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24.01.2011

06:00 Uhr

Börse

Warum ein starker Ifo-Index ein Warnsignal ist

In der Vergangenheit leiteten Umfragehochs des wichtigen Konjunkturindexes stets markante Börsenwenden nach unten ein.

Quelle: dpa

DÜSSELDORF. "Der Ifo-Index hilft dem Dax auf die Sprünge", lautet die Begründung für den tollen Wochenausklang an den Aktienmärkten. Als der Geschäftsklimaindex am Freitag auf den höchsten Stand seit der deutschen Wiedervereinigung sprang, kletterte der Dax zeitweise über die Marke von 7.100 Punkten, ehe am Ende aber ein Großteil der üppigen Tagesgewinne wieder dahinschmolz. Womöglich verkauften Anleger bereits in weiser Voraussicht: Markante Ifo-Hochs waren stets ein frühzeitiges Warnsignal für die Aktienmärkte.

Seit 1972 misst das Münchener Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung das Geschäftsklima in Deutschland und befragt dafür Monat für Monat 7.000 Firmen nach ihrer Lage und ihren Erwartungen für die nächsten sechs Monate. Damit bildet der Index sowohl die Gegenwart als auch die Zukunft ab.

"Für die Börse ist das aber trotzdem nur ein Blick in den Rückspiegel", sagt Commerzbank-Analyst Andreas Hürkamp. Der Grund: Profis und Kleinanleger versuchen stets, noch viel weiter als die Unternehmen in die Zukunft zu blicken. Nach dem Motto, dass jedem Boom irgendwann ein Abschwung folgt, setzen Börsianer bei einem Spitzen-Ifo-Niveau darauf, dass die nächste Flaute nicht mehr weit weg sein kann - selbst dann, wenn im nächsten Monat noch einmal ein höherer Ifo-Wert gemessen wird.

Und tatsächlich: In der Vergangenheit erwies sich der Ifo-Index für die Börse als ein sehr zuverlässiger Frühindikator. Zeitversetzt um drei bis zwölf Monate folgten einem markanten Ifo-Hoch in den Jahren 1994, 2000 und 2006 stets deutlich schwächere Kurse.

"An unserem Dax-Ziel von 8200 Punkten halten wir aber dennoch fest", kommentierte Hürkamp am Freitag das Ifo-Allzeithoch. Erliegt der Analyst damit womöglich einem Trugschluss? Denn warum sollte diesmal alles anders sein? Schon oft haben Anleger und Analysten in Boomzeiten gedacht, dass sie derzeit in der besten aller Welten leben und deshalb die üblichen Börsenregeln außer Kraft seien. Doch dies hat sich stets als folgenschwerer Irrtum erwiesen.

Kommentare (5)

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aruba

24.01.2011, 07:50 Uhr

Guten Tag,.... Wie Sie hoffe ich auch dass wir die 8200 sehenM;.... jedoch war die boerse noch nie eine Einbahnstrasse. Fast meine ich dass die Herren von der Helaba richtig liegen. 15 % Abwaerts une die Luft waere wieder etwas reinlicher. Wenn erneut jeder Affe Aktien kauft dann endet wieder alles wie gehabt.besten Dank

Alf

24.01.2011, 08:15 Uhr

Die börse fällt nicht wenn Analysten das weissagen. Diese lagen immer daneben! Solange diese noch warnen wird die börse steigen, alles ist in bester Ordnung.

Erst wenn diese anfangen zu loben und zum Kauf raten, ist die Zeit des Ausstieges gekommen!!

Der Dax steht Ende des Jahres auf über 10000 Punkte!

Voltaire

24.01.2011, 11:09 Uhr

"Das ifo Geschäftsklima basiert auf ca. 7.000 monatlichen Meldungen von Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes, des bauhauptgewerbes, des Großhandels und des Einzelhandels. Die Unternehmen werden gebeten, ihre gegenwärtige Geschäftslage zu beurteilen und ihre Erwartungen für die nächsten sechs Monate mitzuteilen. Sie können ihre Lage mit "gut", "befriedigend" oder "schlecht" und ihre Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monaten als "günstiger", "gleich bleibend" oder "ungünstiger" kennzeichnen. Der Saldowert der gegenwärtigen Geschäftslage ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten "gut" und "schlecht", der Saldowert der Erwartungen ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten "günstiger" und "ungünstiger". Das Geschäftsklima ist ein transformierter Mittelwert aus den Salden der Geschäftslage und der Erwartungen. Zur berechnung der indexwerte werden die transformierten Salden jeweils auf den Durchschnitt des Jahres 2000 normiert."

Die Datenerhebung ist meiner Meinung nach stark "verbesserungbedürftig". Wie wäre es z. b. mit folgenden Fragen:
- Auftragseingänge relativ zum Vormonat / Quartal in %

- Auslastungsgrad der Produktionsanlagen im produzierenden Gewerbe in %

- Umsatzerlöse zum Vormonat / Quartal relativ in %
- betriebsergebnis (EbiT) im Vergleich zum Vormonat / Quartal in %

- Ergebnis vor Steuern (EbT) im Vergleich zum Vormonat / Quartal in %

- Abweichungen der Plandaten Vormonat / Quartal zum iST-Ergebnis in %

- weitere Daten, aus denen messbare Rückschlüsse in bezug auf den gesamtwirtschaftlichen Trend geschlossen werden kann.

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