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10.09.2014

13:41 Uhr

Ziel Weltmarktführer

Japanische Personalagentur plant Börsengang

Mit einem Aktien-Volumen von bis zu 1,8 Milliarden Dollar will der japanische Personalvermittler Recruit an die Börse. Das Unternehmen war in den 80er-Jahren in einen aufsehenerregenden Korruptionsskandal verwickelt.

Erstnotierung der Recruit-Aktie an der Börse in Tokio soll am 16. Oktober sein. dpa

Erstnotierung der Recruit-Aktie an der Börse in Tokio soll am 16. Oktober sein.

TokioJapans größter Personalvermittler Recruit<IPO-RECR.T> will an die Börse. Geplant sei die Ausgabe von Aktien im Volumen von bis zu 1,8 Milliarden Dollar, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Erstnotierung an der Börse in Tokio solle am 16. Oktober sein. Der Personaldienstleister will mit den Einnahmen weitere Zukäufe finanzieren. Recruit will bis 2020 zum Weltmarktführer aufsteigen. Da der heimische Markt schrumpft, hatte der Konzern in den vergangenen Jahren mehrere ausländische Firmen gekauft, darunter die Internet-Jobbörse Indeed.com.

So läuft ein Börsengang ab

1. Auswahl einer Emissionsbank

Hat sich die Führungsebene eines Unternehmens zu einem Börsengang entschlossen, sind diverse Vorbereitungen zu treffen. Zunächst müssen Gespräche mit Banken geführt werden, um einen geeigneten Partner bei der Durchführung des IPO zu finden. Im weiteren Verlauf wird in der Regel eine der Banken zum Konsortialführer bestimmt, oftmals gehören dem Konsortium weitere Banken an, die an der Emission ebenfalls beteiligt werden.

2. Durchführung einer Unternehmensanalyse

Um die geplante Gesellschaft zu analysieren, wird eine Due Diligence-Prüfung durchgeführt. In deren Verlauf wird der Unternehmenswert ermittelt. Die Analyse mündet in der Formulierung eines rechtlich verbindlichen Börsenprospektes, der Voraussetzung für den Handel an der Börse ist.

3. Roadshow

Im Rahmen einer so genannten Roadshow wirbt das Unternehmen auf Basis des Börsenprospektes Investoren für den eigenen Börsengang. Dabei werden die Informationen der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ziel einer Roadshow ist es darüber hinaus, das potenzielle Interesse an den Aktien des eigenen Unternehmens auszuloten.

4. Festlegen eines Emissionspreises

Nach der Roadshow legen die Konsortialbanken eine ihrer Meinung nach angemessene Preisspanne fest, in deren Rahmen die Unternehmensaktien gezeichnet werden sollten. Der Emissionspreis liegt gemeinhin im Rahmen dieser so genannten Bookbuildingspanne und wird in Folge festgelegt. Alternativ kann die Gesellschaft auch einen Festpreis bestimmen.

5. Zuteilung der Aktien

Nach Festlegung des Emissionspreises können die Anteilsscheine den Investoren zugeteilt werden. Dabei werden die Aktien öffentlich zur Zeichnung angeboten. Während dieser vorher festgelegten Zeichnungsfrist legen sich potenzielle Anleger auf eine bestimmte Stückzahl fest. Ist die Nachfrage nach Aktien größer als das Angebot, spricht man davon, dass der Börsengang "überzeichnet" ist. Dann wird bestimmt, wie die Anteilsscheine zugeteilt werden.

6. Erstnotiz

Nach erfolgreicher Zuteilung der Aktien werden die Papiere erstmals an den Börsenparketts gehandelt. Dabei wird ein erster Kurs festgestellt, die so genannte Erstnotiz. Von diesem ersten Börsenkurs ist abhängig, ob die Investoren – in Abhängigkeit von dem gezahlten Emissionspreis – Zeichnungsgewinne oder -verluste einfahren.

7. Regulärer Handel an der Börse

Die Anteilsscheine können nun regulär am Kapitalmarkt gehandelt werden. Allgemeine Informationen zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren können Sie zum Beispiel hier einsehen.

Quelle

Einige Börsenneulinge haben in diesem Jahr an der Tokioter Börse enttäuscht, darunter der Handy-Bildschirm-Hersteller Japan Display. Investoren äußerten sich aber zuversichtlich über Recruits Wachstumsaussichten. Das Unternehmen vermittelt nicht nur Jobs, sondern veröffentlicht auch Informationen über Immobilien.

Ende der 1980er Jahre war Recruit in einen Korruptionsskandal verwickelt, der die damalige japanische Regierung zu Fall brachte.

Von

rtr

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