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14.06.2011

12:37 Uhr

Warnende Stimmen

Strohfeuer an der Börse in Shanghai

Die Anleger freuen sich über gute Konjunkturdaten, doch Experten erwarten im Jahresverlauf einen Rückschlag für den chinesischen Aktienmarkt.

Investoren in Shanghai schauen auf die Börsentafel. Quelle: dpa

Investoren in Shanghai schauen auf die Börsentafel.

PekingGute Konjunkturzahlen haben dem chinesischen Aktienmarkt am Dienstag einen kurzfristigen Schub gegeben. „Die BIP-Zahlen sahen besser aus als erwartet“, sagt Analyst Dai Ming von Shanghai Kingsun Investment. Auch eine Straffung der Geldpolitik durch die Zentralbank hat die Kurse nicht wieder einbrechen lassen. Die Notenbank hatte als Reaktion auf die weiter hohe Inflation den Mindestreservesatz der Banken erhöhen lassen. Der Börsenindex Shanghai Composite stieg um ein knappes Prozent und hat damit eine zweiwöchige Verluststrähne beendet.

Analysten warnen jedoch davor, dass der Kursanstieg ebenso schnell wieder enden kann. Seit Jahresbeginn war der Shanghai Composite bereits um mehr als zehn Prozent gefallen, weil die Marktteilnehmer einen Rückgang von Wachstum und Gewinnen in China erwarten. Das Land steht unter Druck, dem Markt die Konjunkturmilliarden aus der Zeit der Finanzkrise wieder zu entziehen. „Wir werden langsam vorsichtig“, sagt Analyst Hao Tong von China International Capital Corporation (CICC).

Zwar stehe das Ende einer Reihe von Zinserhöhungen durch die Zentralbank bevor, erläutert Hao Tong. Aber Erfahrungen aus den Jahren 2004 und 2007 zeige, dass dies in China nicht unbedingt einen Börsenaufschwung ankündigt. „Dafür erscheint ein Rückgang der Firmengewinne wahrscheinlich“, schreibt der Analyst.

Chinas Aktienmarkt gilt generell als spekulativ. Er ist im Verhältnis zur Gesamtwirtschaft wenig liquide, dafür sind viele unerfahrene Investoren am Markt unterwegs. In China gibt es mehrere hundert Millionen aktive Depots, deren Inhaber überwiegend kurzfristig mit kleinen Beträgen zocken. Die Kurse reagieren daher oft besonders heftig auf Gerüchte und kurzfristige Trends.

Der Markt ist derzeit zudem dreitgeteilt. An den inländischen Börsen gibt es jeweils Segmente, die in Yuan und in Dollar gehandelt werden. Zudem sind in in Hongkong so genannte H-Shares chinesischer Unternehmen in Hongkong-Dollar gelistet. Nur die Hongkonger Aktien sind für Investoren aus Deutschland einfach zugänglich. Sie machen meist den Löwenanteil von China-Fonds aus.

 

Von

fmk

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