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11.07.2011

22:23 Uhr

Wallstreet Marktbericht

Italien-Sorge belastet US-Börsen

Die Furcht vor Ausweitung der Schuldenkrise auf Italien drückt an der Wall Street auf die Stimmung. Auch die hohe Inflation in China belastet die US-Börsen.

Wall Street: Trübe Stimmung herrschte an der US-Börse. Quelle: dapd

Wall Street: Trübe Stimmung herrschte an der US-Börse.

USA/New YorkDie Schuldenkrise in Europa und die Sorge um die weltweite Konjunktur haben am Montag auf die Stimmung an der Wall Street gedrückt. Anleger fürchteten, mit Italien könne die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone vollends in den Strudel der Krise geraten und dabei die Rettungsmechanismen von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds überfordern.

Gleichzeitig schürte ein kräftiger Anstieg der Inflation in China die Bedenken über die Weltwirtschaft, weil damit weitere Bremsmanöver der Regierung in Peking wahrscheinlicher werden. Anleger reagierten besonders empfindlich auf diese Aussicht, da erst am Freitag schwache Zahlen vom US-Arbeitsmarkt die Kurse belastet hatten. „Kurzfristig braut sich wegen dieser Sorgen - es handelt sich ja nicht um Fakten, sondern Sorgen - ein perfekter Sturm für Investoren zusammen“, sagte Oliver Pursche von Gary Goldberg Financial Services.

Immer mehr in den Blickpunkt dürften nun aber die Quartalsberichte von US-Firmen rücken, die von Montag an veröffentlicht werden. Analysten erwarten eine langsamere Gewinnsteigerung der Unternehmen als noch im ersten Quartal. Den Anfang macht traditionell der vom früheren Siemens-Chef Klaus Kleinfeld geführte Aluhersteller Alcoa am Abend nach Börsenschluss.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging 1,2 Prozent schwächer bei 12.505 Punkten aus dem Handel, nachdem er im Verlauf zwischen 12.470 und 12.655 Punkten geschwankt hatte. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 1,8 Prozent auf 1319 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq büßte 2,0 Prozent auf 2802 Stellen ein. In Frankfurt ging der Dax mit einem Minus von 2,3 Prozent bei 7230 Punkten aus dem Handel

Bei den Einzelwerten gerieten vor allem die Aktien von Banken und konjunkturabhängigen Unternehmen unter Druck. So gaben Papiere der Bank of America rund drei Prozent und die Aktien der Citigroup um mehr als fünf Prozent nach. Alcoa-Titel notierten vor Bekanntgabe der Geschäftszahlen mit einem Abschlag von knapp drei Prozent.

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Im Interesse der Investoren standen auch Aktien von Rupert Murdochs Medienkonzern News Corp, der angesichts des Abhörskandals bei der Boulevardzeitung „News of the World“ in Großbritannien bei der geplanten Komplettübernahme der Sendergruppe BSkyB auf Widerstand stößt. Murdoch besitzt bereits etwa 40 Prozent der Gruppe. Die Aktien von News Corp sanken um fast acht Prozent. BSkyB-Aktien gaben in London rund fünf Prozent ab.

Im Streit über die Erhöhung der US-Schuldengrenze stehen sich trotz eines engen Zeitfensters Regierung und Opposition unterdessen weiter unversöhnlich gegenüber. Nach einer gescheiterten Gesprächsrunde warb Präsident Barack Obama erneut um die Zustimmung der oppositionellen Republikaner zu einem Kompromiss im Kampf gegen die drohende Pleite. Er stehe Tag für Tag zu Gesprächen bereit, bis eine Einigung gefunden werde, sagte Obama.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,83 Milliarden Aktien den Besitzer. 424 Werte legten zu, 2573 gaben nach und 89 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,76 Milliarden Aktien 447 im Plus, 2173 im Minus und 79 unverändert.

 

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