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22.03.2012

13:33 Uhr

Wegen Euro-Rettung

Bund muss sich mehr Geld von Anlegern leihen

Der Bund muss sich wegen der Kosten für den Euro-Rettungsschirm ESM mehr Geld von Investoren leihen. Das Volumen wird aufgestockt.

Der Euro-Rettungsschirm ESM soll ab Mitte 2012 die Stabilität der Eurozone sichern. dpa

Der Euro-Rettungsschirm ESM soll ab Mitte 2012 die Stabilität der Eurozone sichern.

BerlinDas Emissionsvolumen werde im zweiten Quartal um zwei Milliarden auf 68 Milliarden Euro aufgestockt, teilte die für das Schuldenmanagement zuständige Finanzagentur am Donnerstag mit. Dazu soll das Volumen von zwei Bundesobligationen mit fünfjähriger Laufzeit um jeweils eine Milliarde Euro angehoben werden. Offen ist, ob sich der Finanzbedarf in der zweiten Jahreshälfte nochmals erhöht oder ob Steuermehreinnahmen reichen, um die 8,7 Milliarden Euro für den Rettungsschirm zu finanzieren. Das Geld sollte ursprünglich erst 2013 fließen. Die Zahlung wurde aber zur Beschleunigung des Verfahrens auf dieses Jahr vorgezogen, weshalb ein Nachtragshaushalt notwendig wurde.

„Ob weitere Anpassungen an der Emissionsplanung für das zweite Halbjahr notwendig werden, entscheidet sich erst im Verlauf der kommenden Monate“, sagte Finanzagenturchef Carl Heinz Daube zur Nachrichtenagentur Reuters. „Die Fundamentaldaten der Konjunktur sind gut, so dass wir uns im weiteren Verlauf des Jahres im wesentlichen an die in der Jahresvorausschau angekündigte Kalenderstruktur werden halten können.“ Der Bund verbuchte im Februar ein Steuerplus von 5,5 Prozent auf 16,7 Milliarden Euro - vor allem, weil wegen der guten Beschäftigungslage und Lohnerhöhungen die Einnahmen aus der Einkommensteuer kräftig zulegten.

Die Finanzagentur will in diesem Jahr 252 Milliarden Euro mit Anleihen und Geldmarktpapieren einsammeln. Weitere acht bis zwölf Milliarden Euro sollen inflationsgeschützte Anleihen in die Staatskasse spülen. Mit dem Geld werden Haushaltslöcher gestopft, Altschulden getilgt und Zinsen gezahlt. Der Bund hatte im ersten Quartal keine Probleme, Geld am Kapitalmarkt aufzutreiben. Bei 16 Auktionen konnte er Papiere im Wert von 63 Milliarden Euro „mühelos absetzen“, sagte Daube. „Keine der Auktionen war unterzeichnet.“

Die Nachfrage übertraf das Angebot im Schnitt um das 1,8-Fache. „Die Renditen haben sich nur leicht von ihren historisch niedrigen Ständen von Januar weg bewegt“, sagte der Chef der Finanzagentur. „Die Kosten für Kredite sind daher gemessen an den Vorjahren auf einem niedrigen Niveau.“ Bundeswertpapiere gelten als ausfallsicher. Anleger sind deshalb bereit, auf Rendite zu verzichten. Der Marktzins für zehnjährige Bundesanleihen liegt bei 1,93 Prozent. Zum Vergleich: Für französische Papiere werden 2,98 Prozent verlangt.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble macht in diesem Jahr fast 35 Milliarden Euro neue Schulden - etwa doppelt so viel wie 2011. Der Bund muss allein von April bis Juni rund 55,4 Milliarden an Schulden tilgen. Dazu kommen Zinszahlungen in Höhe von 4,4 Milliarden Euro.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Mazi

22.03.2012, 13:50 Uhr

Von welchen Anlegern?

Nach dem Griechenlanddesaster muss es jedem Anlageberater klar sein, dass er in seinem Beratungsprotokoll festzuhalten hat, dass er den Anleger auf die Risiken bei Anlagen in Staatsanleihen hingewiesen hat. Staatsanleihen auch keine Geldanlagen der niedrigsten Risikoklasse mehr darstellen.

Die BAFin, eine dem BMF untergeordnete Behörde, wird es überprüfen und Geldstrafen verhängen.

Die Bundesregierung hat den Kapitalmarkt in eine perverse Lage gebracht.

Account gelöscht!

22.03.2012, 15:05 Uhr

Soll der Bund sich das Geld bei den Banken leihen, die er dank Steuergeldern massiv unterstüzt hat.
Natürlich zum "Nulltarif" oder??

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