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16.05.2014

17:23 Uhr

Wegen Steuerplänen

Griechenland-Anleihen setzen Talfahrt fort

Griechische Staatsanleihen stehen weiter unter Druck. Die Bonds leiden vor allem unter der geplanten Steuer für ausländische Anleger. Aber auch die anstehenden Europawahlen bereiten den Händlern Sorgen.

Analysten befürchten, dass die erwarteten Stimmengewinne euroskeptischer Parteien den politischen Rückhalt der Regierung in Athen schmälern könnten. dpa

Analysten befürchten, dass die erwarteten Stimmengewinne euroskeptischer Parteien den politischen Rückhalt der Regierung in Athen schmälern könnten.

London/FrankfurtDie griechische Börse hat ihre Talfahrt am Freitag fortgesetzt. Der Leitindex des Athener Aktienmarktes rutschte um knapp drei Prozent ab und notierte mit 1092,45 Punkten auf dem niedrigsten Stand seit Anfang Oktober 2013.

Die Staatsanleihen des Mittelmeer-Anrainers warfen Investoren ebenfalls aus ihren Depots. Der Kurs der richtungsweisenden zehnjährigen Titel gab nach seinem vierprozentigen Vortagesminus ein weiteres Prozent nach. Im Gegenzug stieg die Rendite auf ein Zwei-Monats-Hoch von 6,975 Prozent.

Die Bonds litten Börsianern zufolge vor allem unter den Überlegungen der Regierung, ausländische Anleger zu besteuern, die in den Jahren 2012 und 2013 griechische Staatspapiere hielten. Das sei eindeutig der Versuch, einen Teil der Gewinne einzustreichen, die Hedgefonds in den vergangenen Jahren mit griechischen Anleihen gemacht hatten, sagte ein Fondsmanager. Die große Frage sei aber, wie Griechenland diese Gewinne bestimmen und das Geld eintreiben wolle.

Börsen-Glossar

Blue Chips

Aktien von Konzernen, deren Börsenwert sehr groß ist. Die Papiere der 30 Dax-Unternehmen etwa werden als Blue Chips bezeichnet.

Daytrader

Händler, der versucht, geringe Kursschwankungen an den Börsen innerhalb kürzester Zeit auszunutzen

Discountzertifikat

Wertpapier, das den Kursverlauf eines Basiswertes (das können Aktien oder Indizes sein) abbildet, allerdings bei Kauf günstiger ist als der Basiswert. Im Gegenzug ist der Gewinn durch einen sogenannten „Cap“ gedeckelt.

Dividendenrendite

Ist die Dividende, die ein Unternehmen an seine Aktionäre ausschüttet, im Verhältnis zum Aktienkurs.

Emerging Markets

Der Begriff fasst die Gruppe der stark wachsenden Volkswirtschaften zusammen, die früher als Entwicklungsländer galten. China etwa, Indien oder Indonesien.

ETF

Exchanged Traded Fund – börsengehandelter Fonds, der nicht aktiv gemanaged wird.

Future

Terminkontrakt auf ein bestimmtes Gut, der je nach Ausgestaltung den Käufer verpflichtet, eine bestimmte Menge des Gutes zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einem vorher festgelegten Preis zu liefern oder zu kaufen.

Grauer Kapitalmarkt

Teil des Kapitalmarktes, der keinen offiziellen Regeln und gesetzlichen Bestimmungen unterliegt.

Hebelzertifikat

Strukturiertes Wertpapier, mit dem Anleger auf den Kursverlauf eines Basiswertes wetten können. Durch den Hebel partizipiert das Zertifikat stärker von Kursschwankungen als der Basiswert. Im schlimmsten Falle allerdings droht Totalverlust.

Junk-Bonds

Anleihen von Unternehmen mit schlechter Bonität.

Offener Immobilienfonds

Investmentfonds, der es Anlegern ermöglicht, mit relativ kleinen Beträgen in Immobilien zu investieren.

Rating

Gütesiegel für die Bonität eines Schuldners. Je besser das Rating, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass der Gläubiger sein Geld zurückbekommt.

Einige Händler und Analysten verwiesen zudem auf die anstehenden Europawahlen. Die erwarteten Stimmengewinne euroskeptischer Parteien könnten den politischen Rückhalt der Regierungskoalition in Athen schmälern und vielleicht sogar zu Neuwahlen führen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

22.05.2014, 17:40 Uhr

"Die Bonds litten Börsianern zufolge vor allem unter den Überlegungen der Regierung, ausländische Anleger zu besteuern, die in den Jahren 2012 und 2013 griechische Staatspapiere hielten."

Teufel, Teufel.

Das muss ja bedeuten, dass die Steuer auch die EZB trifft, die diese Papiere ja haufenweise zwecks Euro- und Griechenlandrettung in ihrem Keller aufgeschichtet hat.

Sehr, sehr cleverer Schachzug der Griechen!

Von mir aus darf die Steuer gerne 180% des Nennwerts betragen. Wer so dämlich war, sich diese Schuldverschreibungen ins Depot zu legen, hat es kein bisschen besser verdient. Denn er hat ja mitgeholfen, die griechischen Zinsen auf unrealistische Tiefen zu drücken.

Wäre noch zu überlegen, warum die einheimischen Investoren ungestraft davon kommen sollen?

Na ja, die letzten Geheimnisse der griechischen Regierungsführung wird man wohl nie ergründen können.


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