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15.06.2014

15:31 Uhr

Wall Street

US-Anleger fürchten sich vor der Irak-Krise

Die Kämpfe im Irak sorgen für Nervosität an den Börsen. Die Anleger an Wall Street schauen vor allem auf die amerikanischen Währungshüter, die über die Geldpolitik beraten.

hHändler an der Wall Street: Wie lange hält die Hausse? ap

hHändler an der Wall Street: Wie lange hält die Hausse?

New YorkAn der Wall Street sorgt die Islamisten-Offensive im Irak und die Furcht vor einem Abschwung der Weltwirtschaft für Verunsicherung. Börsianer gehen daher davon aus, dass die Investoren vorsichtiger agieren werden. Der steigende Ölpreis und die Sorge um eine Verschärfung des Konflikts dürften vor allem Aktien aus den Bereichen Energie und Militär in den Fokus der Investoren rücken.

Für Kate Warne, Investmentstrategien bei Edward Jones, ist es naheliegend, dass Aktien aus dem Verteidigungssektor von einer Verschärfung der Lage im Irak profitieren dürften. Allerdings bedeute dies nicht zwangsläufig, dass Anleger nun ausschließlich in Werte aus dem Verteidigungsbereich strömen, in der Erwartung, dass die Umsätze der Militär-Unternehmen im Zuge neuer Regierungsaufträge anziehen.

Die USA planen derzeit keinen Einsatz ihrer Soldaten gegen islamistische Rebellen im Irak. Er werde in den kommenden Tagen jedoch andere Optionen prüfen, hatte US-Präsident Barack Obama am Freitag in Washington gesagt.

Was Kunden, Banker und Regierung tun sollten

Handlungsempfehlung für Kunden

Was müssen Privatkunden beachten, damit sie sich für das richtige das richtige Finanzprodukt abschliessen? Elf Vorschläge von Julius Reiter, Professor für Banking & Finance an der FOM-Hochschule für Oekonomie und Management und Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht in der Kanzlei Baum Reiter & Collegen in Düsseldorf.

Verbesserung des Finanzproduktverständnisses

Kunden müssen alle Konsequenzen im Rahmen eines Finanzgeschäfts beurteilen können. Ist dies nicht gegeben, sollten sie auf den Vertragsabschluss verzichten.

Überprüfung der Vertragsdetails

Kunden profitieren bei der Auswahl des geeigneten Finanzprodukts von einer kritischen Prüfung des Vertragswerks. Kunden gewinnen langfristig, wenn sie neben den Chancen und Risiken auch die Gebührenstruktur eines Finanzprodukts kritisch beim Erwerb hinterfragen.

Umgang mit persönlichen Daten

Kunden sollten kritisch hinterfragen, welche Informationen sie dem Finanzberater preisgeben. Weiterhin sollten sie den Umgang mit ihren persönlichen Daten, insbesondere im Internet, restriktiv handhaben. Öffentlich zugängliche personenbezogene Daten können von der Finanzbranche strategisch und in der Beratung verkaufspsychologisch genutzt werden.

Handlungsempfehlung für Banken

Banken sollten für eine erfolgreiches wirtschaften folgende Ratschläge beachten.

Suchmaschinenoptimierung

Suchmaschinen sind im Kaufentscheidungsprozess für Bankkunden eine wichtige Informationsquelle. Eine Suchmaschinenoptimierung erscheint erforderlich, um Kunden entsprechende Informationen zur Verfügung stellen zu können.

Abstimmung des Filial- und Internetangebots

Banken profitieren von einem auf das Kundenbedürfnis ausgerichteten Angebot im Internet. Die Optimierung des Vertriebsweges Internet bei gleichzeitiger Abstimmung mit lokalen Angeboten erscheint sinnvoll.

Optimierung der Vergütungsstruktur

Die Gruppe der Selbstentscheider und der Online-Käufer wächst. 25% der Kunden lassen sich in Banken und bei Finanzdienstleistern beraten, kaufen aber die Finanzprodukte im Anschluss online. Dies steht im Zusammenhang mit gestörtem Vertrauen in die Unabhängigkeit und Kompetenz der Finanzberatung. Entlohnungssysteme im Rahmen der Beratung sollten überprüft und die Qualität der Beratung gegenüber den Kunden deutlicher herausgestellt werden.

Handlungsempfehlung für Gesetzgeber

Juristen sollten die sich nachfolgenden Tipps zu Herzen nehmen.

Reduzierung Vertragskomplexität bei Finanzprodukten

Die Transparenz bei Finanzprodukten ist nicht gegeben. Die Komplexität sollte reduziert und die Transparenz, insbesondere in Bezug auf Kosten und Provisionen, muss erhöht werden. Bei gesetzlicher Verpflichtung der Anbieter zur Offenlegung aller Kosten einer Kapitalanlage in Euro und Cent könnte der Anleger unter Berücksichtigung dieser Kosten von sich aus prüfen, welcher absolute Betrag seiner Anlagesumme überhaupt in die Substanz des Produktes fließt und wie viel „weiche Kosten“ keinem Gegenwert entsprechen.

Unabhängige Beratung fördern

Der Trend zum Selbstentscheider und Online-Kauf bei Finanzprodukten nimmt zu. Dies steht im Zusammenhang mit dem Vertrauensverlust in die Finanzberatung. Ein Fünftel der Befragten kann sich unter Honorarberatung, also unabhängiger Beratung ohne Provisionsvergütung, nichts vorstellen. Es sollte durch den Gesetzgeber ein Berufsbild des Honorarberaters mit qualifizierter Berater-Ausbildung und verbindlichen Qualifikationsanforderungen etabliert werden. Die Verpflichtung für Anbieter, Finanzprodukte als Alternativangebot mit provisionsfreien Nettotarifen anzubieten, könnte den Markt für unabhängige Beratung fördern.

Finanzbildung

Die Finanzbildung sollte als fester Bestandteil in die Schulausbildung integriert werden.

Mit Spannung blicken Börsianer zudem auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank am Mittwoch und die anschließende Pressekonferenz ihrer Chefin Janet Yellen. Die Fed werde wohl nur die erneute Reduzierung der monatlichen Wertpapierkäufe auf 35 von derzeit 45 Milliarden Dollar ankündigen, schreiben die Commerzbank-Analysten Bernd Weidensteiner und Christoph Balz in einem Kommentar. Die US-Zinswende werde aber früher kommen als bislang allgemein erwartet. "Die US-Wirtschaft steht besser da als viele vermuten", betonten sie.

Hinweise auf den Zustand der weltgrößten Volkswirtschaft erhoffen sich Börsianer unter anderem vom Konjunkturindex der Federal Reserve Bank von Philadelphia (Philly Fed) am Donnerstag. Von Reuters befragte Analysten sagen für Juni einen Rückgang auf 14,8 Punkte von 15,4 Zählern voraus. Das Stimmungsbarometer der New Yorker Fed (Montag) sei auf 15,7 Stellen von 19,01 Punkten zurückgegangen.

Bei den Unternehmen steht erneut der Übernahmepoker um Alstom im Fokus. Börsianer rechnen mit Klarheit über ein mögliches offizielles Gebot von Siemens und seinen Partnern Mitsubishi und Hitachi für den französischen Technologie-Konzern. Die drei wollen den US-Rivalen General Electric (GE) ausstechen.

Von

rtr

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