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24.02.2014

10:51 Uhr

Welthandelsindex

Schwellenländer bremsen Konjunktur nur kurzfristig

VonSusanne Schier

Der Welthandelsindex geht erstmals seit März 2013 leicht zurück, liegt aber weiter auf solidem Niveau. Trotz Kapitalflucht in den Schwellenländern und zuletzt mäßigen US-Konjunkturdaten stehen die Zeichen auf Wachstum.

Wie in vielen Schwellenländern auch hat sich das Wachstum in China zuletzt zwar verlangsamt, doch mittelfristig wird die Dynamik im Welthandel weiter anziehen. dpa

Wie in vielen Schwellenländern auch hat sich das Wachstum in China zuletzt zwar verlangsamt, doch mittelfristig wird die Dynamik im Welthandel weiter anziehen.

FrankfurtNegative Schlagzeilen aus den Schwellenländern haben die Investoren zum Jahresanfang weltweit verunsichert. Die Sorge, dass sich die wirtschaftliche Entwicklung in einigen Regionen deutlich verlangsamen könnte, führte bei zahlreichen Währungen zu einem Kursrutsch. An den globalen Aktienmärkten kam es zu einer teils deutlichen Korrektur. Doch ein Aus für die konjunkturelle Dynamik der Weltwirtschaft fürchten Experten dadurch nicht.

Der Welthandelsindex, den die Vermögensverwaltungsgesellschaft Dr. Markus C. Zschaber jeden Monat exklusiv für das Handelsblatt berechnet, ist zwar im Januar zum ersten Mal seit März 2013 leicht gesunken. Mit 70,3 Punkten ist das Niveau aber weiterhin solide.

„Dies verdeutlicht die Robustheit der Verfassung der Weltwirtschaft und weist weiterhin auf eine deutliche Ausweitung des internationalen Warenaustausches hin“, sagt Markus Zschaber. Der Index fasst die vier wichtigsten Transportwege per Schiff und Schiene, auf der Straße und in der Luft zusammen. Bei Werten über 50 Punkten signalisiert er einen wachsenden Welthandel.

Der Welthandelsindex

Der Index

Der Welthandelsindex fasst alle relevanten Daten aus den vier primären Transport- und Handelswegen (Schifffahrt, Schiene, Straße und Lufttransport) zusammen, gewichtet diese und verdichtet sie in einem Index. Der Index bietet zum ersten Mal ein Gesamtbild des Welthandels zusammengefasst in einer Zahl und wird monatlich dem Handelsblatt exklusiv von der V.M.Z. Vermögensverwaltung zur Verfügung gestellt.

Die Deutung

Indexstände oberhalb eines Niveaus von 50 Punkten deuten einen wachsenden Welthandel an, inmitten einer expandierenden Gesamtwirtschaft. Unterhalb des Niveaus von 50 lässt sich dagegen aussagen, dass die Welthandelsaktivität schrumpft, wobei ab einem Niveau von unter 45 sogar eine deutliche Kontraktion der Gesamtwirtschaft zu erwarten ist.

Weitere Informationen

Der Welthandelsindex wird monatlich exklusiv für das Handelsblatt erhoben. Weitere Informationen zum Index finden Sie unter www.welthandelsindex.de

Trotz der Turbulenzen in den Schwellenländern und den zuletzt durchwachsenen Konjunkturdaten aus den USA, ist Zschaber überzeugt, dass die Weltwirtschaft in den nächsten beiden Jahren weiter wachsen wird: „Wachstumsgrößen von über vier Prozent sind zu erwarten.“ Viele Länder wie die Türkei, Südafrika und Indien haben inzwischen ihre Leitzinsen angehoben, um ihre Währungen zu stützen. Die Aktienmärkte haben sich in den letzten Tagen mehrheitlich vom schwachen Jahresstart erholt.

Die Schwäche der Schwellenländer sei ohnehin zu relativieren, so Zschaber. Diese seien im Durchschnitt der letzten zehn Jahre dreimal so schnell gewachsen wie die Industrieländer. Aktuell finde lediglich eine gewisse Verschiebung der kurzfristigen Wachstumsdynamik zurück zu den Industrieländern statt.

Zu dieser Entwicklung hat die Verringerung der milliardenschweren Anleihekäufe durch die US-Notenbank Fed beigetragen, mit denen sie die Wirtschaft gestützt hatte. „Die Sonderkonjunktur in einigen Schwellenländern, welche massiv durch ausländisches Kapital finanziert wurde, flacht sich jetzt erst einmal ab“, erklärt der Vermögensverwalter.

Zugleich betont Zschaber, dass das Wachstum nicht in allen Regionen nur auf den Produktionsfaktor Kapital zurückzuführen sei: „Wir haben strukturelles Wachstum in den meisten Emerging Markets, welches durch starke ökonomische Fundamente getragen wird.“ Als Beispiel verweist er auf China. Die Regierung habe im November Reformansätze vorgestellt, die ein Bekenntnis seien, den Status einer Industrienation erlangen zu wollen.

Für die deutsche Industriekonjunktur bleibt der Experte zuversichtlich. Deutschland profitiere davon, der „Fabrikausrüster der Welt“ zu sein. Für aussichtsreich hält Zschaber daher unter anderem die Aktie von Dürr. Das Unternehmen sei ein Gewinner unter den Zulieferern, der Wachstumskurs ungebrochen.

Kommentare (1)

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Holger

24.02.2014, 11:41 Uhr

Habe dazu ein n-tv Beitrag gefunden !

http://www.teleboerse.de/mediathek/mediathek_videos/n-tv_mediathek_videos_wirtschaf/Waehrungsturbulenzen-gefaehrden-globale-Konjunktur-nicht-article12288851.html

Klingt interessant.

Holger

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