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27.01.2011

11:11 Uhr

Zinswende

Bundesanleihen versprechen wieder Erträge

Die Zeit der Mini-Zinsen für deutsche Staatsanleihen ist vorbei. Sorgen um die Euro-Zone und Inflationsängste treiben auch die Renditen der Bundespapiere. Eine nachhaltige Trendwende erwarten Experten aber nicht.

Mit deutschen Staatsanleihen lässt sich wieder Geld verdienen. Quelle: dpa

Mit deutschen Staatsanleihen lässt sich wieder Geld verdienen.

Für die Bundesregierung hat der Rentenmarkt in diesen Tagen eine gute und eine schlechte Nachricht parat: Zwar rückt die Schuldenkrise etwas in den Hintergrund, allerdings muss Berlin in diesem Jahr für die Schuldenaufnahme vermutlich wieder mehr
berappen. Denn mit Mini-Zinsen auf deutsche Staatsanleihen dürfte es nach Einschätzung vieler Börsianer vorläufig vorbei sein. Wegen steigender Inflationsraten und einer sich abzeichnenden Entspannung in der europäischen Staatsschuldenkrise erwarten sie für die nächsten Monate wieder höhere Renditen für Papiere der Bundesrepublik.

„Wir gehen davon aus, dass die Tendenz bei den Renditen auf Sicht von zwölf Monaten weiter nach oben zeigen wird“, prognostiziert LBBW-Rentenstratege Elmar Völker. Aktuell liegt die Rendite der als Maßstab geltenden zehnjährige Bundesanleihe leicht über drei Prozent. Noch im August war sie - nicht zuletzt wegen der Schuldenkrise - auf ein Rekordtief von knapp über zwei Prozent abgesackt.

„Wenn sich die Entspannungszeichen in der europäischen Schuldenkrise verfestigen und die EZB nicht mehr wie bisher als Finanzfeuerwehr eingebunden ist, sehen wir zusätzliches Potenzial für eine Zinswende“, führt LBBW-Experte Völker aus. „Wir sehen am Rentenmarkt derzeit auch eine Normalisierung nach der Flucht in Bundesanleihen im Sog der europäischen Staatsschuldenkrise“, erläutert Birgit Figge, Analystin für Zinsstrategie bei der DZ Bank. „Dazu tragen das starke Wachstum in Deutschland und die höhere Inflation bei.“

Figge sieht die Rendite der zehnjährige Bundesanleihen zum Jahresende bei 3,5 Prozent, Völker rechnet mit 3,6 Prozent. Zum Vergleich: Vor der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 hatte die Bundesanleihe mehr als vier Prozent abgeworfen.

Inflation im Fokus

Der Auslöser für die Normalisierung ist allerdings alles andere als beruhigend: Angesichts steigender Energie- und Lebensmittelpreise haben die Anleger wieder das Thema Inflation auf dem Radarschirm. So waren in der Euro-Zone im Dezember die Verbraucherpreise um 2,2 Prozent überraschend stark angezogen. Großbritannien droht nach Einschätzung der Bank of England gar eine Inflationsrate von fünf Prozent.

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