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23.01.2013

09:37 Uhr

Wegen neuer Regeln

Bester Facebook-Analyst verliert seinen Job

2012 wählte das Magazin „Forbes“ den Kasachen Erlan Abdikarimov zum besten Analysten für Facebook-Aktien. Heute, fünf Monate später, ist der 24-Jährige arbeitslos und macht sich Gedanken über die berufliche Zukunft.

Die Facebook-Aktie musste kurz nach Börsenstart heftige Verluste einstecken. dpa

Die Facebook-Aktie musste kurz nach Börsenstart heftige Verluste einstecken.

Gerade einmal fünf Monate nach der Ernennung zum besten Analysten für Facebook durch das Magazin „Forbes” ist der 24-jährige Kasache Erlan Abdikarimov seinen Job los. Hintergrund: Das Land in Zentralasien hatte neue Regeln erlassen, die Boutique-Investment-Firmen wie die des jungen Mannes zur Aufgabe zwangen.

Das Unternehmen mit dem Namen IFG Continent wurde 2012 aus dem Markt gedrängt, weil es nicht in der Lage war, die zum 1. Januar in Kraft getretenen neuen Vorschriften für Kapital und Handelsvolumen zu erfüllen. Es zählte zu jenen sieben Brokerfirmen, die 2012 schließen mussten. Damit mussten sich vergangenes Jahr mehr Firmen auflösen als in den beiden Jahren zuvor zusammengenommen, wie Daten der Zentralbank des Landes zeigen.

Facebook in Zahlen

Transparenz dank Börsengang

Facebook war lange verschwiegen, wenn es um die Geschäftszahlen ging. Das hat sich mit dem Börsengang im Mai 2012 geändert – nun muss das Unternehmen die Börsianer genau informieren. Die Dokumente offenbaren zudem einen Blick in die ersten Jahre des Sozialen Netzwerks. Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick.

Schon früh profitabel

In den ersten Jahren verlor Facebook zwar Geld – wie fast alle Startups. Doch schon 2009 erreichte das Unternehmen mit einem Gewinn von 229 Millionen Dollar die schwarzen Zahlen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr machte Facebook 7,9 Milliarden Dollar Umsatz aus Werbung und Online-Spielen und verdienten 1,5 Milliarden Dollar Gewinn. Damit hängt das Netzwerk Internet-Urgesteine wie AOL und Yahoo längst ab.

Werbung als wichtigste Geldquelle

Facebook macht sein Geld vor allem mit Werbung. Zuletzt lag der Anteil bei rund 90 Prozent. Der Rest resultiert vor allem daraus, dass Facebook an den Einnahmen aus Online-Spielen beteiligt wird. Im ersten Quartal 2014 schnellte der Umsatz um 72 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar hoch, der Gewinn verdreifachte sich auf 642 Millionen Dollar.

Beispielloses Wachstum

Facebook hat ein beispielloses Wachstum hinter sich: Binnen zehn Jahren ist die Zahl der aktiven Nutzer auf 1,28 Milliarden gewachsen, das entspricht grob der Hälfte der globalen Internet-Population.

Zuckerberg hat die Kontrolle

Gründer und Firmenchef Mark Zuckerberg hat Facebook auch nach dem Börsengang fest im Griff. Er hält Aktien der Klasse B, die zehn Stimmen haben, während Anleger beim Börsengang nur A-Klasse-Aktien mit einer Stimme bekommen haben.

Dominant in aller Welt

Fast die ganze Welt ist blau: In beinahe allen Ländern ist Facebook das größte Soziale Netzwerk – nennenswerte Ausnahmen sind Russland und China, wo lokale Unternehmen dominieren.

Keine Chance für StudiVZ

Auch wenn StudiVZ lange vorne lag, ist Facebook in Deutschland inzwischen die unangefochtene Nummer 1. Nach jüngsten Schätzungen des Portals allfacebook.com hat Facebook hierzulande 27 Millionen aktive Mitglieder.

Riese Datenmengen

Facebook ist ein Daten-Riese: Das Soziale Netzwerk verarbeitet (nach Zahlen aus dem August) jeden Tag mehr als 500 Terabyte. Einen großen Teil machen die 300 Millionen Bilder aus, die die Nutzer hochladen.

Abdikarimov gehört zu den geschätzten 600 Personen, die bereits ihren Job verloren haben oder denen das noch bevorsteht. Das erklärte zumindest Orken Invest, eines der betroffenen Unternehmen. Die Anzahl der kasachischen Broker wird den Angaben zufolge von 44 zu Jahresbeginn 2012 auf jetzt nur noch etwa zehn Mitspieler reduziert.

„Die Bedingungen, die von der Zentralbank für den weiteren Geschäftsbetrieb auf dem Wertpapiermarkt aufgestellt wurden, waren nicht akzeptabel”, sagte Damir Seisebayev, ein Managing Director bei Orken. „Wir wurden zur Aufgabe unserer Lizenz gezwungen.”

Was 2012 aus 1.000 Euro wurde

Zypriotische Aktien (CSE)

407 Euro

Öl (WTI)

899 Euro

Spanische Aktien (Ibex)

968 Euro

Chinesische Aktien (Shanghai Composite)

989 Euro

Sparbuch (Durchschnitt)

1005 Euro

Tagesgeld (Durchschnitt)

1014 Euro

US-Staatsanleihen

1029 Euro

Gold

1034 Euro

Bundesanleihen

1038 Euro

Dow Jones

1049 Euro

Silber

1052 Euro

Nikkei 225

1069 Euro

EuroStoxx 50

1149 Euro

Schweizerische Aktien (SMI)

1167 Euro

Italienische Staatsanleihen

1203 Euro

Euro-Unternehmensanleihen (Non-Investment-Grade)

1242 Euro

Irische Staatsanleihen

1297 Euro

Dax

1299 Euro

Griechische Aktien (ASE)

1342 Euro

Griechische Staatsanleihen (inkl. Schuldenschnitt, ohne Rückkauf)

1452 Euro

Türkische Aktien (ISE 100)

1576 Euro

Venezolanische Aktien (IBC)

2882 Euro

Abdikarimov, eigentlich ein Bergbau-Spezialist, war im vergangenen Jahr nach eigenen Worten von Kunden um Rat gefragt worden - und zwar mit Blick auf den bevorstehenden Börsengang von Facebook. Nach Analysen zum Betreiber des sozialen Online-Netzwerkes kam er zu dem Schluss, dass das US-Unternehmen 24,62 Dollar pro Aktie wert ist. Das war der niedrigste Preis unter allen von Bloomberg News damals beobachteten Experten, die sich mit Facebook auseinandersetzten.

Kommentare (2)

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hobbyanalyse

23.01.2013, 10:38 Uhr

bitte das nächste Mal besser recherchieren: man kann die Kürzel internationaler Organisationen nicht einfach "eindeutschen"! WHO heißt auch hierzulande "world health organisation", während die (genannte) Welthandelsorganisation "world trade association", also WTO heißt!

hobbyanalysenanalyst

23.01.2013, 10:58 Uhr

Die World Trade Association wird also mit WTO abgekürzt?
Wieso sprechen wir überhaupt über einnen Nutzfahrzeug-Importeur, der sich nach eigenen Angben mit WTA abkürzt?
Die World Trade Organization hingegen kürzt sich mit WTO ab und entspricht wohl vielmehr der Welthandelsorganisation. Beim Klugscheißen verk*en ist schon bitter...

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