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09.02.2014

16:10 Uhr

Wall Street-Wochenausblick

Anleger warten auf frische Fed-Signale

Wenn die neue Fed-Chefin Janet Yellen am Dienstag ihre erste Rede vor dem US-Kongress hält ist das einer der wichtigsten Termine für Anleger innerhalb der US-Börsenwoche. US-Einzelhändler stehen am Donnerstag im Fokus.

Wertpapierhändler an der New York Stock Exchange: Wegen der Sorgen um einige Schwellenländer steht beim Dow Jones-Index seit Jahresbeginn immer noch ein Minus von knapp fünf Prozent zu Buche. AFP

Wertpapierhändler an der New York Stock Exchange: Wegen der Sorgen um einige Schwellenländer steht beim Dow Jones-Index seit Jahresbeginn immer noch ein Minus von knapp fünf Prozent zu Buche.

New York/DüsseldorfDreh- und Angelpunkt für die Investmententscheidungen der Anleger bleibt die Geldpolitik der US-Notenbank (Fed). Am Dienstag hält die neue Fed-Chefin Janet Yellen ihre mit Spannung erwartete Antrittsrede vor dem US-Kongress.

Nach Einschätzung der Analysten von HSBC wird Yellen bekräftigen, dass die Drosselung der Anleihenkäufe (Tapering) "auf Autopilot steht". Interessant könnte werden, ob die Fed für ihre zinspolitischen Entscheidungen künftig mehr Daten in den Fokus nimmt. Bislang orientiert sie sich stark an der Arbeitslosenquote. Vorstellbar sei, dass verstärkt Größen wie die Inflations- oder Lohnentwicklung einbezogen werden, erläuterten die HSBC-Experten.

Dass sich Fed, Bank of Japan in absehbarer Zeit zu höheren Zinsen durchringen, erscheint jedoch abwegig. Wahrscheinlicher ist, dass die EZB denselben Weg wie die Währungshüter in Japan und den USA einschlagen dürfte. Um eine Deflation in Südeuropa zu verhindern, wird die EZB schon bald weitere Zinssenkungen oder Geldpakete an die Banken beschließen.

Weltbörsen seit Jahresanfang

Dax

+1,1 Prozent

S&P500 (USA)

-0,3 Prozent

Eurostoxx 50 (Euro-Zone)

+1 Prozent

Nikkei (Japan)

-8,7 Prozent

Shanghai Composite (China)

+0,8 Prozent

Hang Seng (Hongkong)

-7,7 Prozent

Bovespa (Brasilien)

-8 Prozent

ISE 100 (Türkei)

-6 Prozent

BSE Sensex (Indien)

-2,1 Prozent

JSE All Shares (Südafrika)

+2,8 Prozent

Quelle

Reuters, 21.02.2014 (Schlusskurse)

Von der Datenseite wird wohl die Statistik zum US-Einzelhandelsumsatz im Januar (Donnerstag) besondere Beachtung finden. Die Frage ist, wie stark das kalte Wetter die Konsumlust der Amerikaner beeinträchtigt hat. "Wenn die Zahlen schwach ausfallen, ist das natürlich Wasser auf die Mühlen der Tapering-Kritiker", sagte NordLB-Experte Basse. "Aber ein kleiner Rückgang sollte nicht so schlimm sein. Es kommt darauf an, dass die Perspektive stimmt."

Spielraum für höhere Zinsen gibt es dennoch nicht. In der aktuellen Situation würde dies die Kreditvergabe durch Banken vollkommen abwürgen und damit auch jede Erholung der Konjunktur. Nicht zuletzt könnten die Staaten höhere Finanzierungskosten kaum verkraften.

Auch wenn die Kursrally an den Aktienmärkten an Tempo verlieren dürfte, steht die große Korrektur daher erst in ferner Zukunft an. Gary Cohn, Präsident der US-Investmentbank Goldman Sachs, drückt es so aus: „Die Ausweitung der Geldmenge dämpft die Ausschläge an den Märkten. In zwei, drei oder vier Jahren werden wir uns fragen, warum die Märkte so viel schwankungsanfälliger sind als früher“.

Die US-Börsen hatten am Freitag eine turbulente Woche positiv beendet. Die wichtigsten Indizes profitierten von einer gesunkenen Arbeitslosenquote in den USA und zogen um mehr als ein Prozent an. Damit schaffte der Dow Jones Industrial ein Wochenplus von 0,61 Prozent.

Der Leitindex hatte noch am Montag unter dem Eindruck enttäuschender Konjunkturdaten mit einem Abschlag von rund zwei Prozent das größte Minus seit Juni verzeichnet. Wegen der Sorgen um einige Schwellenländer aber steht bei dem Börsenbarometer seit Jahresbeginn immer noch ein Minus von knapp fünf Prozent zu Buche.

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Viele Unternehmen sorgen mit eigenen Nachrichten für Kursstürze an der Börse. Doch es gab auch viele, die positiv überrascht haben. Manchmal haben sie sogar einen ganzen Börsentag gerettet. Die Kursbilder der Woche.

Bei genauer Betrachtung der jüngsten Konjunktur-Indikatoren sollten sich nervöse Investoren etwas beruhigen, sagte Aktienstratege Tobias Basse von der NordLB. "Ich denke, dass der Ausverkauf an den Märkten der Schwellenländer übertrieben war und dass das Gesamtbild weiter auf eine konjunkturelle Erholung schließen lässt." Daher sei vorstellbar, dass Investoren die niedrigeren Kurse an den Börsen zum Einstieg nutzen.

Auch der US-Marktanalyst Larry McMillan hielt nun eine Kursrally in gewissem Ausmaß für möglich.
Die für die Euro-Zone am Freitag anstehenden Statistiken zum Bruttoinlandsprodukt könnten nach Einschätzung von Commerzbank-Analyst Ralph Solveen positive Signale senden. Die Zahlen werden seiner Ansicht nach verdeutlichen, dass die überwiegende Zahl der Mitgliedsländer die Rezession überwunden hat.

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