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11.01.2017

16:07 Uhr

Zehnjährige Bundesanleihe

Die Rückkehr des Zinses

VonAndrea Cünnen

Deutschland stattet seine neue zehnjährige Bundesanleihe wieder mit einem positiven Zinskupon aus. Bei Investoren ist das Papier gefragt, vor allem aus einem Land war das Interesse groß.

Für die neue zehnjährige Bundesanleihe bekommen Anleger wieder Zinsen  - bei einer Anlage von 100 Euro aber nur 25 Cent pro Jahr. Imago

Sparschwein

Für die neue zehnjährige Bundesanleihe bekommen Anleger wieder Zinsen - bei einer Anlage von 100 Euro aber nur 25 Cent pro Jahr.

FrankfurtEs war eine Sensation, als Deutschland im vergangenen Juli erstmals eine zehnjährige Bundesanleihe auflegte, die Investoren einen Kupon von 0,0 Prozent und damit gar keinen Zins mehr bot. Das hatte es bei einem Papier mit so langer Laufzeit auf der ganzen Welt noch nie gegeben.

Damit hatte die Null-Prozent-Welt die Königsklasse der Staatschulden erreicht: Deutsche Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit gelten als die maßgebliche Richtschnur für die langfristigen Kapitalmarktzinsen in Europa.

Das Prinzip festverzinslicher Wertpapiere

Zinsen und Rückzahlung

Festverzinsliche Anleihen haben einen fixen Zinskupon, der sich auf den Nominalbetrag von 100 Prozent, also zum Beispiel 1 000 Euro, bezieht. Zu diesem Betrag werden die Papiere am Ende der Laufzeit zurückbezahlt. Bei einem Kurs von 100 Prozent entspricht also die Rendite dem zugesicherten Zins.

Kurse und Renditen

Während der Laufzeit werden Anleihen gehandelt, deshalb schwanken die Kurse, die in Prozent angegeben werden. Der Rückzahlungswert bleibt unverändert bei 100 Prozent. Die Zinskupons, die sich auf den Nominalwert beziehen, verändern sich ebenfalls nicht. Weil Zinszahlungen und Tilgungen gleichbleiben, sinkt die Rendite für Neueinsteiger, wenn die Kurse steigen. Umgekehrt ist es genauso: Wenn die Kurse fallen, dann steigen die Renditen für Investoren, die neu zugreifen und bis zur Fälligkeit halten.

Renditeentwicklung

Entwicklung - Die Kurse vieler Anleihen - vor allem die von Staatsanleihen im Euro-Raum und in Japan - sind so stark über 100 Prozent gestiegen, dass Anleger trotz der Zinsen weniger Geld wiederbekommen, als sie angelegt haben. Somit sind die Renditen für Neueinsteiger sogar negativ.  Das geht umso schneller, weil die Kupons stetig sinken. So haben zweijährige Bundesschatzanweisungen in Deutschland seit dem 20. August 2014 einen Kupon von null Prozent, seit dem 21. Januar 2015 gilt das auch für fünfjährige Bundesobligationen. Die im Sommer 2016 platzierte zehnjährige Bundesanleihe hatte ebenfalls einen Null-Kupon, bei der aktuellen zehnjährigen Bundesanleihe liegt der Kupon aber bei 0,50 Prozent.

Seither hat sich die Welt jedoch zumindest ein bisschen verändert. Vor allem die steigenden Ölpreise haben die Inflation wieder zum Thema gemacht. In Deutschland stieg die Teuerungsrate zuletzt um 1,7 Prozent. Im Sommer hatte die Inflationsrate noch bei 0,2 Prozent gelegen.

Dazu kommen die gestiegenen Inflationserwartungen. Die angekündigte Politik des designierten US-Präsidenten Donald Trump mit massiven Infrastrukturausgaben hat bei Anlegern wieder das Thema Inflation in den Vordergrund gerückt. Die Folge: Die Anleihekurse sind wieder etwas gefallen und die Renditen im Umkehrschluss gestiegen.

Das hat auch Auswirkungen auf die neue zehnjährige Bundesanleihe. Deutschland begibt regelmäßig neue Anleihen und stockt diese dann nach und nach auf. Die Renditen richten sich dabei nach dem jeweiligen Marktniveau. Im Sommer noch rentierte die zehnjährige Bundesanleihe auf einem historischen Tief von minus 0,2 Prozent. Das war kurz nach dem Votum der Briten gegen die Europäische Union. Investoren, die damals die zehnjährige Bundesanleihe kauften und bis zur Fälligkeit halten, bekommen am Ende der Laufzeit also etwas weniger Geld zurück als sie angelegt haben – und unterjährig nicht mal Zinsen.

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