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10.12.2013

14:01 Uhr

Warren Buffett

„Wir standen kurz vor dem Abgrund“

VonJulia Rotenberger

George W. Bush wird nur selten gelobt. Einen Fan hat der Ex-Präsident noch: Warren Buffett. Das Vorbild vieler Anleger bedankt sich für dessen Krisenmanagement und gibt Tipps für antizyklisches Anlegen.

„Gierig sein, wenn andere Angst haben” - das ist das Motto des US-Großinvestors Warren Buffett. In der Finanzmarktkrise hat es ihm genützt. Reuters

„Gierig sein, wenn andere Angst haben” - das ist das Motto des US-Großinvestors Warren Buffett. In der Finanzmarktkrise hat es ihm genützt.

DüsseldorfMeistens ist es Warren Buffett selbst, der Börsenweisheiten von sich gibt. Doch der US-Investor hat offenbar jemanden, zu dem er aufschaut: George W. Bush. Bush hatte auf dem Höhepunkt der Finanzkrise in drastischen Worten darauf hingewiesen, dass die Geldhähne aufgedreht werden müssten. Sonst werde „dieser Schmarotzer untergehen“. Damit meinte er offenbar die Banken, deren Stützung er so rechtfertigte.

Der Satz „If money doesn’t loosen up, this sucker will go down“ sei das beste Wirtschaftsstatement aller Zeiten, sagte Buffett nun bei einem Treffen mit Studenten der University of Maryland. Es fand Mitte November statt, und darüber berichtete das US-Nachrichtenportal „Business Insider“.

Einer der Studenten hat Buffett nach seinem Goldman-Sachs-Investment im Jahr 2008 gefragt. Als der Finanzmarkt zusammenbrach, kaufte Buffett Optionen im Wert von rund fünf Milliarden US-Dollar der krisengeschütteten Bank.

Diese Aktien hat Buffett im Depot

Aktien im Depot

Berkshire Hathaway, die Holding von Warren Buffett, ist verpflichtet das so genannte Formular 13F zu getätigten Investments bei der US-Börsenaufsicht einzureichen.
Die Mitteilung soll immer innerhalb von 45 Tagen nach Quartalsende erfolgen und alle in den USA gehandelten Aktien, Optionen und Wandelanleihen enthalten.
Nicht ersichtlich wird aus den Aufstellungen, in welche Papiere außerhalb der USA investiert wurde oder wie groß die Barreserven sind. Ebenfalls nicht aufgeführt in der Tabelle sind Optionen, Warrants und Anleihen.

Stand: 30.06.2014, Quelle: Pflichtmitteilung (13F) an US-Börsenaufsicht, Bloomberg

Wells Fargo

Marktwert: 24,3 Milliarden Dollar

Coca Cola

Marktwert: 16,9 Milliarden Dollar

American Express

Marktwert: 14,4 Milliarden Dollar

International Business Mach

Marktwert: 12,7 Milliarden Dollar

Wal Mart

Marktwert: 4,4 Milliarden Dollar

Procter & Gamble

Marktwert: 4,2 Milliarden Dollar

Exxon Mobil

Marktwert: 4,1 Milliarden Dollar

US Bancorp

Marktwert: 3,5 Milliarden Dollar

Moody's

Marktwert: 2,2 Milliarden Dollar

Hinzu kamen rund drei Milliarden Dollar teure Optionsscheine des US-Mischkonzerns General Electric (GE). Beide Papiere liefen im September 2013 aus. Doch anstatt sie einzulösen, zog es Buffetts Holdinggesellschaft Berkshire Hathaway vor, Miteigentümer der Großbank zu werden und Unternehmensanteile zu erwerben.

Für die Holding hat sich der Deal von 2008 als ein unerwarteter Glücksgriff herausgestellt. „Ich habe mir niemals träumen lassen, dass GE und Goldman Sachs uns bitten würden, sie zu finanzieren“, sagt Buffett. „Die beiden Deals sind ziemlich interessant“, so der Investor. „Wer hätte das vor fünf Jahren gedacht?“

Schließlich habe die Situation während der Finanzkrise düster ausgesehen. „Wir standen kurz vor dem Abgrund“, sagt Buffett über die Lage auf den Finanzmärkten nach dem Scheitern von Lehman Brothers. Auf dem Geldmarkt seien damals viele Papiere der Pleitebank in Umlauf gewesen.

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