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15.04.2015

17:24 Uhr

Zu wenig Einlagen

Katars Banken müssen sich Geld leihen

Die Fußball-WM rückt näher und Katar investiert massiv in neue Straßen und Stadien. Katars Banken brauchen mehr Geld, um den Hunger nach Krediten zu stillen und planen ihre Reserven aufzustocken – mit Fremdkapital.

Katars Banken planen den Kapitalmarkt anzuzapfen, um die neue Kreditwelle für die Fußball-WM zu bewältigen. dpa

Dohas Skyline

Katars Banken planen den Kapitalmarkt anzuzapfen, um die neue Kreditwelle für die Fußball-WM zu bewältigen.

DohaZur Finanzierung eines Baubooms vor der Fußballweltmeisterschaft 2022 zapfen die Banken des Austragungslands Katar den Fremdkapitalmarkt an. Die Kredithäuser des Emirats planen, mehr als sechs Milliarden Dollar aufzunehmen, während der einbrechende Ölpreis die Einlagen des Staats vermindert.

„Die Halbierung des Ölpreises hat die staatlichen Einlagen verringert, doch die Erwartung eines beträchtlichen Anstiegs der künftigen Kreditnachfrage bedeutet, dass die katarischen Banken ihr Fremdkapital erhöhen werden“, sagt Akber Khan, Direktor im Bereich Vermögensverwaltung bei Al Rayan Investment. „Die Banken müssen an den Anleihenmarkt gehen.“

Die Aktionäre der Al Khaliji Commercial Bank QSC billigten am 25. Februar ein Anleihenprogramm über 2,5 Milliarden Dollar, und Qatar National Bank SAQ arrangierte nach eigenen Angaben vom 17. März ein drei Milliarden Dollar schweres Darlehen. Qatar International Islamic Bank dürfte eine Sukuk, eine islamische Anleihe, begeben, wie die Bank am 19. Februar mitteilte. Die Einlagen des Staates bei den katarischen Banken hatten sich in den fünf Jahren bis Februar 2014 mehr als verdreifacht, bevor sie im folgenden Jahr um vier Prozent fielen, zeigen Zentralbank-Daten.

Katar, ein Mitglied der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC), investiert als Gastgeber der WM bis 2019 etwa 182 Milliarden Dollar in Straßen, Stadien und andere Infrastruktureinrichtungen. Die Banken werden ihre Kreditvergabe im Jahr 2018 wahrscheinlich auf 239 Milliarden Dollar steigern, um den Bedarf einer Bevölkerung zur decken, die im vergangenen Jahr um 9,5 Prozent zugenommen hat, hieß es in einem Bericht der Qatar National Bank vom Februar.

Welche Staaten über die größten Ölressourcen verfügen

Venezuela

konventionell: 3 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 62,3 Milliarden Tonnen

Kanada

konventionell: 3,5 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 51,2 Milliarden Tonnen

Russland

konventionell: 20 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 14,8 Milliarden Tonnen

USA

konventionell: 15,7 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 8,8 Milliarden Tonnen

China

konventionell: 16,2 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 4,5 Milliarden Tonnen

Brasilien

konventionell: 13 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 0,7 Milliarden Tonnen

Saudi Arabien

konventionell: 11,8 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: -

Kasachstan

konventionell: 4 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 6,7 Milliarden Tonnen

Iran

konventionell: 7,2 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: -

Irak

konventionell: 6,1 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: -

Erläuterung

Die Auflistung zeigt die Top 10 Länder mit den größten konventionellen und nicht-konventionellen (Ölsand, Schwerstöl oder Schieferöl) Erdölressourcen im Jahr 2012. Erdölressourcen sind nachgewiesene, aber derzeit technisch und/oder wirtschaftlich nicht gewinnbare sowie nicht nachgewiesene, aber geologisch mögliche, künftig gewinnbare Energierohstoffmengen.

Quelle: BGR Energiestudie 2013

Fitch Ratings erhöhte im März die Bonitätsnote von sieben katarischen Banken und begründete das mit der „Aussicht auf Unterstützung im Bedarfsfall durch staatliche Stellen in Katar für heimische Banken“. Der lokale Staatsfonds Qatar Investment Authority erwarb Anteile an allen acht Banken, die an der Börse Doha notiert sind. Seine Beteiligungen an diesen Finanzhäusern liegt zwischen 17 Prozent und 50 Prozent, zeigen Börsendaten.

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