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19.01.2011

09:56 Uhr

Zwangsverstaatlichung

Klagemarathon gegen Pleitebank HRE

Die Entscheidung über die Zukunft der Hypo Real Estate steht vor der Tür. Das Landgericht München muss über die Zwangsverstaatlichung des Immobilienfinanzierers entscheiden. Dutzende Ex-Aktionäre klagten gegen den Zwangsausschluss aus dem Unternehmen.

Pleitebank HRE: Erste Verhandlungstermine für das Musterverfahren sollen im Sommer stattfinden. ap

Pleitebank HRE: Erste Verhandlungstermine für das Musterverfahren sollen im Sommer stattfinden.

dpa/FRANKFURT. Im Prozess um die Zwangsverstaatlichung des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate will das Landgericht München morgen eine Entscheidung verkünden. In dem Zivilverfahren klagen mehrere Dutzend ehemalige HRE-Aktionäre gegen ihren Zwangsausschluss aus dem Unternehmen, den sogenannten "Squeeze-Out".

Zu den Klägern gehört auch Christopher Flowers. Der US-Investor hatte sich geweigert, seine Aktien an den Bund zu verkaufen - und durch den Zwangsausschluss rund eine Milliarde Euro verloren. Allzu groß dürften seine Chancen allerdings nicht sein. Zu Beginn des Verfahrens hatte der Vorsitzende Richter Helmut Krenek bereits klar gemacht, dass der Bund mit der vollständigen Verstaatlichung nicht gegen das Grundgesetz verstoßen habe.

Parallel dazu klagen viele Anleger vor dem Oberlandesgericht München auf Schadenersatz. Die Klagen sollen in einem Musterverfahren nach dem sogenannten Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz (KapMuG) zusammengefasst werden, ähnlich wie bei dem Prozess Tausender Anleger gegen die Deutsche Telekom; ein Kläger, im Falle der HRE ist das der Jurist Christian Wefers, steht exemplarisch für alle anderen.

Die Anleger werfen dem Immobilienfinanzierer vor, sie über das wahre Ausmaß seiner Probleme nicht rechtzeitig informiert zu haben. Der damalige Vorstandschef der HRE, Georg Funke, hatte immer wieder beteuert, dass seine Bank nicht von der Krise auf dem US-Hypothekenmarkt betroffen sei. Tatsächlich musste Funke Anfang 2008 eingestehen, dass die HRE im vierten Quartal des Vorjahres 390 Millionen Euro auf ihr US-Portfolio abgeschrieben habe. Der Aktienkurs brach um fast 30 Prozent ein. In der Folgezeit musste der Bund dem angeschlagenen Hypothekenfinanzierer immer wieder mit frischem Geld aushelfen. Ohne die Hilfen hätte der HRE die Pleite gedroht.

Die ersten Verhandlungstermine für das Musterverfahren sollen voraussichtlich im Sommer stattfinden.

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