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27.01.2013

10:56 Uhr

Wall-Street-Vorschau

US-Anleger blicken stur nach vorn

Schlechte Nachrichten? Egal! Börsianern zufolge wird sich der Aufwärtstrend an der Wall Street auch in der kommenden Woche fortsetzen – relativ unabhängig von äußeren Einflüssen. Es wird nur über die Höhe diskutiert.

Händler der New York Stock Exchange. dapd

Händler der New York Stock Exchange.

New YorkDie US-Aktienmärkte werden ihre Rally vermutlich auch in der kommenden Woche fortsetzen. Stimmung und Verfassung des Marktes seien so robust, dass er Händlern zufolge auch schlechte Nachrichten mühelos verarbeiten kann. „Wir sehen ein größeres Interesse an Aktien insgesamt und eine Menge Kapitalwanderungen von Anleihen zu Aktien“, sagte Paul Zemsky, Vermögensverwalter bei ING Investment Management. Eine Blasenbildung sei nicht in Sicht.

Mit Spannung warten Anleger in der neuen Handelswoche auf weitere Quartalsberichte, unter anderem von den Börsenschwergewichten Amazon.com, Caterpillar, Ford und Pfizer. Bei den Konjunkturnachrichten dürfte vor allem der Arbeitsmarktbericht am Freitag eine Rolle im Handelsgeschehen spielen. Experten erwarten ein Stellenplus von 155.000 im Januar bei einer unveränderten Arbeitslosenquote von 7,8 Prozent.

Dax-Ausblick: Vorsicht vor der rosaroten Rally-Brille

Dax-Ausblick

Vorsicht vor der rosaroten Rally-Brille

Analysten gehen von neuen Höchstständen aus. Doch die Euro-Krise ist noch nicht vorbei.

Seit Jahresbeginn hat der S&P-Index 5,4 Prozent gewonnen und am Freitag sogar die Marke von 1.500 Punkten übersprungen – das war das erste Mal seit mehr als fünf Jahren. Experten gehen davon aus, dass im positiven Sinne alle Dämme brechen werden, sollte erst einmal die Marke von 1.510 geknackt sein. „Dann erhöhen wir die Wahrscheinlichkeit, dass wir die Höchststände von 2007 erreichen werden, dramatisch“, sagte Walter Zimmermann, technischer Analyst von United-ICAP in Jersey City. Das könne der Startschuss sein für eine Rally bis auf Stände von 1.800 in den kommenden Jahren.

Bestes Beispiel dafür, dass der Markt auch negative Bewegungen problemlos verdauen konnte, waren die Einbrüche bei der Apple-Aktie am Donnerstag. Der Markt hielt sich robust, obwohl die Titel des iPhone-Herstellers um zwölf Prozent einbrachen und sowohl im S&P-500 als auch an der Nasdaq-100 stark gewichtet sind. Der Rückgang verhinderte größere Gewinne bei den Indizes. Zukunftssorgen überschatteten bei Apple die Bilanz trotz Rekordverkäufen bei iPhone und iPad .

Konjunkturindikatoren

ifo-Index

Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten gut und schlecht.

ZEW-Konjunkturerwartungen

Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

Einkaufsmanagerindex

Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

Baltic Dry Index (BDI)

Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

GfK-Konsumklima

Der GfK-Konsumklimaindex soll die Konsumneigung der Privathaushalte abbilden. Hierfür befragt das Institut monatlich 2000 repräsentativ ausgewählte Personen über ihr Anschaffungs- und Sparneigung auf Sicht von 12 Monaten sowie über ihre Erwartungen zur Gesamtwirtschaftlichen Situation.

Geldmenge M1

Das Geldmengenaggregat M1 umfasst den Bargeldumlauf und Sichteinlagen (jederzeit verfügbare Einlagen, zum Beispiel auf Girokonten). Sie ist ein Indikator für die Transaktionshäufigkeit in einer Volkswirtschaft. Steigt die Geldmenge M1, so wird in der Regel auch mehr gekauft.

Am Freitag absolvierte der S&P-500 seinen achten positiven Handelstag in Folge und machte damit die längste Gewinnserie seit Ende 2004 perfekt. Er stieg um 0,5 Prozent und schloss bei 1502 Stellen. An der Technologiebörse Nasdaq ging es 0,6 Prozent aufwärts auf einen Stand von 3149 Zählern. Der Dow-Jones-Index verabschiedete sich 0,5 Prozent höher bei 13.895 Zählern ins Wochenende. Auf Wochensicht verbuchte der Dow ein Plus von 1,8, der S&P von 1,1 und die Nasdaq von 0,5 Prozent.

Von

rtr

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