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01.12.2015

11:27 Uhr

Börse und EZB

Endet der Bullenmarkt in seinem achten Jahr?

VonJessica Schwarzer

EZB-Präsident Mario Draghi sorgt für anhaltend gute Stimmung an den europäischen Aktienmärkten. Warum Anleger trotzdem mit teilweise heftigen Rücksetzern rechnen müssen.

Der längste Dax-Bullenmarkt seit 1950 steht bevor.

Amerikanischer Bison-Bulle

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DüsseldorfDie Bullen sind los. Angetrieben einmal mehr von Super-Mario. Kein Wunder, gilt es doch unter Börsianern als ausgemachte Sache, dass EZB-Präsident Mario Draghi die Geldschleusen weiter öffnet - Stichwort „Quantitative Easing 2“. Nur wie weit, das erfahren Investoren erst am Donnerstag. An der Börse wurde die noch lockere Geldpolitik der Notenbanker bereits gefeiert. Die Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. 

Doch wie geht es weiter? Nimmt die Jahresendrally zum Ende der Woche Fahrt auf? Oder handeln Börsianer getreu der alten Börsenweisheit „Buy the Rumor, sell the Fact“, also kaufen bei Gerüchten, verkaufen bei Fakten? „Im Anschluss an die EZB-Sitzung könnte es nach den starken Kursgewinnen im Dax seit Mitte September zunächst zu Gewinnmitnahmen kommen“, sagt Andreas Hürkamp, Aktienstratege der Commerzbank. „Wir würden aber in den kommenden Monaten solche Dax-Rücksetzer von drei bis fünf Prozent regelmäßig nutzen, um Positionen in exportstarken Dax-Werten auszubauen.“

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Dax-Konzerne werden 2016 so viel Geld an ihre Aktionäre auszahlen wie nie zuvor – das zeigt eine Auswertung des Handelsblattes. Im Schnitt beträgt die Rendite 2,7 Prozent. Diese Dax-Titel bieten deutlich mehr.

Grundsätzlich sind die meisten Anlageexperten optimistisch, dass die europäischen Aktienmärkte von der neuerlichen Geldflut profitieren werden. „Die Hoffnung auf noch mehr billiges Geld sollte die Märkte beflügeln“, sagt beispielsweise Oliver Postler, Chefanlagestratege der Hypo-Vereinsbank Private Banking. Das glaubt auch Ulrich Stephan, oberster Anlageexperte der Deutschen Bank: „Da sich die europäische Währungsunion immer noch in einem zyklischen Aufschwung befindet und die Prognosen für 2016 gut sind, sollte es Unternehmen möglich sein, die Gewinne zu steigern.“

Das dürfe in Kombination mit dem positiven Kreditimpuls, der Euro bedingten Wettbewerbsfähigkeit und auch den mangelnden Alternativen mit auskömmlichen Renditen, die Aktienkurse weiter treiben. Allerdings sollten Anleger für 2016 keine zweistellige Kursentwicklung erwarten.

Eine Folge der EZB-Politik ist der schwache Euro. „Auch wenn die EZB dies öffentlich nicht zugeben würde, gehe ich davon aus, dass ein schwacher Euro ein erklärtes Ziel der Währungshüter in Frankfurt ist“, sagt Dominic Rossi, Globaler Chief Investment Officer für Aktien bei Fidelity International. „Eher unwahrscheinlich ist daher ein kräftiger Wiederanstieg des Euro, der eine Gefahr für die Konjunkturerholung darstellen würde.“ 

Kommentare (9)

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01.12.2015, 12:09 Uhr

Das freut vor allem den langfristigen Aktienanleger. Also den, der sich am Produktivkapital/vermögen einer Volkswirtschaft direkt beteiligt. Mein Portfoliomanager/Vermögensverwalter hat in den letzten 5 Jahren jeweils zw. 10 bis 12 % p.a. Rendite nach Steuern erzielt, hauptsächlich mit Aktien dank der massiven Geldschwemme der Notenbanken (normal sind im Schnitt über einen Anlagezeitraum von 10 Jahren ca. 5 bis 8 % p.a. Rendite nach Steuern, bei einer Anlagesumme von mind. 1 Mio. €).

Und solange die Dividendenrendite mehr Ertrag bringt als der Anleihezins oder eine vergleichbare Asset-Klasse, wird sich an der Übergewichtung von Aktien auch nichts ändern. Wenn der mir nur 1 % anbietet/liefert, würde ich ihm das Mandat entziehen. Selbst im langweiligen Betongold bei meinen Mietern lieg ich zwischen 4 bis 7 % p.a. Rendite nach Steuern.

Den einzigen Vorteil den ich bei Immobilien gegenüber Akten sehe, sind die regelmäßige Einnahmen. Denn (heimische) AGs beglücken ja ihre Anteilseigner nur 1x im Jahr. Meine Mieter zahlen aber monatlich. Sofern man(n) im Ruhestand als Privatier mit abgeschlossener Altersvorsorge dann ausschließlich von Kapitaleinkünften seinen Lebensunterhalt bestreitet und regelmäßige Einkünfte benötigt.

Lothar dM

01.12.2015, 12:13 Uhr

Was Draghi macht, hat Null positiven Effekt auf Wachstum, dafür einen umso größeren zulasten von Ersparnissen, Kaufkraft und damit Wohlstand.

Draghi hilft mit seinen geldpolitischen Exzessen nur dem Status Quo in den EUR-Südländern und dem Erhalt von eigentlich nicht effizienten Strukturen, insb. in Verwaltung und Bankenindustrie dieser Länder, die Marktbereinigung als Grundlage neuen und innovativen Wachstums wird so förmlich blockiert!

Draghi hilft Politikern und Bankern im EUR-Süden weiter ihren Schlendrian betreiben zu können zulasten der Mittelschicht und allen Fleissigen Bürgern, insb. in Deutschland und dem EUR-Norden.

Juan Garcias

01.12.2015, 12:54 Uhr

Als Aktien- und Immobilienbesitzer bin ich Herrn Draghi sehr dankbar. Die letzten Jahre seit 2011 waren einfach prima. Weiter so!

Wenn es dann eben wieder so übertreibt wie im Frühjahr werden Gewinne realisiert.

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