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04.06.2013

09:53 Uhr

Weltgrößter Vermögensverwalter

Blackrock warnt vor Überregulierung

Der Skandal um den Zinssatz Libor sorgte für Erschütterung. Aufsichtsbehörden arbeiten nun an Alternativen für den Libor. Blackrock warnt in der Diskussion vor einer lähmenden Regulierung der Indizes.

Blackrock-Zentrale in New York. Der Vermögensverwalter warnt vor zu hohen Kosten durch eine Regulierung. ap

Blackrock-Zentrale in New York. Der Vermögensverwalter warnt vor zu hohen Kosten durch eine Regulierung.

London/FrankfurtDer weltgrößte Vermögensverwalter BlackRock hat vor einer Überregulierung der Marktindizes im Gefolge des Skandals um den Londoner Interbankensatz Libor gewarnt.

Die meisten Indizes basierten auf Transaktionsdaten und würden mit zusätzlichen Kosten belastet, wenn sie einer Regulierung unterlägen, erklärten Richard Prager und Stephen Fisher, Managing Directors bei BlackRock, in einer Antwort auf Vorschläge der Internationalen Organisation der Wertpapieraufsichtsbehörden (IOSCO) zur Änderung weltweiter Benchmarks.

„BlackRock beurteilt eine weitreichende Aufsichtsregelung für Marktindizes besonders zurückhaltend, weil dies wahrscheinlich zu merklichen Zusatzkkosten für Indexanbieter führen würde”, schrieben Prager und Fisher in einem Brief vom 16. Mai, der am Montag von IOSCO veröffentlicht wurde. 8Die Kosten würden schlussendlich auf den Endkunden überwälzt und untergrüben die Haupt-Vorteile der kostengünstigen Indexfonds. Gleichzeitig stellten sie Eintrittsbarrieren für neue Marktteilnehmer dar.“

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln

Eigene Strategie festlegen

Gegen die größer werdenden Unwägbarkeiten sollte man sich zuallererst mit einer Strategie wappnen: Wer an kräftiges Wachstum in Deutschland glaubt, an einen anhaltenden Boom der Schwellenländer und hohen privaten Konsum, kann weiter am Aktienmarkt investieren. Wer skeptisch ist, sollte seine Bestände hingegen nicht aufstocken.

Widerstandskraft zeigen

Eng verbunden mit der ersten Regel: Immer wieder kommt es vor, dass sich Dinge anders entwickeln, als man erwartet hat. Es ist wichtig, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und nicht jeder Entwicklung hinterherzulaufen. Eine solche Reaktion zeugt nicht von einem geringen Vertrauen in die eigene Strategie. Es kostet meist auch Geld, weil die Masse schon vorher diese Richtung eingeschlagen und das Gros an Rendite eingefahren hat.

Richtig mischen

Groß oder klein, spekulativ oder konservativ, liquide oder illiquide, dividendenstark oder dividendenschwach, Substanz oder Wachstum: Bei Aktien ist die Auswahl riesig. Der richtige Mix aus spekulativen und konservativen Titeln hilft, Schwankungen zwischen guten und schlechten Zeiten auszugleichen. Nicht zu unterschätzen sind starke Dividendenzahler, die Jahr für Jahr den Grundstock für eine solide Rendite legen.

Barrieren einbauen

Keine Frage, die Börsen haben in den vergangenen zehn Jahren stärker geschwankt als in allen Dekaden zuvor. Das wird so bleiben, mit wachsendem Computerhandel sogar noch zunehmen. Wer sein Risiko minimieren will, baut Barrieren ein – sogenannte Stopps. Gerne werden Stopps bei 20 Prozent über und unterhalb des aktuellen Kurses gewählt. Dann wird automatisch verkauft, wenn diese Grenzen erreicht sind. Kommt eine Phase überraschend steigender Kurse mit anhaltendem Aufwärtstrend, lässt sich die Barriere leicht nach oben verschieben. Wichtig ist dann, auch die Barriere am unteren Ende nachzuziehen.

Herdentrieb beobachten

Wichtig in Phasen überraschender Kurssteigerungen oder -stürze ist es, das Verhalten der Masse zu beobachten. Ist es noch nachvollziehbar oder völlig irrational? Häufig ist es irrational. Dann hilft meist die zweite Regel: Widerstandskraft zeigen. Nach einigen Monaten kehrt die Rationalität von ganz allein zurück. Der Kurssturz aus dem vergangenen Jahr und die jüngste Entwicklung beweisen das gerade wieder.

