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12.04.2013

15:15 Uhr

Winklevoss-Zwillinge

Zuckerbergs Erzfeinde investieren in Bitcoin

Sie beschuldigten Mark Zuckerberg, er habe ihnen die Idee zu Facebook geklaut. Nach langem Streit erhielten die Winklevoss-Zwillinge eine Entschädigung in Millionenhöhe. Jetzt investieren sie in eine virtuelle Währung.

Seit vier Jahren kann man im Internet mit dem elektronischen Geld Bitcoin bezahlen. ap

Seit vier Jahren kann man im Internet mit dem elektronischen Geld Bitcoin bezahlen.

Die Brüder Tyler und Cameron Winklevoss haben in die virtuelle Währung Bitcoin investiert. Nach eigenen Angaben besitzen die beiden ein Prozent aller aktuell existierenden Bitcoins.

Die beiden Brüden sind bekannt geworden als Kapitalgeber für Mark Zuckerberg, mit dem sie sich einen jahrelangen Rechtstreit um Facebook lieferten. Sie warfen ihrem ehemaligen Kommilitonen an der Harvard-Universität vor, er habe die Idee für das soziale Netzwerk Facebook von ihnen abgeschaut. Letztlich wurden die Streitigkeiten beigelegt, die Winklevoss-Brüder bekamen 20 Millionen Dollar und Anteile an Facebook.

Nach einem Bericht der New York Times sollen sie ihr Geld in großem Stil in Bitcoins gesteckt haben. Diese haben aktuell einen Gegenwert von etwa elf Millionen Dollar, allerdings schwankt der Wert stark.

Mit Bitcoins zahlen – so funktioniert es

1. Konto eröffnen

Zunächst lädt der Nutzer den Bitcoin-Client aus dem Netz und installiert ihn auf seinem Computer. Persönliche Angaben müssen nicht gemacht werden. Beim ersten Öffnen lädt die Software die gemeinsame Datenbank des Netzwerks herunter – ein Verzeichnis aller Zahlungen im Bitcoin-Netzwerk. Die Datenbank stellt sicher, dass niemand Falschgeld überweisen kann: Sie weist jeden Bitcoin einer Bitcoin-Adresse zu und damit einem Nutzer. Die eigene Bitcoin-Adresse, einen kryptischen Buchstabencode, bekommt der Nutzer automatisch mit dem Installieren der Software. Außerdem speichert die Software eine Datei namens wallet.dat auf dem Computer. Sie enthält kryptografische Schlüssel, mit denen der Nutzer gegenüber dem Bitcoin-Netzwerk ausweist, dass ihm die entsprechende Bitcoin-Adresse gehört.

2. An Bitcoins gelangen

Börsenhandel: Diverse Internetseiten bieten Bitcoins gegen Euro oder andere Währungen an. Dazu muss sich der Nutzer einmalig registrieren und den Geldbetrag etwa per Banküberweisung oder Zahlsysteme wie Dwolla an die Börse senden. Wie an einer Aktienbörse lassen sich dann Bitcoin-Kauforder platzieren. Eine Order, die über dem aktuellen Preisangebot an der Börse liegt, wird sofort erfüllt. Die Börse schickt die Bitcoins schließlich an die Bitcoin-Adresse des Nutzers. Die Börse ist auch der Ort, um Bitcoins wieder in Euro umzuwandeln. 

Bitcoins schürfen: Bitcoin-Nutzer können auch selbst neue Bitcoins errechnen. Dieses sogenannte Mining erfordert leistungsstarke Computer und ist Computer-Laien nicht zu empfehlen.

Bargeld-Eintausch: Privatpersonen bieten Bitcoins gegen Bargeld – Wohnort und Telefonnummern oder E-Mailadressen der Bitcoin-Händler sind auf der Seite Bitcoin local gelistet.

3. Mit Bitcoins bezahlen

Hat jemand Bitcoins an der Börse erworben, so ist die entsprechende Summe in seinem Bitcoin-Client aufgeführt. Um nun einen Geldbetrag zu überweisen, reicht die Angabe der Summe und der Adresse des Empfängers in der Software. Nach etwa zehn Minuten ist das Geld beim Empfänger angekommen. Eine Liste der Geschäfte, die Bitcoin akzeptieren, gibt es hier.

4. Sicherheit

Um dem Verlust der virtuellen Bitcoin-Geldbörse etwa durch Beschädigung der Festplatte vorzubeugen, sollte die wallet.dat-Datei kopiert werden - zum Beispiel auf einen USB-Stick. Da sich Hacker über das Internet Zugriff auf den Computer verschaffen und die Datei stehlen können, sollte sie zudem mit Hilfe eines speziellen Programms verschlüsselt werde. Eine Anleitung dazu gibt es hier.

