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23.04.2011

09:35 Uhr

Wall-Street-Vorschau

„Langeweiler-Titel“ könnten wieder sexy werden

In der Woche nach Ostern steht an der Wall Street ein weiterer Lackmustest der Konjunkturerholung an. Erste Hedgefonds-Manager setzen nun wieder auf Standardwerte.

Händler an der New Yorker Wall Street. Quelle: dapd

Händler an der New Yorker Wall Street.

New York

180 der 500 im S&P-Index enthaltenen Unternehmen werden Einblick in ihre Geschäftsentwicklung geben. Darunter befinden sich Branchenriesen wie Microsoft, Pepsico und Coca-Cola. Diese Blue Chips stehen zwar für zugkräftige Marken, waren an der Börse zuletzt aber nicht besonders beliebt. Sollten sie nun allerdings die Anleger überzeugen, könnte ihre Stunde schlagen.

Die Kurserholung seit der Rezession hing stärker an Aktien von Industrie- und Energieunternehmen, die von einer starken Nachfrage aus den Schwellenländern profitieren. "Wenn aber die Pepsis, Colas und andere internationale, allgemein bekannte Marken gute Ergebnisse verbuchen, wird das die Erkenntnis bringen, dass der Aktienmarkt auch viele der heimischen Probleme überwinden kann", sagt Analyst Nick Kalivas von MF Global. Die relativ niedrigen Kurse dieser Blue-Chip-Werte machen sie zu günstigen Kaufgelegenheiten: "Während jeder von wachstumsstarken Anlegerlieblingen und Rohstofftiteln schwärmt, ist das für uns genau die Zeit, in die Defensive zu gehen und langweilige Unternehmen zu halten", sagt Hedgefonds-Manager Whitney Tilson von T2 Partners.

Doch die Erfolgslatte liegt vergleichsweise hoch. Drei Viertel der Unternehmen, die ihre Quartalsberichte bereits vorgelegt haben, übertrafen mit ihren Zahlen nach Reuters-Berechnungen die Erwartungen von Experten. In der vergangenen Woche war dies vor allem das Technologie-Flaggschiff Apple. Der Dow-Jones-Index sowie der S&P-500-Index legten jeweils 1,3 Prozent zu, die Nasdaq um zwei Prozent.

Neben den Geschäftsberichten dürfte im Kalender der Börsianer ein weiterer Termin rot markiert sein: Für Mittwoch hat US-Notenbankchef Ben Bernanke zur ersten Fed-Pressekonferenz nach einer Zinssitzung geladen. Die Börsianer treibt vor allem die Frage um, wann die Phase extrem lockerer Geldpolitik zuende sein wird: Was kommt, wenn Ende Juni das konjunkturstimulierende Programm zum Ankauf von Staatsleihen über 600 Milliarden Dollar wie geplant ausläuft. Viele Anleger fürchten, dass die Fed dem Markt dann wieder etwas Liquidität entziehen wird. Offen ist, wie sich das dann auf die Wirtschaftserholung auswirken wird.

"Wie viel davon ist nur künstlich, durch Schuldenmachen und Gelddrucken angeheizt? Und wie viel davon ist beständig?", fragt sich Investor Wilson. "Die Antworten kenne ich nicht, aber ich mache mir Sorgen.

Von

rtr

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