Risiko rausnehmen

Sind Aktien wie seit Jahresbeginn schon um 30, 40 oder gar 50 Prozent gestiegen, dann sind Anschlussgewinne in der Regel nur noch schwer zu erzielen. Phrasenverdächtig ist zwar die alte Weisheit: „An Gewinnmitnahmen ist noch niemand zugrunde gegangen.“ Richtig ist sie trotzdem.

Insidern folgen

Firmenchefs haben einen gewaltigen Vorteil gegenüber normalen Aktionären. Sie wissen weit mehr als jeder Analyst oder Kommentator, wie es in ihrem Unternehmen aussieht. Insider nennt man sie deshalb. Sie melden ihre Orders innerhalb von fünf Handelstagen an die Börsenaufsicht Bafin. Das Handelsblatt veröffentlicht alle zwei Wochen das sogenannte Insider-Barometer, das aus der Summe aller Kauf- und Verkaufsorders Schlüsse für den weiteren Verlauf in Dax & Co. zieht. Jüngste Tendenz: Vorstände und Aufsichtsräte verkaufen mehr als sie kaufen. Vorsicht also!

Geopolitische Ereignisse beachten

Terroranschläge und Naturkatastrophen kommen unerwartet. Politische Konflikte wie zwischen Israel und dem Iran schwelen meist länger. Auch entscheidende Wahlen sind vorhersehbar und haben immer Einfluss auf die Börse. Dabei gilt generell: Wahljahre sind gute Börsenjahre.

Auf reale Werte setzen

Mit Optionsscheinen oder Bonus-Zertifikaten lässt sich zwar aus einem Aufwärtstrend ein noch größerer Profit schlagen. Dies sind jedoch in der Regel Wetten ohne realen Hintergrund. Aktien sind reale Werte.

Moden misstrauen

Vor allem Aktien einzelner Branchen unterliegen immer wieder gewissen Moden. Doch die wechseln wie im realen Leben, und manchmal geht das schneller, als man denkt. Das bekommt gerade die einst angesehene Solarenergie-Branche bitter zu spüren.

Weltweit arbeiten die Aufsichtsbehörden an Alternativen zum Libor, nachdem britische und US-Behörden Manipulationsversuche bei dem Benchmarksatz aufdeckten. Royal Bank of Scotland, UBS und Barclays sind mit Geldstrafen von insgesamt rund 2,5 Milliarden Dollar belegt worden, gegen mindestens ein Dutzend Firmen laufen noch Ermittlungen.

IOSCO hat auf die Konsultationsanfrage mehr als 40 Antworten erhalten. Der Verband, der die Aufsichtsbehörden in mehr als 100 Ländern bei der Koordinierung der Vorschriften vertritt, wird endgültige Standards im Laufe des Jahres veröffentlichen.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

04.06.2013, 10:04 Uhr


Welch Gesülze, die "Finanz-Cosa Nostra der Neuzeit" schickt der Politik einen Pferdkopf.
Weder King Obama noch EU wird zukünftig derartige Machtstrukturen einfangen.

Entweder wir bändigen diese Derivatenjongleure oder wir erleben unser Lebensdesaster. Von der "Wahlmampfmannschaft um Kanzlerin Merkel/Opposition" kommt eher kein ernster Beitrag.
Dies sind mit sich und kleingeistigen Verdauungsblähungen beschäftigt.

Account gelöscht!

04.06.2013, 10:14 Uhr

"Blackrock warnt vor Überregulierung"

..wie überraschend...

"Mafia warnt vor Razzia" wäre eine ähnlich sinnnige Titelzeile

wie wäre es gewesen mit

"Blackrock wehrt sich gegen Kontrolle"

Mazi

05.06.2013, 10:30 Uhr

Das ist doch wirklich nicht kompliziert und es würde die Sache vereinfachen. Herr Draghi in Person teilt den Medien den Index mit und die Medien publizieren ihn im Sinne der Gewaltenteilung. ;-)

Nichts anderes ist es doch heute auch schon.

Die niedrigen Zinsniveaus sind nicht Ausdruck irgendwelcher Händlermanipulationen sondern direkte Folge der EZB-Aktivitäten.

Man muss sich nur vorstellen, dass de EZB es geschafft hat, Pleitestaaten Nullzinsen abzuverlangen während ehrliche und zahlungskräftige Bürger 10 und 15 % Zinsen abverlangt werden.

Jeder muss doch zugeben, dass hier gewaltiges aus dem Ruder gelaufen ist und läuft.

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