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10.10.2016

20:45 Uhr

Börse sieht Donald Trump als Verlierer

US-Wahl birgt Schock-Risiko à la Brexit

Hillary Clinton wird an der Börse bereits als Siegerin der US-Präsidentschaftswahl gehandelt. Doch wie sicher sind die Umfragen, auf die sich Analysten stützen? Das Brexit-Votum im Juni lässt Zweifel aufkommen.

Der mexikanische Peso stieg zu Beginn des zweiten Schlagabtauschs von Hillary Clinton und Donald Trump im Fernsehen zunächst um zwei Prozent zum Dollar, als es um ein Video mit diskriminierenden Äußerungen von Trump über Frauen ging. Zum Ende der Debatte notierte die Währung, die als Wahlkampfbarometer gilt, mit einem Plus von 1,3 Prozent noch auf einem Ein-Monats-Hoch.

Nur Minuten nach der ersten US-Wahlkampfdebatte im Fernsehen hatten Investoren entschieden, dass Clinton ihren Rivalen Trump in den Schatten gestellt hat. Das, so folgerten sie, würde dazu beitragen, den Schwung des von vielen von ihnen gefürchteten Kandidaten zu bremsen, und so trieben sie den Peso in die Höhe.

Was aber, wenn die TV-Debatte gar nicht zählt? Was, wenn sich herausstellt – wovon viele Analysten ausgehen – dass die Unterstützung für Trumps Kandidatur nicht durch Entwicklungen bei traditionellen Wahlkampfveranstaltungen gemessen werden kann? Unvermögen, das zu verstehen, könnte an den Märkten zu der Art von Fehltritten und Turbulenzen führen, wie sie nach der Entscheidung der Briten, die Europäische Union zu verlassen, auftraten.

TV-Debatte Clinton – Trump: Erst ganz am Ende ein Funken Würde

TV-Debatte Clinton – Trump

Erst ganz am Ende ein Funken Würde

Bei der zweiten TV-Debatte fällt eine der letzten Anstandsregeln: Trump will Clinton hinter Gitter bringen.

„Es ist eine ungewöhnliche Verknüpfung, aber wir blicken weiterhin durch diese Art von Linse“, sagt Tina Fordham, Chefanalystin für globale Politik bei Citigroup in London. „Was, wenn alles falsch ist, weil Gesellschaft, Technologie, Meinungsumfragemethoden und alles andere nicht mehr in der Lage sind, marginalisierte Wähler so zu erfassen wie es früher möglich schien?“

Fordham sagt, dieser Wahlkampf sei eher wie in einem Entwicklungsland, wo das öffentliche Misstrauen in die Regierung hoch ist und Verschwörungstheorien hoch im Kurs stehen. Den Märkten sei offenbar nicht bewusst, wie sehr dieses geringe Vertrauen das Risiko einer Anti-Establishment-Wahl erhöhe, stimmt ihr Vincent Chaigneau zu, weltweiter Leiter Zins- und Devisenstrategie bei Société Générale in London.

Händler erwarten nach der Wahl eine Ein-Tages-Bewegung von rund 1,6 Prozent beim S&P 500 – weniger als die Hälfte des durchschnittlichen Ausschlags nach den beiden vorherigen Wahlen, wie Pravit Chintawongvanich, Leiter Derivate-Strategie bei Macro Risk Advisors in New York erklärt.

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