Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.08.2011

22:21 Uhr

Wall Street

US-Börsen dümpeln dahin

Nach einem gutem Start bröckelten die Kurse an der Wall Street einmal mehr. Der Dow Jones fing sich bis zum Handelsschluss etwas, gelitten hat vor allem der Nasdaq. Auslöser dafür waren schwache Quartalszahlen bei Dell.

Händler in New York freuen sich heute über gute Zahlen aus dem US-Einzelhandel. Quelle: dapd

Händler in New York freuen sich heute über gute Zahlen aus dem US-Einzelhandel.

New YorkAn der Wall Street suchen die Anleger nach den jüngsten Kursturbulenzen weiter festen Halt. Nach einem freundlichen Handelsstart übernahmen am Mittwoch die Pessimisten wieder das Ruder und drückten die US-Börsen ins Minus. Am Ende erholten sich die Standardwerte wieder und schlossen minimal im Plus, während die Technologieaktien den Handelstag wegen eines enttäuschenden Quartalsberichts des Computerherstellers Dell im negativen Terrain beendeten.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging kaum verändert mit 11.410 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 0,1 Prozent auf 1194 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab dagegen 0,5 Prozent nach auf 2511 Stellen. In Frankfurt hatte der Dax 0,8 Prozent tiefer auf 5949 Punkten geschlossen.

Ansteckend wirkte auch die Unzufriedenheit an den europäischen Märkten über das deutsch-französische Gipfeltreffen vom Dienstag. „Ich glaube, das ist ein Prozess der Bodenbildung, und das wird Wochen dauern“, sagte Investmentstratege Jeffrey Saut von Raymond James Financial. Der Markt werde weiter bestimmt von Befürchtungen, dass Europa seine Schuldenprobleme nicht in den Griff bekommt und die USA wieder in eine Rezession abrutschen. Letzteres halte er derzeit aber für nicht wahrscheinlich, sagte Saut.

Für einen Dämpfer an den europäischen Börsen sorgten die Ergebnisse des Gipfeltreffens von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy zur Schuldenkrise. Die Pläne zur Stärkung der Eurozone reichen aus Sicht vieler Marktteilnehmer nicht aus, um Europa aus dem Schuldensumpf zu ziehen.

An der Wall Street waren die Reaktionen zunächst versöhnlicher. In den USA hätten zwar viele auf Schritte hin zu gemeinsamen europäischen Anleihen, den Euro-Bonds, gehofft, sagte Art Hogan von Lazard Capital. Aber aus Deutschland gebe es immerhin ein starkes Signal der Bereitschaft zur Rettung der Währungszone. Doch im Handelsverlauf kippte die Stimmung, die Indizes rutschten ab.

Druck auf die Kurse kam vom Dell-Quartalsbericht. Die Erlöse lagen unter den Erwartungen. Außerdem sagte das Management eine Umsatzstagnation für das laufende Vierteljahr voraus. Dell-Aktien brachen um gut zehn Prozent ein. In ihrem Sog rutschten die Titel von Hewlett-Packard um 3,7 Prozent ab und zogen belasteten damit den Dow.

Anfangs hatten erfreuliche Zahlen großer Einzelhandelskonzerne die New Yorker Märkte noch gestützt. Die Büroartikel-Kette Staples und der Discounter Target nährten mit ihren Quartalsberichten Hoffnungen, dass die US-Verbraucher trotz der unsicheren Konjunkturperspektiven ausgabenfreudig bleiben. „Die Konsumenten sind vielleicht nicht sehr zuversichtlich, aber sie geben weiter Geld aus“, sagte Investmentstratege Al Kugel von Atlantic Trust.

Der Target-Kurs stieg 2,4 Prozent. Steigende Nachfrage zum Ende der Schulferien verhalf der Büroartikel-Kette zu einem Gewinnanstieg. Staples-Aktien schlossen 0,5 Prozent höher. Das Unternehmen übertraf mit seinen Ergebnissen die Erwartungen und hob seine Gewinnprognose an.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,97 Milliarden Aktien den Besitzer. 1802 Werte legten zu, 1210 gaben nach und 97 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,91 Milliarden Aktien 1176 im Plus, 1356 im Minus und 127 unverändert.

Der Tag an den Märkten (Stand 17:45 Uhr)

Dax

-5,8 Prozent

MDax

-6,1 Prozent

TecDax

-4,9 Prozent

Eurostoxx 50

-5,3 Prozent

Nikkei

-1,3 Prozent

CSI 300 (China)

-1,8 Prozent

Dow Jones

-3,6 Prozent

S&P 500

-3,8 Prozent

Nasdaq

-4,1 Prozent

Euro

1,4320 Dollar (-0,7 Prozent)

Öl (Brent)

108,05 Dollar (-2,6 Prozent)

Gold

1.815 Dollar je Feinunze (+1,5 Prozent)

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×