Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.01.2011

13:05 Uhr

Woche der Wahrheit

„Ein Überleben des Euros ist nicht selbstverständlich“

VonLaura de la Motte

Bald wird sich zeigen, wie es um die europäischen Krisensstaaten bestellt ist. Portugal, Spanien und Italien drängen an den Markt, um sich frisches Geld zu borgen. Für neue Staatsanleihen müssen die Sorgenländer voraussichtlich so viel zahlen wie noch nie. Auch der Euro gerät unter Druck. Der Chefökonom der Deutschen Bank nennt das Überleben der Währung "nicht länger selbstverständlich".

Wird es den hochverschuldeten Euro-Ländern Portugal, Spanien und Italien gelingen, sich Geld am Kapitalmarkt zu borgen? Quelle: dpa

Wird es den hochverschuldeten Euro-Ländern Portugal, Spanien und Italien gelingen, sich Geld am Kapitalmarkt zu borgen?

FRANKFURT. Es wird der erste Stresstest für die Eurozone im neuen Jahr. Ab Mittwoch wollen mit Portugal, Spanien und Italien gleich drei Länder den Kapitalmarkt anzapfen, denen Investoren in letzter Zeit immer weniger vertrauen. Damit Anleger zugreifen, werden die Länder deutlich höhere Zinsen bieten müssen. "Es gibt kein frisches Kaufinteresse", sagt Kornelius Purps, Rentenmarktanalyst bei der UniCredit Bank.

Portugal kündigte gestern an, am kommenden Mittwoch Staatsanleihen für 750 Millionen und 1,25 Milliarden Euro anzubieten. Ein Teil der Papiere soll eine Laufzeit von vier Jahren haben, der andere Teil zehn Jahre. Portugal ist damit das erste Land der südlichen Eurozone, das das Vertrauen der Anleger testet. Und es gibt sich dabei noch vergleichsweise bescheiden.

Einen Tag später, am Donnerstag wollen voraussichtlich auch Spanien gut drei Milliarden Euro für fünf Jahre und Italien schätzungsweise sechs bis sieben Milliarden für vier bzw. 15 Jahre bei Investoren einsammeln. Die Italiener hatten bei der letzten Auktion Ende Dezember schon Schwierigkeiten, fünf- und siebenjährige Papiere loszuwerden. Die Gebote blieben mit 8,1 Milliarden Euro unter den anvisierten 8,5 Milliarden zurück und das obwohl die Italiener bereits mit höheren Zinsen lockten als in früheren Auktionen.

Auch diesmal werden die Südeuropäer die Investoren nur mit noch höheren Zinsen überzeugen können. Nach der gestrigen Ankündigung Portugals schossen die Renditen für alle drei Länder nach oben und liegen auch heute noch deutlich über den Werten der vergangenen Wochen.

Kommentare (12)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Sehen wir es doch mal nicht aus der rosaroten Brille

07.01.2011, 14:14 Uhr

Das Geld wo verloren wurde, hat sich weder in Luft aufgelöst, noch will man Gierhäsen die Mäuler stopfen!
1. Das Geld ist nicht verloren, sondern hat nur den besitzer gewechselt.
2. Die Mäuler der Gierhälse wird man nie stpfen können, den sie handeln alle nach dem Motto, die Kuh melkt man solange sie noch Milch gibt!

So was sagt uns dass zu Deutsch?

Gastkritiker

07.01.2011, 14:21 Uhr

bedenkenträger gibt's wie Sand am Meer und am Ende schadet Panikmache ja auch nur den Anderen: Die banken hingegen dürfen sich über höhere Zinsen auf ihre Staatsanleihen freuen und der "unabhängige" Journalist bekommt einen bequqm vorgekauten Artikel mit reisserischer Schlagzeile inclusive. Und im Zweifelsfall wird man ja irgendwann auch recht gehabt haben. Wenn nicht in diesem Jahrhundert dann im nächsten...

Matthias

07.01.2011, 14:41 Uhr

Die banken waren es, die diesen Euro-Schwachsinn mit durchgedrückt und den Leute das Schlaraffenland versprochen haben. Ein gewisser H. Kohl, der bekanntermaßen keine Ahnung von Wirtschaft hat, hat sein Übriges getan und uns mit dem Euro und der ersten Staatsratsvorsitzenden zweimal Sondermüll hinterlassen. Glückwunsch an den Chefökonom der Deutschen bank, dass er jetzt zumindest den Euro in Frage stellt. Es lebe die DM!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×