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22.08.2011

11:42 Uhr

Börsen-Chaos

Vermögensverwalter setzen auf Sicherheit

VonJörg Hackhausen, Jens Hagen

Volle Deckung! Für Vermögensverwalter zählt nicht mehr die Rendite, sondern nur noch Sicherheit. Gold und Cash sind erste Wahl, bei Staatsanleihen ist Vorsicht geboten.

Börse in Frankfurt am Main: An den Finanzmärkten wächst die Angst vor einer Rezession. dpa

Börse in Frankfurt am Main: An den Finanzmärkten wächst die Angst vor einer Rezession.

DüsseldorfAn den Börsen ist der Teufel los. Der Dax fällt fast ungebremst, in den vergangenen drei Wochen hat der Index fast 2000 Punkte verloren. Die 30 Unternehmen im Leitindex sind ein Viertel weniger wert als vor dem Kursrutsch. Selbst nach der Lehman-Pleite im Herbst 2008 haben die Börsen nicht so schnell so viel verloren.

Die aktuelle Situation macht Anlegern weltweit Angst. Jetzt ist guter Rat gefragt. Das Handelsblatt hat renommierte Vermögensverwalter gefragt, wie sie in diesem Umfeld investieren. Das Ergebnis: Gold und Cash sind erste Wahl, Aktien sollte man im Auge behalten, bei Staatsanleihen ist Vorsicht geboten.

Dass der Einbruch so heftig ausfällt, wundert selbst die Profis. "Der Markt war relativ stabil und die fundamentale Bewertung im historischen Vergleich weit weg von einer Überbewertung", sagt Gottfried Urban, Vorstand der Neue Vermögen AG. Auch Henning Gebhardt, Leiter Europäische Aktien bei der DWS, gibt zu: "Dass die Märkte so nervös auf die schwächeren Wirtschaftsdaten reagieren würden, haben wir so nicht erwartet."

Natürlich gab es Warnsignale, die Schuldenkrise diesseits und jenseits des Atlantiks schwelt nicht seit gestern. Doch solange die Unternehmen gute Gewinne präsentierten, schien die Welt noch in Ordnung. Am Ende war es nicht ein Auslöser, sondern ein ganzes Bündel an Faktoren, das zum Absturz führte. Und als die Börsen erst einmal ins Rutschen gekommen waren, verselbstständigte sich der Absturz. Panik kam auf. Viele wollten nur noch raus aus Aktien. "Wann der Einbruch kommt, weiß man nie, nur wenn es soweit ist, dann kommt es heftig", sagt Bert Flossbach, Vorstand der Vermögensverwaltung Flossbach & von Storch.
Flucht in Gold und Cash.

Selten war es so schwer, einen kühlen Kopf zu bewahren. "Die langfristige Anlagestrategie bleibt schwierig, da in Zukunft eher Kapitalerhalt als große Steigerungen das Ziel sein muss", sagt Jens Ehrhardt von der DJE Vermögensberatung. Seine Empfehlungen zeigen, wie ernst der Münchener die Lage sieht: Für ein ausgewogenes Portfolio empfiehlt er einen Goldanteil von zehn Prozent. Das Edelmetall gilt als Zuflucht in Krisenzeiten. Zuletzt hat der Goldpreis neue Rekorde aufgestellt. Eine Feinunze kostete am Montag zeitweise 1890 Dollar - so viel wie nie zuvor. "Wir sehen den Goldpreis mittel- und langfristig noch deutlich höher", sagt Ehrhardt. Ein weiteres Merkmal dafür, dass Ehrhardt in den Krisenmodus geschaltet hat: Er hält eine Cash-Quote von 40 Prozent.

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