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17.11.2015

16:27 Uhr

Wall Street

Wer dank der US-Börse 2015 richtig absahnt

Vor allem für Investmentbanker die am Kauf und Verkauf von Pharmaunternehmen beteiligt waren, war es ein großartiges Jahr an der Wall Street. Welche Berufe sich an der US-Börse besonders gelohnt haben – und welche nicht.

Einige Berufsgruppen haben an der US-Börse im Jahr 2015 deutlich besser verdient als andere. ap

Wall Street

Einige Berufsgruppen haben an der US-Börse im Jahr 2015 deutlich besser verdient als andere.

Auf die üppigsten Vergütungsaufschläge dürfen sich 2015 Banker im Bereich Gesundheitsfürsorge freuen, wie aus einem Bericht von Experten der Options Group hervorgeht. Sie können wahrscheinlich mit einem Plus von durchschnittlich 20 Prozent rechnen. Weitere Gewinner sind demnach auch Banker in den Bereichen Telekommunikation, Medien und Technologie, sowie Händler von Zinsoptionen und Aktienderivaten. Ihr Einkommensplus dürfte bei 15 Prozent liegen. Der Bericht von Options Group versucht die größten Veränderungen bei den Vergütungen gegenüber dem Vorjahr vorauszusagen. Händler von notleidenden Anleihen und strukturierten Festzins-Hypothekenpapieren müssen sich indes auf einen Rückgang ihrer Bezahlung um 25 Prozent einstellen.

Eine Welle von Übernahmen in den Bereichen Pharma und Technologie hat das gesamte Transaktionsvolumen in diesem Jahr auf über 3,1 Billionen Dollar getrieben, und der bisherige Rekord aus dem Jahr 2007 könnte sogar noch gebrochen werden. Aktienhändler können sich wohl auf einen Vergütungsanstieg von sieben Prozent einstellen. Doch für die Händler im Bereich Festverzinsliche sind die Aussichten gemischt: Wer Unternehmensanleihen und Rohstoffe handelt, dem droht ein zweistelliger Rückgang bei der Bezahlung. Für Zins- und Devisenhändler könnte es hingegen fünf Prozent nach oben gehen.

Gehaltsmillionäre bei deutschen Banken (nach Funktionen)

Quelle

Die European Banking Authority in London veröffentlicht jährlich eine Übersicht über Einkommensmillionäre bei europäischen Banken. Die Zahlen hier beziehen sich auf das Jahr 2013 und wurden im September 2015 von der Behörde veröffentlicht.

Management-Aufsicht

Zahl der Einkommensmillionäre:
1
Fix-Gehalt:
1,38 Millionen Euro

(Kein Vergleichsdaten für das Vorjahr)

Allgemeine Management-Funktionen

Zahl der Einkommensmillionäre:
111

Durchschnittlicher Jahresverdienst:
1,83 Millionen Euro

Verhältnis von variabler zu fester Vergütung:
185 Prozent

(Kein Vergleichsdaten für das Vorjahr)

Investmentbanking

Zahl der Einkommensmillionäre:
196 (2012: 100)

Durchschnittlicher Jahresverdienst:
1,49 Millionen Euro (2012: 1,54 Millionen Euro)

Verhältnis von variabler zu fester Vergütung:
185 Prozent (2012: 325 Prozent)

Privatkundengeschäft

Zahl der Einkommensmillionäre:
11 (2012: 17)

Durchschnittlicher Jahresverdienst:
1,36 Millionen Euro (2012: 1,17 Millionen Euro)

Verhältnis von variabler zu fester Vergütung:
177 Prozent (Vorjahr: 120 Prozent)

Vermögensverwaltung

Zahl der Einkommensmillionäre:
15 (2012: 17)

Durchschnittlicher Jahresverdienst:
1,5 Millionen Euro (2012: 1,53 Millionen Euro)

Verhältnis von variabler zu fester Vergütung:
419 Prozent (Vorjahr: 169 Prozent)

Zentralfunktionen („Corporate functions“)

Zahl der Einkommensmillionäre:
27

Durchschnittlicher Jahresverdienst:
1,59 Millionen Euro

Verhältnis von variabler zu fester Vergütung:
303 Prozent

(keine Vergleichsdaten für das Vorjahr)

Unabhängige Kontrollfunktionen

Zahl der Einkommensmillionäre:
12

Durchschnittlicher Jahresverdienst:
1,42 Millionen Euro

Verhältnis von variabler zu fester Vergütung:
227 Prozent

(keine Vergleichsdaten für das Vorjahr)

Alle übrigen

Zahl der Einkommensmillionäre:
24

Durchschnittlicher Jahresverdienst:
1,33 Millionen Euro

Verhältnis von variabler zu fester Vergütung:
219 Prozent

(keine Vergleichsdaten für das Vorjahr)

„In den Bereichen Health-Care und Medien war es ein ziemlich aktives Jahr und daher wird die Bezahlung im Investmentbanking in diesen beiden Bereichen natürlich höher sein“, sagte Michael Karp, Chef der Personalberatung Options Group, in einem Telefoninterview mit Bloomberg. „Im Aktienbereich werden Aktienderivate-Händler die Star-Performer sein, da es immer einen Kampf um Talente gibt, weil das Reservoir an Talenten begrenzt ist - und die besten Händler oft zur Buy-Side wechseln“, etwa zu Vermögensverwaltern. Auf einen Einkommensanstieg von 15 Prozent freuen können sich auch Programmierer im elektronischen Handel.

Options Group zufolge müssen Händler von Hochzinsanleihen, Rohöl und Krediten sich auf Vergütungsrückgänge von 20 Prozent einstellen. Bei 15 Prozent dürfte das Minus bei bestimmten Hypothekenwertpapieren und strukturierten Verbriefungen liegen.

Die Prognosen von Options Group basieren auf öffentlichen und eigenen Daten über die Erträge der ersten neun Monate und den Bonuserwartungen aus einer Umfrage unter rund 3000 Wall-Street-Bankern. Die New Yorker Gesellschaft führt die Umfrage bereits seit mehr als zehn Jahren durch.

Auf die Frage, welche Veränderung der Finanzbranche am meisten dienen würde, lautete die häufigste Antwort quer durch alle Abteilungen und Ränge: niedrigere Kapitalanforderungen für die Marktmacherfunktion. Andere häufige Antworten waren: steigende Zinsen und eine verstärkte Kontrolle der Schattenbanken, einschließlich Hedgefonds und Internet- Kreditgeber.

Options Group stellte auch ein hypothetische Frage: Für was würden Sie eine Einkommenserhöhung von 20 Prozent eintauschen? Unter den Karriereanfängern im Bondhandel und Investmentbanking sagte rund ein Drittel, sie würden sich für eine bessere Work-Life Balance entscheiden, also ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen Berufs- und Privatleben. Die meisten Befragten im Range eines Vice Presidents oder Managing Directors wollten hingegen nur das Geld.

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