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28.12.2012

11:25 Uhr

Börsenausblick

Keine Angst, der Dax ist noch nicht am Ende

VonJörg Hackhausen

Fiskalklippe, Euro-Krise, Rezession - die Ängste der Anleger sind mannigfaltig. Droht im kommenden Jahr der große Börsencrash? Nein, eher das Gegenteil. Warum sich der Dax wacker hält.

Macht der Dax im kommenden Jahr dort weiter, wo er aufgehört hat? AFP

Macht der Dax im kommenden Jahr dort weiter, wo er aufgehört hat?

Düsseldorf2013 wird ein Jahr der Aktie. Der Dax kann gar nicht anders, als weiter zu klettern; vielleicht nicht so stark wie in diesem Jahr – der Index hat fast 30 Prozent gewonnen – aber ein kleines Plus sollte doch drin sein. Wie bitte, schreien die Skeptiker auf. Spricht nicht alles dafür, dass der nächste Crash unmittelbar bevorsteht?

Zugegeben, im Moment sieht es nicht nach einer Rally an den Aktienmärkten aus. Die Titanic steuert geradewegs auf einen riesigen Eisberg zu. Die Rede ist von der sogenannten „Fiskalklippe“ in den USA. Zum Jahreswechsel laufen Steuervergünstigungen für alle Amerikaner aus, gleichzeitig werden automatische Kürzungen im Haushalt greifen. Damit hätten die Verbraucher weniger Geld im Portemonnaie, der Staat könnte weniger Aufträge erteilen. Mehr als 600 Milliarden Dollar könnten so der US-Wirtschaft auf einen Schlag entzogen werden.

Die Fiskalklippe hat das Zeug dazu, die größte Volkswirtschaft der Welt in eine Rezession zu stürzen – und alle Prognosen für die Aktienmärkte schon zunichte zu machen, bevor das Jahr überhaupt richtig begonnen hat. Nur noch wenig Zeit bleibt Republikanern und Demokraten, um im Kongress einen Kompromiss auszuhandeln. Noch besteht die Chance, dass sich beide Parteien in letzter Minute einigen.

Bei all dem Gerede über das parteipolitische Gezänk in den USA, gerät die Euro-Krise fast in den Hintergrund. Aber das kann sich schnell ändern. Man müsse den klaren Willen zeigen, die eigentliche Ursache, nämlich die Konstruktionsfehler der Euro-Zone, zu beheben und eine echte Wirtschafts- und Fiskalunion zu institutionalisieren, sagt Jens Wilhelm, der im Vorstand von Union Investment die Anlagestrategie verantwortet. „Das braucht allerdings noch einige Jahre, und die größte Gefahr ist, dass der Reformwille erlahmt, sobald der Finanzmarktstress nachlässt“, so Wilhelm.

Was 2012 aus 1.000 Euro wurde

Zypriotische Aktien (CSE)

407 Euro

Öl (WTI)

899 Euro

Spanische Aktien (Ibex)

968 Euro

Chinesische Aktien (Shanghai Composite)

989 Euro

Sparbuch (Durchschnitt)

1005 Euro

Tagesgeld (Durchschnitt)

1014 Euro

US-Staatsanleihen

1029 Euro

Gold

1034 Euro

Bundesanleihen

1038 Euro

Dow Jones

1049 Euro

Silber

1052 Euro

Nikkei 225

1069 Euro

EuroStoxx 50

1149 Euro

Schweizerische Aktien (SMI)

1167 Euro

Italienische Staatsanleihen

1203 Euro

Euro-Unternehmensanleihen (Non-Investment-Grade)

1242 Euro

Irische Staatsanleihen

1297 Euro

Dax

1299 Euro

Griechische Aktien (ASE)

1342 Euro

Griechische Staatsanleihen (inkl. Schuldenschnitt, ohne Rückkauf)

1452 Euro

Türkische Aktien (ISE 100)

1576 Euro

Venezolanische Aktien (IBC)

2882 Euro

Auch im kommenden Jahr werden Investoren und Spekulanten jede sich bietende Gelegenheit nutzen, um zu testen, wie ernst es die politisch Verantwortlichen mit dem Euro meinen; und wie ernst es die Regierenden in den Krisenstaaten mit den Sparmaßnahmen meinen.

In Italien droht Silvio Berlusconi mit einer Rückkehr. Sollte der Papagallo mit einem Wahlkampf gegen den Euro (und gegen das deutsche Spar-Diktat) einen Erfolg erringen, wird es an den Märkten ungemütlich werden.

Im Notfall könnte wieder – wie schon in diesem Jahr – die Europäische Zentralbank einspringen, indem sie Anleihen der der Krisenstaaten aufkauft, die Banken mit Kapital versorgt und den Leitzins niedrig hält.

Das heißt auch: Die Zeit der niedrigen Zinsen wird so schnell nicht enden, auch wenn sich die Notenbank damit immer weiter von ihrem eigentlichen Auftrag entfernt.

Kommentare (13)

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basdf

28.12.2012, 12:26 Uhr

Haha, mal wieder ein verzweifelter Versuch "neue Mitspieler" beim Schneeballsystem zu gewinnen.

Achja, es gibt keine Alternativen zu Aktien, weil es nur noch niedrrige Zinsen gibt ?

Dann kann ich ja gleich Gold und Silber (in Barren oder Münzen) kaufen - ein Papierbasiertes Währungssystem MUSS zusammenbrechen - und es wird....noch in dieser Dekade !

Schlaumeier

28.12.2012, 12:29 Uhr

Die Fiskalklippe sollte unbedingt eintreten. Der Ami verschuldet sich jährlich (seit Obama) mit ca. 1,3 Mrd. Dollar. 600 Mrd. Einsparungen wären durch die Fisaklklippe geschafft, es fehlt also noch einmal ca. die gleiche Summe. Wo wäre die AMI-Wirtschaft dann? Genau, in der Depression. Da gehört sie auch hin. Ein System bei dem das BIP durch dubiose Dienstleistungen zustande kommt, bzw. eine Nation wie blöd "Shopping" betreibt (was kaufen die vielen Idioten da eigentlich immer) gehört einfach nur abgeschafft. Die USA haben 48 Wirtschaftsnobelpreisträgen, aber leider kein Wirtschaftssystem. Vielleicht kommt 2013 ja schon der große Knall im Weltfinanzsystem - wäre auch nicht schlecht. Endlich ein Neuanfang danach.

Account gelöscht!

28.12.2012, 12:39 Uhr

Na, da ist der Schlaumeier aber mit den Nullen etwas durcheinander geraten... :-)

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