch weit.“

Die Konjunktursorgen drückten auch die Rohstoffpreise, was vor allem die zuletzt gestiegenen Energiewerte belastete. Die Aktien des Ölkonzerns Exxon Mobil büßten 2,6 Prozent ein. Die Papiere des Rivalen Chevron gaben zwei Prozent nach. Mit Aktien von Fluggesellschaften, deren Geschäftszahlen stark von den Energiekosten abhängen, ging es dagegen aufwärts.

Zu den Verlierern gehörte der Autobauer General Motors, obwohl die Opel-Mutter den Nettogewinn im ersten Quartal auf 3,2 Milliarden Dollar mehr als verdreifachen und im Europa-Geschäft die Gewinnschwelle erreichen konnte. Die Aktie gab 3,1 Prozent nach. Analysten zeigten sich über die Entwicklung der Autopreise besorgt, die nach weiteren Kaufanreizen unter denen des Lokalrivalen Ford lagen. Ford-Papiere schlossen mit einem Minus von 0,5 Prozent. Bei den Technologiewerten standen die Papiere des Spieleherstellers Electronic Arts im Blickpunkt. Das Unternehmen übertraf mit seiner Bilanz für das vierte Geschäftsquartal bei Gewinn und Umsatz die Erwartungen. Besonders gut verkauften sich der Science-Fiction-Actionspiele „Crysis 2“ und „Dead Space 2“. Die EA-Papiere lagen mit fast neun Prozent im Plus.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,12 Milliarden Aktien den Besitzer. 1133 Werte legten zu, 1859 gaben nach, und 108 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,23 Milliarden Aktien 989 im Plus, 1567 im Minus und 129 unverändert.

Von

rtr

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