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12.06.2013

12:03 Uhr

Zwei Prozent Wertverlust

Pimco hält weniger US-Staatsanleihen

Der größte Anleihefonds des Vermögensverwalters Pimco beinhaltet weniger US-Staatsanleihen. Wegen der lockeren Geldpolitik der Notenbank fährt Manager Bill Gross den Anteil an Staatsanleihen zurück. Der Fonds verliert.

Investmentlegende Bill Gross. Der Fondsmanager zählt zu den größten Kritikern der ultralockeren Geldpolitik der US-Notenbank. dapd

Investmentlegende Bill Gross. Der Fondsmanager zählt zu den größten Kritikern der ultralockeren Geldpolitik der US-Notenbank.

New YorkDer Vermögensverwalter Pimco tritt bei US-Staatsanleihen auf die Bremse: So fuhr Investmentlegende Bill Gross den Anteil dieser Papiere in seinem Flaggschiff-Anleihefonds Total Return im Mai um zwei Prozentpunkte zurück – sie machen jetzt nur noch 37 Prozent des Fondsvolumens von 285 Milliarden Dollar aus, wie sich aus Daten ergibt, die die Allianz-Tochter am Dienstagabend auf ihrer Internetseite veröffentlichte.

Zwar stellen US-Staatsanleihen nach Gross' Worten immer noch die bessere Alternative zu Cash-Beständen dar. Doch zählt der Fondsmanager inzwischen zu den größten Kritikern der ultralockeren Geldpolitik der US-Notenbank, die den Markt nicht nur mit rekordniedrigen Zinsen, sondern auch mit milliardenschweren Anleihekäufen stützt. Das schade den Sparern massiv, weil es ihr Vermögen verwässere, klagte Gross wiederholt. In seinem jüngsten Brief an die Investoren sprach er sogar von einer „New Age Chemotherapy“, die immer mehr Probleme verursache, aber der Wirtschaft nicht wirklich auf die Sprünge helfe.

Die Fed wird ihre Bondkäufe auf ihrer Sitzung am 29./30. Oktober auf 65 Mrd. Dollar monatlich reduzieren, lautet die Medianprognose von Ökonomen aus einer Bloomberg-Umfrage vom. Die US-Notenbank kauft gegenwärtig für 85 Mrd. Dollar im Monat Treasuries und Hypothekenpapiere, um die Fremdkapitalkosten zu drücken.
Für Bonds weltweit war der Mai der schlechteste Monat in neun Jahren, angeführt von Treasuries, da Investoren die Papiere abstießen in der Erwartung, dass die Notenbanken letztlich die beispiellosen Bondkäufe zurückfahren werden.

Für Investoren ist derzeit die wichtigste Frage, wann die Fed das Ende der großen Geldschwemme einläutet – denn sie müssen sich frühzeitig positionieren, wollen sie kein Geld verlieren. Gross hat das nun offenbar zu früh getan. Jedenfalls verlor der Total Return mit dem Ausverkauf im Mai nach Berechnungen von Morningstar mehr als zwei Prozent an Wert. Als Konsequenz zogen Anleger 1,3 Milliarden Dollar ab – es waren die ersten Mittelabflüsse aus dem weltgrößten Anleihefonds seit Dezember 2011.

In den vergangenen fünf Jahren hat der Fonds 7,8 Prozent eingebracht und 94 Prozent der Vergleichsfonds geschlagen. Im letzten Jahr kam der Fonds auf einen Ertrag von 3,62 Prozent und hängte 81 Prozent der Vergleichsfonds ab. Pimco verwaltete zum 31. März ein Kapital von 2,04 Billionen Dollar.





Kommentare (1)

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12.06.2013, 11:27 Uhr

Das Handelsblatt hat Gross über die letzten Monate zig mal die Möglichkeit gegeben, über das vermeintlich unmittelbar bevorstehende Platzen der sogenannten Anleiheblase zu sprechen.

Ich gehe jede Wette ein, daß durch die wiederholten Aussagen von Gross auch einige Leser in die falsche Richtung gelenkt wurden.

Das er nun selber den Schaden hat, spottet jeder Beschreibung.

Gerne-Gross

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