5. Bitcoins fürs Handy

Wer häufiger mobil ins Internet geht, kann sich inzwischen auch Android-Apps herunterladen. Sie machen das Handy zur Bitcoin-Geldbörse. Zum Bezahlen generiert die Software des Empfängers eine Rechnung in Form eines QR-Codes. Sobald der Sender diesen Code mit der Handykamera einscannt, verschickt die Software via Internet das Geld zur Bitcoin-Adresse des Empfängers. Vorsicht: Die Programme sind noch in der Entwicklung und können fehlerhaft sein. Darum sollten sie allenfalls zur Übertragung kleiner Geldsummen genutzt werden. Für das iPhone gibt es bisher noch keine Bezahl-Apps, aber Programme wie Bitcoin App, die aktuelle Kursverläufe darstellen.

Um die virtuelle Währung ist in den vergangenen Wochen ein regelrechter Hype entstanden. Zunächst schoss der Kurs von zehn Dollar bis auf 266 Dollar in die Höhe, seit gestern geht es in die andere Richtung. Als am Freitagvormittag der Handel auf der wichtigsten Online-Börse Mt.Gox nach einer halbtägigen Pause wieder aufgenommen wurde, sackte der Kurs unter die Marke von 80 Dollar ab. Viele Experten hatten schon länger vor einer Spekulationsblase gewarnt - vor einem Jahr notierte die „Hacker-Währung“ noch bei fünf Dollar.

Bitcoin: Panik-Verkäufe bei digitaler Kunstwährung

Bitcoin

Panik-Verkäufe bei digitaler Kunstwährung

Für die Internetwährung Bitcoin ging es jetzt steil bergab.

Die 2009 gestartete digitale Währung wird in einem komplizierten Verfahren von den Nutzern selbst erstellt und soll unabhängig von Regierungen und Zentralbanken funktionieren. Die Währung wird vor allem für Transaktionen im Internet verwendet. Die Zahl der Währungseinheiten ist auf 21 Millionen begrenzt. Der zuletzt stetig gestiegene Kurs gegenüber herkömmlichen Währungen ergab sich aus Angebot und Nachfrage in Tauschbörsen.

Mt. Gox wickelt nach eigenen Angaben den Großteil des Bitcoin-Handels mit bis zu 80 Prozent ab. Der Kurssturz wurde nach Darstellung der Plattform von einer Panik-Reaktion nach technischen Problemen ausgelöst.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

12.04.2013, 15:35 Uhr

Ein sehr schlecht recherchierter Artikel.

Die Marktkapitalisierung ist um Welten höher als die angegebenen 11 Millionen DOllar..

Es sind aktuell 10,zerquetschte Millionen Bitcoins im Umlauf. Akt. Kurs ca. 80 USD

Man darf durchaus vermuten, dass Winkelvoss erstmal gut 20 % (verm. haben sie gestern zu 100 gekauft) ihres Einsatzes verspielt haben.

Allgemein ist dieses Produkt nicht als Währung anzusehen. Allein schon, weil es wenn es passiert, was die Weltuntergangspropheten ja meinen, andere Währungen ablösen könnten. Sollte das passieren haben wir ohnehin ganz andere Probleme, als den Stromkreislauf am Laufen zu lassen. Oh.. wait... :) Und in die Hand nehmen kann man die Dinger ja auch schlecht :)

Nichts anderes als ein (HOCH)spekulatives Investment in den Kinderschuhen mit einer geringen Anzahl an Marktakteuren. Das pegelt sich irgendwann ein, oder verschwindet ohnehin im Jenseits weil das Vertrauen nach der zweiten Blase dann doch zu stark einbrechen kann.

Bin gespannt!

Account gelöscht!

12.04.2013, 15:44 Uhr

"Ein sehr schlecht recherchierter Artikel.

Die Marktkapitalisierung ist um Welten höher als die angegebenen 11 Millionen DOllar.. "

ich verstehe es so, das der Anteil der Leute bei dem Betrag liegt. Das kann hinkommen.

Sein ganzes Geld in Bitcoins anzulegen halte ich für zu gefährlich.

Ich denke 1-5% kann man riskieren...

Account gelöscht!

12.04.2013, 15:53 Uhr

Ah ok das kommt tatsächlich hin. Dachte es bezieht sich auf die gesamt Kapitalisierung ! Dank für den Hinweis!

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